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Rebpaten erfuhren in Frümsen Geschichten rund um den Rebberg

Das alljährliche Fest der Rebpaten im Frümsner Staatswingert wurde zu einer geschichtlichen Begegnung.
Adi Lippuner
Barbara Oppliger gibt Einblick in die Tätigkeit der Sortensammlung und erzählt spannende Begebenheiten rund um die Entdeckung von Raritäten. (Bild: Adi Lippuner)

Barbara Oppliger gibt Einblick in die Tätigkeit der Sortensammlung und erzählt spannende Begebenheiten rund um die Entdeckung von Raritäten. (Bild: Adi Lippuner)

Jeweils am Samstag vor dem Winzerfest treffen sich die Paten der alten Rebsorten im Frümsner Staatswingert zu einem Begegnungsnachmittag mit ihren «Patenkindern». Auf dem Programm stehen jeweils auch Informationen rund um den Rebbau, Rundgänge im Rebberg und Einblick in die Arbeit. Dieses Jahr wählte Markus Hardegger, Leiter Fachstelle Weinbau im Kanton St.Gallen und Präsident von Arca Vitis, dem Trägerverein der Sammlung alter Rebsorten, das Thema Geschichte zum Staatswingert.

Mit dem ausgewiesenen Kenner der lokalen Geschichte, Hans Jakob Reich aus Salez, konnte ein Referent verpflichtet werden, der den rund 100 Anwesenden Einblick in die Entwicklung des Rebbaus in der Standortgemeinde Sennwald gab.

Mit 1400 Johanniter-Reben bepflanzt

Hier ein paar Meilensteine: 1615 bis 1798 betreibt Zürich den Weinbau bei Forstegg und Frümsen. Im Rebbuch von 1898 sind nur noch 150 Quadratmeter Rebfläche vorhanden. Gemäss Hans Jakob Reich hatte der Bau der Arlbergbahn und damit die Transportmöglichkeit des preisgünstigen Weins aus dem Südtirol zu Folge, dass in Sennwald kein Rebbau mehr betrieben wurde. Dies änderte sich 1980, als Hans Bernegger und ein Jahr später Ueli Brunner neue Rebberge anlegten. Es folgte 1987 die Eröffnung des Staatswingerts und 1994 legte auch Otto Rohner seinen Rebberg in Sax an. In den Jahren 2013/2014 wurde der Wingert bei der Forstegg mit 1400 Johanniter-Reben bepflanzt, der begehrte Wein kann im «Löwen» in Salez und im «Öpfelbom» in Buchs getrunken werden.

Schweizweit 1500 Standorte aufgesucht

Barbara Oppliger, sie ist seit Beginn der Sortensammlung und des Aufbaus der Parzelle mit den alten Rebsorten dabei, gab Einblick in ihre Tätigkeit. Kurz nach der Jahrtausendwende und bis vor sechs Jahren seien in der ganzen Schweiz rund 1500 Standorte mit alten Reben aufgesucht worden. «Dabei fanden wir Raritäten wie beispielsweise einen Schweizer Malbec. Davon existierte in Thun noch ein einziger Rebstock. Inzwischen gedeiht diese Sorte bei uns im Rebberg.» Auch ein «Weisser Heunisch», eine weitere Rarität konnte in Sils im Kanton Graubünden ausgemacht werden.

Markus Hardegger gab Einblick in den Verlauf des bisherigen Rebjahres. «Wir hatten ganz andere Voraussetzungen als 2018, es gab keinen Hagel und auch der echte Mehltau, der in anderen Rebbergen auftrat, kam bei uns nicht vor.» Auf einem Rundgang zeigte Markus Hardegger den Paten, was der Zigarrenwickler, das ist ein Rüsselkäfer, im Rebberg anrichten kann. «Glücklicherweise tritt dieser Schädling nicht gehäuft auf. Gegen den Traubenwickler, ein weiterer Schädling, wird eine Verwirrungstechnik mit dem Duft weiblicher Tiere eingesetzt», so der Fachmann.

Warteliste für die 140 Rebpatenschaften

Die 140 alten Sorten, welche im Frümsner Wingert gepflegt werden, haben alle eine Patin oder einen Paten. «Das Engagement für den Erhalt der Reben ist gross», wie Markus Hardegger betonte. «Es gibt eine Warteliste für Paten und nur wenn jemand seine Patenschaft aufgibt, können wir diese neu vergeben.» Damit weitere Personenkreise in den Genuss der direkten Beziehung zu den alten Rebsorten kommen, dürfen die Paten neu gegen ein Entgelt Gäste zum Fest einladen und können mit diesen dann auch ihre aktuell herrlich gedeihenden Reben besuchen.

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