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Vor 99 Jahren kassierten die Frauenchor-Sängerinnen eine saftige Busse fürs Tanzen

Mit einem Jubiläumskonzert feiert der Frauenchor Buchs am 19. Mai um 17 Uhr in der Aula Flös sein 100-jähriges Bestehen. Auch dieser Verein besitzt eine lange und wechselvolle Geschichte.
Hansruedi Rohrer
Der Frauenchor in Tessinertracht am Werdenberger Bezirkssängertag Grabs, 10. August 1930. (Bilder: Archiv Frauenchor)Der Frauenchor in Tessinertracht am Werdenberger Bezirkssängertag Grabs, 10. August 1930. (Bilder: Archiv Frauenchor)
Konzert in der katholischen Kirche Buchs 1994.Konzert in der katholischen Kirche Buchs 1994.
Vereinsausflug auf die Rigi am 12. September 1948.Vereinsausflug auf die Rigi am 12. September 1948.
Frieda Hilty (links) und Nina Senn waren langjährige Mitglieder im Frauenchor.Frieda Hilty (links) und Nina Senn waren langjährige Mitglieder im Frauenchor.
Musikalisch-theatralische Aufführung im Jahr 1920.Musikalisch-theatralische Aufführung im Jahr 1920.
Der Frauenchor Buchs in den 1980er-Jahren.Der Frauenchor Buchs in den 1980er-Jahren.
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Gesangsfreudige Frauen seit hundert Jahren

Die Geschichte begann am 3. August 1919 anlässlich des Bezirksturnfestes Rheintal-Oberland in Buchs. Weil der damals noch existierende Töchterchor zu schwach war, um zusammen mit dem Männerchor die vom OK gewünschten Gemischtchor- und Einzelvorträge im Unterhaltungsprogramm auszuführen, wurde der Töchterchor durch Zuzug weiterer Frauen verstärkt.

Töchterchor wollte von einer Fusion nichts wissen

Die gesanglichen Vorträge sollen derart gelungen sein, dass Wünsche auftauchten, den so gebildeten Chor mit den Frauen und Töchtern bestehen zu lassen und einen regelmässigen Probenbesuch zu starten. Doch der damalige Töchterchor wollte von einer Fusion nichts wissen, und er löste sich auf. Nach eifrigen Bemühungen einiger sangesfreudigen Damen war jedoch bald eine grössere Anzahl Frauen und Töchter bereit, einen neuen Chor zu gründen.

So konnte am 19. August 1919 die Gründung des Frauenchors Buchs vollzogen werden. Der Versammlung wohnten bereits 24 Sängerinnen bei. Frau Steiner wurde als Präsidentin und Direktor Mehrmann als musikalischer Leiter gewählt. Die ersten Proben konnten im Hotel Rätia abgehalten werden. Alle Sängerinnen hatten den Liederstoff auf eigene Rechnung zu berappen. Im Oktober des gleichen Jahres trat der Frauenchor dem Werdenbergischen Bezirkssängerverband bei.

180 Franken Busse wegen Missachtung des Tanzverbots

An der ersten Hauptversammlung vom 10. März 1920 waren 43 Mitglieder anwesend. Die traktandierten Geschäfte fanden baldige Erledigung. Der anschliessende gemütliche Teil erhielt dann aber einen Dämpfer, weil ein damals bestandenes Tanzverbot von einigen tanzlustigen Frauen übertreten wurde. Das brachte eine gesalzene Busse von 180 Franken ein! Wie die Tilgung dieses damals doch recht hohen Betrages erfolgte, verschweigt das Protokollbuch.

Der junge Verein besuchte fleissig nicht nur die Proben, sondern auch verschiedene Gesangsfeste. So ging der Frauenchor im Frühjahr 1920 aus dem Wettstreit des Bezirkssängerfestes in Gams mit dem 1. Rang hervor. Noch im gleichen Jahr gelangte eine musikalisch-theatralische Unterhaltung im «Rätia»-Saal zur Durchführung. Mit der Anmerkung im Programmblatt «Wir bitten höfl. während der Aufführung das Rauchen gütigst zu unterlassen».

Im November 1921 fand zusammen mit dem Sängerbund Buchs ein erstes Konzert statt, wozu von auswärts verschiedene Solisten beigezogen wurden. «Die ganze Veranstaltung fand bei der Buchser Bevölkerung guten Anklang und werden die Darbietungen speziell des Frauenchors lobend erwähnt», heisst es dazu in der Vereinschronik. Am 10. August 1930 trug der Frauenchor Buchs am Bezirkssängertag in Grabs das Lied «La Vilanella» vor. Dazu der Protokolleintrag:

«Der Vortrag selbst gelang uns überaus gut und standen wir in der 2. Kategorie im 1. Rang. Ob vielleicht die einheitlichen Tessinertrachten des Chores etwas mitgeholfen haben, an erste Stelle zu kommen, ist eine Frage, die nie genau abgeklärt werden konnte.»

Zum Jahresprogramm gehörten damals auch verschiedene Ausflüge und Reisen sowie Unterhaltungsabende.

Stricken statt Gesangsproben während dem Krieg

Am 30. April 1939 wurde erstmals ein Wohltätigkeitskonzert in der evangelischen Kirche zu Gunsten der Gemeindearbeitslosenkasse und der Tuberkulosefürsorge durchgeführt. Aber infolge Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in jenem Jahr wurden die Gesangsproben eingestellt. Dafür strickten die Frauen an jedem ersten Dienstag im Monat für die Soldaten.

Gold für den Frauenchor, «nur »Silber für Eisenbahnermännerchor und Sängerbund

Am 6. Juli 1958 kehrte der Frauenchor mit Goldlorbeer vom Kantonalen Sängerfest in Gossau zurück. Wie waren da die Frauenchörler doch stolz, denn Sängerbund und Eisenbahnermännerchor erreichten «nur» Silber! Nach kurzer Einstellung der Proben und einer Zusammenarbeit mit dem Frauenchor Grabs 1972 bis 1974 wachte der Chor aber wieder auf. Im Juni 1974 erfolgte die Teilnahme am Kantonalen Sängerfest in Buchs erstmals in einheitlichem Tenue.

Fahne begleitet den Verein seit 40 Jahren

Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Vereinsgeschichte ist am 17. November 1979 datiert. Der Frauenchor wurde nicht nur 60 Jahre alt, gleichzeitig erfolgte die Einweihung der neuen Fahne. An einer schlichten Feier wurde sie – mit dem Buchser Gemeindewappen und dem Violinschlüssel als Symbol – ihrer Bestimmung übergeben. Dieses Vereinsbanner begleitet den Frauenchor seither und wird weiterhin ein Zeichen von Zuversicht und auch Mut für den weiteren Weg in die Zukunft sein.

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