Gemeinde Gams erreicht historisches Steuertief

Die Rechnung 2018 ist über Budget, die Schulden sind abgebaut und die Steuern werden auf 129 Prozent gesenkt. Finanziell steht die Gemeinde Gams so gut wie noch nie da.

Alexandra Gächter
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Der Gemeinde Gams geht es finanziell sehr gut. (Bild: PD)

Der Gemeinde Gams geht es finanziell sehr gut. (Bild: PD)

Das Ergebnis der Rechnung 2018 hat die Erwartungen der Politischen Gemeinde Gams bei weitem übertroffen. Dies verkündete Gemeindepräsident Fredy Schöb anlässlich der Bürgerversammlung am Donnerstag. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von knapp einer halben Million Franken, die Rechnung schloss aber mit einem Ertragsüberschuss von gut 1,3 Mio. Franken und wurde von der Versammlung diskussionslos genehmigt.

«Bei der Handänderungssteuer ist die Post abgegangen. Noch nie hatten wir so hohe Einnahmen», sagte Schöb. Der enorme Liegenschaftshandel bescherte der Gemeinde über 470 000 Franken. Hinzu kommen fast 70 Prozent Mehreinnahmen bei den Nachsteuern aus den Vorjahren. Insgesamt erhielt Gams über eine Million mehr Steuereinnahmen.

Gams ist faktisch schuldenfrei

Seit Jahren kann die Gemeinde ihre Schuldenlast abbauen. Dies dank Buchgewinnen aus Landverkäufen und positiver Jahresabschlüsse. Gams ist nun faktisch schuldenfrei. Dennoch könne es vorkommen, dass sie kurzfristige Kredite bei der Bank aufnehmen müsse, um liquid zu sein, so Schöb.

Die Gemeindeinfrastruktur sei soweit intakt, dass in absehbarer Zukunft keine sehr grossen Investitionen anstehen. Natürlich muss Gams den Unterhalt an den vorhandenen Gebäuden und Anlagen pflichtbewusst beibehalten. Die momentane finanzielle Situation sowie die Investitionsplanung und der Finanzplan über die nächsten fünf Jahre hat den Gemeinderat dazu veranlasst, an der Bürgerversammlung eine Steuerfussreduktion um zehn Prozent auf 129 Prozent zu beantragen. «Auch mit dem tieferen Steuerfuss ist es ausgewiesen, dass die Gemeinde ihre Aufgaben nicht nur dieses Jahr, sondern auch mittelfristig erfüllen und finanzieren kann», so Schöb. Der Antrag wurde diskussionslos und einstimmig angenommen. Somit befindet sich der Gamser Steuerfuss auf einem historischen Tiefpunkt, wie Schöb sagte.
Der Steuerplan 2019 rechnet mit einem Ertrag von gut 9,8 Mio. Franken. Das Budget 2019 sieht vor, dass die Gemeinde Gams Erträge von fast 20 Millionen Franken erzielt, wobei die Aufwände mit 350 000 Franken höher budgetiert sind. Bei den Nettoinvestitionen wurden 4,7 Mio. Franken budgetiert. Die finanziell grössten Posten sind die zahlreichen Strassensanierungen. Ausserdem sollen die Duschen und Garderoben des Fussballclubs im Clubhaus Pilgerbrunnen saniert und erweitert werden. Ebenfalls wird ein Teil der Besucherterrasse überdacht und eine Zufahrtsrampe für den behindertengerechten Aufgang sowie für Material An- und Ablieferungen realisiert. Die Projektkosten sind auf 370 000 Franken beziffert. Der Gemeinderat hat sich bereit erklärt, 185 000 Franken an das Projekt beizusteuern – 100 000 Franken als Investitionsbeitrag und 85 000 Franken als zinsloses Darlehen. Dieses wird in 15 Jahren zurückbezahlt.

Auch Möösli «steht finanziell gut da»

Nicht nur die Gemeinde, auch «das Alterswohnheim Möösli steht finanziell auf gesunden Beinen», so Schöb. Das ist ein grosser Vorteil, denn der Altbau des Alterswohnheims ist energetisch in einem schlechten Zustand und die Nachfrage an weiteren Pflegeplätzen ist vorhanden. Als Lösung schlagen der Gemeinderat und die Heimkommission eine Sanierung und Erweiterung des Altbaus vor. Diese wird voraussichtlich gut 2,5 Mio. Franken kosten. Die Kosten übersteigen die Abstimmungskompetenz der Bürgerversammlung, weswegen das Projekt am 19. Mai an die Urne kommt. Dank Rücklagen und dem Spendenfonds muss Gams «nur» mit einer Nettoinvestition von 900 000 Franken rechnen, welche eine jährliche Belastung von 35 000 Franken generiert.

IT-Bildungsoffensive wird in Angriff genommen

Die Kontogruppe Bildung schloss um gut 174 000 Franken oder 2,56 Prozent besser ab als budgetiert. Fast alle Unterkonten erzielten ein besseres Ergebnis. Verschiedene Ursachen und eine gute Ausgabendisziplin und -kontrolle führten zu diesem Resultat.  
Im laufenden Jahre ist die Sanierung und Erweiterung der WC-Anlagen im Schulhaus Widem vorgesehen. Aufgrund der bestehenden Konstruktion wird der Eingriff recht gross sein. Budgetiert sind dafür 450 000 Franken. Schulratspräsident Matthias Wettstein informierte an der Bürgerversammlung zudem über die steigenden Schülerzahlen, die Erfolge der Sportschule und die vielen langjährigen Mitarbeiter, welche ein Jubiläum feiern.

Weg zu interaktiven Lernmedien ist frei

Der IT-Bildungsoffensive wird in diesem Jahr in Angriff genommen. Alle Schulhäuser erhalten ein drahtloses Internet-Netzwerk. In der Oberstufe wird jeder Schüler ein Tablet erhalten, der Computerraum wird erneuert und die Rechner der Lehrpersonen ersetzt. Die Mittelstufe ist für das Pilotprojekt «Lernlupe» des Kantons St. Gallen ausgewählt worden. Trotz dieser Massnahmen sind die IT-Kosten in Gams viel tiefer als der kantonale Durchschnitt.