Gemächlicher Start der regionalen Turnvereine in die Saison ohne Wettkämpfe

Sportkleidung und viel Freude wurden in dieser Woche eingepackt. Für viele Turnvereine ging es zum ersten Mal zurück in die Turnhalle.

Ursina Marti
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Bei den Leichtathleten des STV Grabs heisst es, Krafttraining in der Halle und Lauftraining draussen auf der Bahn.

Bei den Leichtathleten des STV Grabs heisst es, Krafttraining in der Halle und Lauftraining draussen auf der Bahn.

Bild: Ursina Marti

Die Turner sind traurig, obwohl es wieder losgeht. Denn kein Wettkampf steht an. Dies bedauert auch die Buchser Turnerin Laura Jost: «Ich stehe unter der Woche dreimal in der Halle – auf einmal musste ich zu Hause bleiben. Man sah sich nicht mehr und der Sport fehlte auch. Als es dann hiess, dass alle Wettkämpfe abgesagt sind, war das für mich sehr schlimm. Denn die Wettkampfsaison ist ‹Die Zeit› im Jahr und darauf trainieren wir jeweils fleissig.»

Auch Mitturnerin Amanda Riesen konnte es nicht glauben, keine Choreografie mehr zu üben, die Vereinsfreunde nicht sehen. Selbstdisziplin zum fit halten war angesagt: «Ich konnte mich nicht so fest für Sport zu Hause motivieren. Doch der Lockdown hatte auch etwas Positives, man merkte mal, wie viel Zeit man für sich selbst hatte.»

Dass sie nun wieder zurück in der Turnhalle sind und trainieren können, freut die beiden Buchserinnen, doch lachend gibt Jost zu: «Wir haben Respekt nach der langen Pause und sind ein bisschen vorsichtiger. Es gibt bestimmt Muskelkater in der ersten Zeit.»

Bis zu den Sommerferien nach Lust und Laune trainieren

Das Wettkampfprogramm der Gymnastik Kleinfeldgruppe ist auf Eis gelegt und die Choreografie werde momentan auch nicht fertiggestellt. «Der Anreiz, das Programm fertig zu schreiben, ist nicht da, wir wollen einfach, dass das Team wieder gemeinsam trainieren kann und Spass hat», erzählt Trainerin Simone Cohen. Als es hiess, dass mit der Fünf-Personen-Regel trainiert werden könne, war für die Buchserinnen klar: dieser Aufwand lohne sich nicht. Nachdem der letzte Entscheid folgte und auch die Regeln in der Turnhalle lockerer wurden, entschieden auch die Buchser, wieder zurück in die Halle zu kehren.

Die Wettkampf-Choreografie wurde fürs Erste auf Eis gelegt. Die Gymnastik-Kleinfeld-Turnerinnen des TV Buchs wollen vornehmlich gemeinsam in der Halle stehen und Spass haben.

Die Wettkampf-Choreografie wurde fürs Erste auf Eis gelegt. Die Gymnastik-Kleinfeld-Turnerinnen des TV Buchs wollen vornehmlich gemeinsam in der Halle stehen und Spass haben.

Bild: Ursina Marti

«Jede Disziplin trainiert auf was sie Lust hat bis zu den Sommerferien und danach können wir hoffentlich für die Turnerunterhaltung üben. Wettkämpfe stehen keine an, so haben wir wenigstens ein Ziel, dass wir anpeilen können», sagt Cohen weiter. Damit aber trotzdem noch nicht alles vergessen wird und enger Kontakt unter den Turnern gemieden wird, beenden die Geräteturner bereits um 19.50 Uhr ihr Training, die Aktiven starten dann um 20.10 Uhr. So könne ein zu grosser Andrang vermieden werden.

Dreifach-Turnhalle bot viel Platz für die ersten Einheiten

Der STV Grabs nahm den Turnbetrieb schon früher auf, damals galt aber noch die Fünf-Personen-Regel. Da die Turner die ganze Dreifach-Turnhalle zur Verfügung hatten, konnten sie mit genügend Abstand gemeinsam trainieren. Schaukelringe hingen wieder von der Hallendecke herunter, in der Mitte wurde Federball gespielt und in der dritten Halle war Krafttraining angesagt. «Somit waren jeweils alle in ihrer eingeteilten Vierer-Gruppe unterwegs, dennoch konnten wir miteinander sprechen», erklärt Trainer Fabian Meier. Nun können auch die Grabser wieder gemeinsam normaler trainieren.

Das Schaukelring-Team des STV Grabs nutzt die wettkampffreie Zeit, um neue Elemente zu üben. Nächstes Jahr soll ein neues Schaukelringprogramm eingeübt werden.

Das Schaukelring-Team des STV Grabs nutzt die wettkampffreie Zeit, um neue Elemente zu üben. Nächstes Jahr soll ein neues Schaukelringprogramm eingeübt werden.

Bild: Ursina Marti

Charlotte Zogg hing nach langem wieder an den Schaukelringen und hatte auch ein bisschen Respekt: «Jetzt können wir endlich wieder gemeinsam an die Geräte und trainieren, doch am Anfang war es auch ein Krampf, weil man lange nicht mehr mit den Schaukelringen trainiert hat.»

Erst der Schock, dann ging es ab in die Küche

Dass Trainings sowie die komplette Wettkampfsaison ins Wasser fallen, damit hatten die Turner zu kämpfen. Der junge Grabser Turner Quintus Zogg konnte es nicht fassen: «Zuerst war es ein Schock. Denn ich fragte mich: Was mache ich jetzt? Ich stehe jede Woche fast jeden Tag in der Halle und auf einmal war nichts mehr.» Auch er schaute dafür, dass er sich zu Hause fit halten konnte und ging raus in die Natur. Für seine Familie hatte der Lockdown wohl etwas Positives, denn Zogg stand für einmal in der Küche anstatt in der Turnhalle: «Ich habe angefangen zu köcheln und backen, einmal gab’s dann auch einen Schokoladenkuchen.»

Trainer Meier ist froh, dass langsam Normalität einkehrt. Da keine Wettkämpfe anstehen, wird die Zeit genutzt, um neue Teile an den Schaukelringen zu üben und andere Elemente zu präzisieren. «So viel Zeit wie jetzt hatten wir noch nie. Normalerweise wären wir jetzt mitten in der Wettkampfsaison. Jetzt können wir die Zeit sinnvoll nutzen und dann wird es auch ein neues Schaukelringprogramm geben.» Obwohl für die Grabser das Jahr 2020 eher ziellos ist, werden sie alles geben, um nächstes Jahr mit Vollgas anzutreten.

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