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Gericht hält Mordmerkmale für erwiesen - 16 Jahre Gefängnis

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland spricht einen arbeitslosen IV-Rentner aus dem Libanon schuldig. Der 36-jährige hatte versucht, den neuen Freund seiner Ex-Frau zu ermorden. Jetzt muss er 16 Jahre ins Gefängnis.
Reinhold Meier
Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland sah den Tatbestand des versuchten Mordes als erfüllt. (Bild: Patrick Gutenberg)

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland sah den Tatbestand des versuchten Mordes als erfüllt. (Bild: Patrick Gutenberg)

Das Gericht in Mels folgte grossmehrheitlich den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte dem Mann zahlreiche Rechtsverstösse in insgesamt rund 100 Einzelfällen vorgeworfen. Namentlich beim schwersten Vorwurf des versuchten Mordes sah die Kammer den Tatbestand als erfüllt. Danach hatte er das Zuhause seines Opfers im Raum Grabs aufgesucht und es mit einem Messer lebensgefährlich verletzt, dies, nach mehreren Drohungen und vorab verbotenen Annäherungsversuchen. Die Anklage schrieb das Überleben des Opfers allein glücklichen Zufällen zu. Aufgrund der Umstände, Vorgeschichte und Tatbegehung hatte die Anklage die einschlägigen Mordmerkmale erkannt und an Schranken entsprechend plädiert.

Hohes Strafmass für schwerwiegendes Verschulden

Dieser Argumentation ist das Gericht jetzt gefolgt und hat dafür 16 Jahre Haft verhängt. «Das hohe Strafmass resultiert aus dem schwerwiegenden Verschulden des Beschuldigten, aber auch aus der Vielzahl an begangenen Delikten», heisst es in der Urteilsbegründung. Zudem sprach das Gericht eine Busse von 1000 Franken aus, widerrief eine bedingte Vorstrafe und erkannte rund 10'000 Franken an Zivilforderungen von sieben Privatklägern an. Weitere rund drei Dutzend Zivilforderungen wurden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. Die Kosten des Verfahrens bleiben beim Verurteilten hängen, rund 85'000 Franken.

Auch einige Freisprüche gefällt

In Falle eines kleineren Drogendelikts hat das Gericht das Verfahren wegen Verjährung eingestellt. In vier weiteren Fällen wurde der Mann freigesprochen, jeweils einmal von Drohung, Nötigung, gewerbsmässigem Diebstahl und Missbrauch einer Datenanlage. In der Hauptsache jedoch erfolgten, nebst dem Mordversuch, Schuldsprüche in zahlreichen, oft mehrfach begangenen Fällen von Geldfälschung, In-Umlaufbringen von Falschgeld, versuchter Nötigung, Hausfriedensbruch, Urkundenfälschung, Tätlichkeiten, gewerbsmässigem Diebstahl, Drohung, Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen und Beamte. Hinzu kommt eine Brandstiftung und eine Reihe kleinerer Delikte wie etwa mehrfaches Schwarzfahren.

Weil alle Delikte verübt wurden, bevor die neue Gesetzgebung zur Landesverweisung in Kraft getreten ist, konnte das Gericht einen Landesverweis nicht prüfen. «Nichts desto trotz wird der Beschuldigte nach Verbüssung seiner Strafe die Schweiz mit grösster Wahrscheinlichkeit auf ausländerrechtlicher Grundlage verlassen müssen», heisst es aber.

Berufung angemeldet

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der amtliche Verteidiger hat bereits Berufung dagegen angemeldet, wie das Gericht mitteilt. Er hatte an Schranken in der Hauptsache auf eventualvorsätzliche schwere Körperverletzung plädiert, weil keine Mordmerkmale vorlägen. Dafür hatte er ein Strafmass von gut 33 Monaten beantragt. Weil sein Mandant seit dem Tatabend in Untersuchungshaft respektive im vorzeitigen Strafvollzug sitzt, wäre er so in drei Monaten freigekommen. Nun geht es vorab in die zweite Instanz beim St. Galler Kantonsgericht.

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