Werdenberg Süd

Gemeinsam in die Zukunft: Die Feuerwehren von Buchs, Sevelen und Wartau bilden seit Anfang Jahr einen Zweckverband

Feuerwehr Werdenberg Süd heisst die fusionierte Feuerwehr der Stadt und der beiden Gemeinden. Wir werfen einen kurzen Blick in die Geschichte der lokalen Feuerwehren und präsentieren die neuen Verantwortlichen.

Hansruedi Rohrer
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FWWS-Kommandant Marcel Senn zeigt das Logo des neuen Feuerwehr-Zweckverbandes.

FWWS-Kommandant Marcel Senn zeigt das Logo des neuen Feuerwehr-Zweckverbandes.

Bild: Hansruedi Rohrer

Auch die Feuerwehren sind im Wandel. Bereits im Jahr 1811 schrieb im noch jungen Kanton St.Gallen die «Feuer- und Löschordnung» vor, dass in allen Dörfern sämtliche männliche Einwohner von 16 bis 60 Jahren als «feuerwehrdienstpflichtig» auf einen Rodel einzutragen waren. Und im Jahr 1823 entstand eine Art Windwache – der Föhn konnte schon damals richtig wüten.

Blick in die Geschichten vor der Fusion

Auch wurden in den Dörfern Feuerwehrspritzen angeschafft. In der Gemeinde Wartau hatte bis 1995 jedes einzelne Dorf einen eigenständigen Löschzug mit einem Mannschaftsbestand von bis zu 80 Personen. 1988 wurde das erste Tanklöschfahrzeug beschafft, welches im Feuerwehrdepot in Oberschan untergebracht war. Im Ereignisfall half der Oberschaner Löschzug den andern mit dem Fahrzeug aus, der Umgang damit blieb aber vor allem den Oberschanern vorbehalten.

Die restlichen Löschzüge der Gemeinde verfügten lediglich über ein Zugfahrzeug, eine Motorspritze und einige Leitern. Erst nach dem Bau des neuen gemeinsamen Feuerwehrdepots in Trübbach 1995 wurden die Dorffeuerwehren zu einer gemeinsamen Gemeindefeuerwehr zusammengelegt und die hohen Personalbestände verringert.

Eine Motorspritze für Sevelen

In der Gemeinde Sevelen erfolgte im Jahr 1929 die Beschaffung einer Motorspritze Grösse 2 für 4850 Franken. Die Feuerwehr Sevelen wies zu jener Zeit einen Mannschaftsbestand von 270 Personen auf.

Buchs erhielt 1858 eine gute Feuerwehrspritze vom Fabrikant Schenk in Bern. Sie entsprach allen Anforderungen und kostete 3338 Franken. In Buchs erfolgte 1883 die Gründung des Turner-Rettungscorps. Das war fortan für lange Zeit die Buchser Gemeindefeuerwehr. Diese reformierte sich aber ständig und erreichte mit steten Neuanschaffungen eine den Zeiten angepasste Schlagkraft; das Dorf wuchs ja ebenso. 1970 wurde das Tanklöschfahrzeug Metz (die «Olga») den Buchsern übergeben, 1975 folgte eine Autodrehleiter.

Auch den drei Feuerwehrkorps Buchs, Sevelen und Wartau stand in den laufenden Jahrzehnten eine stete Entwicklung mit dem Ausbau in verschiedenen Gebieten bevor, dazu kamen immer wieder Weiterbildungen der Mannschaft.

Mit der Neuausrichtung des Feuerwehrwesens in den genannten Ortschaften beschreiten die drei Ortsfeuerwehren nun einen neuen, gemeinsamen Weg. Nach einem deutlichen Abstimmungs-Ja der Bevölkerung im letzten Jahr haben sie zum Zweckverband Feuerwehr Werdenberg Süd (FWWS) fusioniert.

Geplant ist ein gemeinsames Depot in Rans

Im altherbrachten Sinn existieren diese drei bisher autonomen Feuerwehren nicht mehr, sondern sind jetzt unter einem Hut zusammengeschlossen. Die drei Feuerwehrdepots Wartau, Sevelen und Buchs sind zurzeit noch in Betrieb. Geplant ist aber ein gemeinsames Depot in Rans.

Kommandant der neuen Feuerwehr Werdenberg Süd ist Marcel Senn, der bisherige Kommandant der Feuerwehr Buchs. Er führt das operative Geschäft. Strategisch wird der FWWS-Zweckverband von einem Verwaltungsrat geführt. Der Buchser Stadtpräsident Daniel Gut steht diesem Verband als Präsident vor.

Drei Kompanien mit eigenen Kommandanten

Die Angehörigen der Feuerwehr sind in den drei Ortschaften als je eine Kompanie mit eigenen Kommandanten aufgestellt. So ist Simon Stauffacher Kompanie-Kommandant Süd (Wartau), Christian Hagmann Kommandant Mitte (Sevelen) und Mathias Tobler Kommandant Nord (Buchs).

Alle drei nehmen zusätzlich die Funktion als Vizekommandant der neuen FWWS wahr. Ausbildungschef ist Christoph Rhyner. Der Anstoss zur Fusion kam 2017 von den drei bisherigen Feuerwehrkommandanten aus den Gemeinden Wartau, Sevelen und der Stadt Buchs. Es benötigte in der Folge eine umfassende Strukturprüfung und einen mehrstufigen Prozess, ebenso eine intensive Analyse und eine Abwägung von Vor- und Nachteilen. Im nun erfolgten Zusammenschluss kann die FWWS gewisse Abläufe vereinfachen und Synergien nutzen sowie die Herausforderungen besser bewältigen.

Zukunftsgerichtet kann betont werden, dass die Miliz-Organisation damit auch eine weitere Professionalisierung erfährt. «Gemeinsam ist man stärker», gilt hier ganz bestimmt.