Das Geheimnis der Grossfestung Magletsch in Oberschan

Am Freitag fand die feierliche Buchvernissage über ein lokales, unterirdisches Militärbauwerk aus der Kriegszeit statt.

Hansruedi Rohrer
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Autor und AFOM-Gründer Hans Eggenberger hatte an der Vernissage viel Arbeit in Sachen Buchsignierung zu leisten. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Autor und AFOM-Gründer Hans Eggenberger hatte an der Vernissage viel Arbeit in Sachen Buchsignierung zu leisten. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Überraschend viele Interessierte besuchten am Freitagabend die Vernissage zum Buch «Portrait einer Grossfestung» von Hans Eggenberger, pensionierter Physiklehrers der Kantonsschule Sargans, im Saal des Restaurants Hirschen. Das freute den Buchautor als Gründer des im Jahre 1999 ins Leben gerufenen Vereins Artillerie-Fort Magletsch (AFOM). Unter seinem Präsidium wurde die alte Kriegsfestung nämlich nach und nach zu einem grossen und lebendigen Museum umgewandelt.

Heute werden vom Verein immer wieder Führungen angeboten. Diese bieten besten Anschauungsunterricht zur Schweizer Verteidigungsgeschichte im Zweiten Weltkrieg. Er sei komplett überrascht, dass so viele Leute zur Vernissage gekommen seien, freute sich Hans Eggenberger. «Offenbar ist hier ein Thema aufgegriffen worden, welches interessiert.» In seinen Begrüssungsworten hiess er auch zahlreiche Freunde aus der Anfangszeit des AFOM willkommen sowie die drei weiteren Personen des an der Realisierung des Buches beteiligten Arbeitsteams: Hansueli Senn, Fotografie; Valentin Vincenz, Lektorat und Beratung; Theo Hobi, Layout. Die Buchvernissage wurde vom Jodelclub Alvier mit einigen heimatlichen Vorträgen umrahmt.

Dank zahlreichen Sponsoren und der immensen Arbeit des Autorenteams konnte dieses in der Schweiz bisher einmalige Porträt einer Grossfestung aus der Kriegszeit mit dem eingebauten AFOM-Museum in Buchform verwirklicht werden.

Das grossformatige Buch zählt 256 Seiten und ist mit rund 300 Fotos, historischen Bildern und Skizzen aller Anlagen illustriert. Noch vor 50 Jahren wäre das unmöglich gewesen, denn das Innenleben der Festungen war geheim. «Wer nicht schweigen kann, schadet der Heimat» ist auf einer Tafel aus früheren Schweizer Militärzeiten im Museum zu lesen.

Besuch des Museums soll sich weiterhin lohnen

Valentin Vincenz, Autor Hans Eggenberger und Hansueli Senn (von links) stellen an der Vernissage das neue Buch vor. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Valentin Vincenz, Autor Hans Eggenberger und Hansueli Senn (von links) stellen an der Vernissage das neue Buch vor. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Das vorgestellte neue Buch «Das Portrait einer Grossfestung» ist nicht textlastig, sondern illustriert vor allem mit vielen Bildern das weitverzweigte Innenleben der militärischen Anlage Magletsch. Trotzdem ergänzen interessante Texte das Buch. Es sollte ja nicht alles bis ins Detail beschrieben werden, erklärte Hans Eggenberger, denn ein Besuch im Festungsmuseum müsse sich ja auch noch lohnen. Das Buch gibt aber Aufschluss über das Innenleben einer Grosskampffestung. Vor allem aber wird dabei deutlich, was unsere Vorfahren in schwieriger Zeit schweizweit realisiert haben. Da wurde alles bis ins Detail geplant und gebaut, und das Überleben stand an erster Stelle. Auch bei der Anlage Magletsch, die eine Stollenlänge von vier Kilometern aufweist und für 381 Mann Besatzung ausgelegt war.