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Geselligkeit auf dem Wildhauser Campingplatz: Ein Gast kommt seit über 50 Jahren

Auf dem Campingplatz Schafbergblick in Wildhaus verbringen Camper nicht nur ihre Ferien, sondern schliessen auch Freundschaften.
Bianca Helbling
Paula Metzger, Alois Wenk und Danielle Charrière vor dem Schafberg (von links). Bilder: Bianca Helbling

Paula Metzger, Alois Wenk und Danielle Charrière vor dem Schafberg (von links). Bilder: Bianca Helbling

Camping, das bedeutet wohl Dosen-Ravioli, kalte Nächte und Einsamkeit in der Wildnis? Mitnichten. Auf dem Campingplatz Schafbergblick zeigt sich, dass dieser zum geselligen Treffpunkt avancieren kann.
Morgens um zehn Uhr ist auf dem Gelände noch wenig los. Danielle Charrière ist gerade dabei, ihr Frühstück auf der Terrasse zuzubereiten. Die Aargauerin besitzt auf dem Schafbergblick seit mehreren Jahren einen Wohnwagen mit Ganzjahresstellplatz. Doch erst seit der Pensionierung vor rund einem Jahr kommt sie oft nach Wildhaus, vorwiegend von Frühling bis Herbst, wie sie bei einer Tasse Kaffee erzählt. «Hier gefallen mir die Berge und allgemein die wunderbare Umgebung. Zudem ist es bei heissen Temperaturen im Tal perfekt hier oben.»
Charrière vermisst beim Camping überhaupt keine Annehmlichkeiten:

«Das einfache Leben ist ein enormer Erholungsfaktor. Für mich bedeutet es Luxus, dass ich hier sein und das Leben in der Natur geniessen darf. Ich kann Energie tanken und mich aufs Wesentliche konzentrieren. Dadurch bin ich geerdet.»

Dass sie nun öfters hierherkommt, liegt auch an ihren Mitcampern, mit denen sie Freundschaften geschlossen hat.

Der Campingplatz als zweite Heimat

Eine dieser Freundinnen ist Paula Metzger, die soeben von ihrem Wohnwagen herüberspaziert. Seit exakt zwanzig Jahren kommt auch sie in den wärmeren Monaten immer mal wieder auf den «schnuckeligen» Campingplatz. Langweilig wird es Metzger hier nicht. «Ich gehe gerne wandern oder schwimmen. Im Schwimmbad Unterwasser den Säntis vor der Nase zu haben, ist fantastisch. Ich fühle mich hier sehr geborgen. Es ist wirklich sauber und ich habe nette Nachbarn», sagt sie und lächelt Charrière an. Die beiden Frauen verabreden sich gerne, um gleichzeitig auf Campingplatz zu weilen. Dann spielen sie gemeinsam Karten, unternehmen Ausflüge oder bekochen sich gegenseitig.

Daniel, Stefan, Michael, Alexander und Bianca Schöckenbacher (von links) freuen sich auf die Sommerferien in Wildhaus.

Daniel, Stefan, Michael, Alexander und Bianca Schöckenbacher (von links) freuen sich auf die Sommerferien in Wildhaus.

Nun kommt Leben in die Anlage. Hinter Charrières Wohnwagen tollen die Kinder von Bianca und Stefan Schöckenbacher umher. Die Familie ist seit drei Jahren auf dem Schafbergblick anzutreffen. Das Feldkircher Ehepaar besitzt ebenfalls einen Ganzjahresstellplatz und verbringt sowohl im Sommer als auch im Winter jedes Wochenende mit den drei Kindern und dem Schwager in Wildhaus. Bianca Schöckenbacher bezeichnet den Campingplatz gar als zweite Heimat. «Hier sind alle locker und hilfsbereit. Abends sitzen wir oft spontan mit anderen zusammen und jeder bringt etwas mit. Wir mögen den Platz auch, weil wir ein behindertes Kind mit Anpassungsschwierigkeiten haben, das eine gewisse Stabilität braucht.» Ihr Mann Stefan ergänzt: «In Wildhaus schlafen wir dank der frischen Luft hervorragend. Und die Einheimischen sind gesprächig und viel offener als in der Stadt.»

Seit 52 Jahren Gast in Wildhaus

Alois Wenk mit Rekordcamper Hermann Dubach (rechts).

Alois Wenk mit Rekordcamper Hermann Dubach (rechts).

Ein wahres Urgestein ist Hermann Dubach. Seit satten 52 Jahren kommt der Rapperswiler mit seiner Frau bereits auf den «Schafbergblick». Über die lange Zeit entwickelten sich viele Freundschaften, so Dubach.
Unter anderem zum Campingplatzführer Alois Wenk, den Dubach als «gute Seele» bezeichnet. Wenk führt den Campingplatz seit etwa 30 Jahren mit seiner Frau Rita. Während sie die Administration übernimmt, kümmert er sich um Reservationen und den Unterhalt der Anlage.
Beinahe jeden Tag ist Alois Wenk präsent. Seine frühere Ausbildung zum Zimmermann ist ihm dabei von Vorteil. Nicht selten baut er persönlich die Wohnwagenvorbauten der Camper. «Ich bin das Mädchen für alles», lacht er.

Die Mehrheit der Gäste sind Dauercamper.

Die Mehrheit der Gäste sind Dauercamper.

Vielfältig durchmischtes Campingvolk

Der Wildhauser kann jeweils eine grosse Vielfalt an Gästen begrüssen: «Von Jung bis Alt und Gross bis Klein haben wir sehr durchmischte Besucher. Den Hauptanteil stellen allerdings Pensionäre dar.» Das ganze Jahr hindurch sind rund 65 Dauercamper hier registriert. Darunter mehrheitlich Schweizer und Deutsche, aber auch Australier, Schotten oder Kanadier zählt Wenk zu seinen Gästen. Viele davon haben das Toggenburg bereits als Kinder in den Skiferien kennen und lieben gelernt.

Die Camper sitzen gerne zum gemütlichen Essen zusammen.

Die Camper sitzen gerne zum gemütlichen Essen zusammen.

Camping liegt im Trend, was nicht zuletzt dem vermehrten Umweltbewusstsein und dem zunehmenden Individualtourismus zu verdanken ist. Diese Veränderungen im Tourismus spürt auch Wenk: «Die Anzahl Passanten, also Personen auf der Durchreise, ist gestiegen. Dafür sank die Nachfrage nach Dauercamping in den letzten Jahren.»
Dennoch bleibt der Campingplatz bei den Ganzjahrescampern beliebt. Für sie ist der «Schafbergblick» ein Ort der Begegnung und Erholung. Fast scheint der Platz wie ein eigenes kleines Dörfchen, wo man sich kennt und einander aushilft. Nur, dass hier alle eine gemeinsame Leidenschaft hegen: das Campen.

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