Gemüse auch in der Region Werdenberg mit Verspätung

Der Mai war nässer und kälter als üblich. Dies führte zu Verspätung bei Werdenberger Beeren und Gemüse. Die Spargelernte fiel geringer aus als in anderen Jahren.

Katharina Rutz
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 Die Erdbeeren sind dieses Jahr auch im Werdenberg zwei Wochen später reif geworden als in den Jahren davor. (Bild: Mareycke Frehner)

Die Erdbeeren sind dieses Jahr auch im Werdenberg zwei Wochen später reif geworden als in den Jahren davor. (Bild: Mareycke Frehner)

Nach 13 zu warmen Monaten in Folge war der Mai 2019 verbreitet 2 bis 3 Grad zu kalt, vor allem im Osten zu nass und beidseits der Alpen zu sonnenarm, dies schreibt Meteo News in einer Mitteilung.

Mai war einer der kühlsten Monate seit Messbeginn

Die Monate von April 2018 bis April 2019 waren mit Ausnahme des Januar 2019 stets zu warm. Der Januar lag ungefähr im klimatischen Mittel von 1981 bis 2010. Der Mai allerdings präsentierte sich deutlich zu kalt.

Die grösste negative Temperaturabweichung konnte laut Meteo News in Vaduz und St.Gallen mit 3,1 bzw. 3,0 Grad verzeichnet werden. In Vaduz reichte es gar für den drittkühlsten Mai seit Messbeginn.

Schnee und Frost im Tal

Am 5. Mai hat es nochmals bis ins Tal geschneit. In St.Gallen wurden 19 Zentimeter gemessen. Auch die Eisheiligen vom 11. bis 15.Mai machten ihrem Namen Ehre. Es kam zu Bodenfrost im Flachland.

Im Osten war der Mai ausserdem zu nass. Auf dem Säntis fiel mehr als doppelt so viel Niederschlag wie in einem durchschnittlichen Mai. Im Obertoggenburg kam es zu Überschwemmungen (der W&O berichtete).

Früher gepflanzt, später geerntet

Diese Wettervoraussetzungen sind nicht gerade das, was der Gemüsebauer sich für den Frühling wünscht. «Unsere Kulturen sind sieben bis zwölf Tage verspätet», sagt Andreas Giger, Gemüseproduzent aus Sevelen. Und dies obwohl verglichen mit letztem Jahr früher gepflanzt werden konnte.

Giger stellt fest:

«Letztes Jahr begannen wir erst am 5.März zu pflanzen, denn im Februar war es noch frostig kalt. Dieses Jahr konnten wir bereits am 20.Februar setzen. Doch aufgrund der insgesamt kühleren Temperaturen verlangsamte sich das Wachstum.»

Dies betrifft laut Andreas Giger alle Kulturen. Neben Spargeln baut Andreas Giger alle Arten von Gemüse an zum Beispiel Salate, Blumenkohl, Broccoli, Wirz, Lauch, Rettich, usw.

Spargeln litten unter trockenem Sommer 2018

Der Ertrag bei den Spargeln, die von April bis Juni in der Region Saison haben, sei insgesamt in Kilogramm geringer ausgefallen als letztes Jahr. «Einige Tage waren die Spargeln auch bei uns knapp im Hofladen», sagt Andreas Giger.

Letztes Jahr war aber ein ausgezeichnetes Spargeljahr. Dass die Pflanzen dieses Jahr etwas weniger Ertrag abliefern, sei deshalb nicht verwunderlich. «Zumal die Spargeln unter dem letzten trockenen Sommer ebenfalls gelitten haben», sagt Andreas Giger.

Erdbeeren zwei Wochen später

Die Erdbeeren aus der Region sind noch später dran. «Die Erdbeeren sind bei uns rund zwei Wochen später als 2018», sagt Mathias Tischhauser, der in Sevelen Beeren, Obst und Rindfleisch in Bioqualität produziert.

Letzte Woche begann bei ihm die Ernte und um das Pfingstwochenende erwartet er die Haupternte. Mit dem Beginn der Heidelbeerernte rechnet er um den 20.Juni. «Das ist normal», so Tischhauser.

Traubenkirsche so spät wie nie

Auch Beni Dürr von der Verdunova in Sennwald stellt jeweils in seinem Kulturbericht zusammen, wie die verschiedenen Gemüse sich entwickeln. «Zur immer gleichen Zeit vergleiche ich denselben Traubenkirschenbusch», sagt er. Bereits am 20.April fiel Beni Dürr deshalb auf, dass die Traubenkirsche später in der Entwicklung dran ist als all die Jahre zuvor.

Den Erntebeginn der Frühlingskulturen hat er bereits im April abgeschätzt. Blumenkohl und Broccoli ist später dran als im Vorjahr. Die Rhabarberernte kann wie geplant beginnen und der Romanesco voraussichtlich in den nächsten Tagen. Damit ist dieses Gemüse bei der Verdunova sogar früher dran als im Vorjahr.