Gegner in allen Belangen besser - Rangers verlieren mit 2:6

Der UHC Rangers Grabs-Werdenberg musste sich am Samstagabend erstmals in dieser Saison geschlagen geben. Vor heimischem Publikum setzte es eine 2:6-Niederlage gegen Winterthur United ab.

Robert Kucera
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Einer gegen alle: Andreas Tischhauser scheitert mit seiner Einzelaktion am Winterthurer Abwehrverbund. (Bild: Robert Kucera)

Einer gegen alle: Andreas Tischhauser scheitert mit seiner Einzelaktion am Winterthurer Abwehrverbund. (Bild: Robert Kucera)

Die Rangers kamen im ersten Heimspiel der Saison nicht auf Touren. Mit starker Abwehrarbeit und einigen Big Saves von Torhüter Walter Willi wurden die offensiven Unzulänglichkeiten lange Zeit kaschiert. Der Gast aus Winterthur zeigte sich im Angriffsverhalten präsenter aber auch ideenreicher. Die Grabser versuchten den gegnerischen Abwehrriegel, meist mit Einzelvorstössen und Distanzschüssen zu knacken.

Die Offensivaktionen von Grabs-Werdenberg waren jeweils kurz – aber heftig. «Wir haben etwa 20 Mal aufs Tor geschossen», sagt Captain Hans Sturzenegger. Doch die Ausbeute war letztlich zu gering, um einen Punkt zu ergattern. «Das lag auch am guten gegnerischen Goalie.» Die United-Spieler suchten dagegen das Passspiel und waren so über längere Zeit vor dem Grabser Tor präsent, rissen mit immer neuen Spielsituationen Löcher in die Rangers-Abwehr, die sie dann auch zu nutzen wussten.

Entscheidende Zwei-Minuten-Strafen

Doch allein deswegen wurde die Rangers-Niederlage nicht Tatsache. Den Unterschied nach 40 Minuten machte die Disziplin, was Sturzenegger besonders ärgert. «Nur die erste Strafe dürfen wir nehmen – die beiden anderen sind verboten.» Just bei diesen Ausschlüssen erzielte Winterthur das 0:1 (19.) und 1:3 (37.). Beide Male traf Lukas Ulrich, der in der 26. Minute zusätzlich einen raschen Vorstoss zum 0:2 abschloss.

Sturzenegger traf aber nur eine Minute später zum 1:2, die Rangers schöpften neuen Mut. «Im Ballspiel agierte Winterthur technisch sauberer als wir und sie waren auch ein bisschen spritziger. Doch im Mitteldrittel haben sie nachgelassen», bedauert der Captain, dass man diese Chance nicht genutzt hat. Zehn Minuten lang schöpfte man Hoffnung auf neuerlichen Punktezuwachs. Doch eine Strafe später war die Herrlichkeit vorbei. Und was Sturzenegger noch mehr ärgerte, war das 1:4 kurz vor der Pause: «Wir schenken ihnen das Tor nach einem Fehler von mir.»

«Am liebsten 10 der 14 Spieler ausgewechselt»

Im Schlussdrittel war Grabs bemüht, Unihockey als Mannschaft zu spielen. Doch Winterthur tat dies um eine Spur besser und vor dem Tor mit der nötigen Kaltschnäuzigkeit. Die Entscheidung fiel in der 48. Minute mit dem 1:5, das Tor zum 1:6 (59.) war nur noch Zugabe. Immerhin gelang Sturzenegger in der Schlussminute noch das zweite Rangers-Tor.

«Ein klarer und verdienter Sieg für United», äussert sich der zweifache Torschütze nach der Partie. «Winterthur hat sehr sauberes Unihockey gespielt, agierte souverän und abgeklärt. Kein Spieler tanzte aus der Reihe und zeigte Schwächen», zeigt er sich beeindruckt. Sein Team kann er allerdings nicht loben. Mit der Einstellung war er überhaupt nicht zufrieden. «Wir waren nicht bereit. Der Trainer hätte am liebsten 10 der 14 Spieler ausgewechselt. Uns gelang ausserdem der übliche Steigerungslauf innerhalb einer Partie nicht.» Doch er sieht auch Positives in der 2:6-Niederlage gegen Winterthur United: «Wir haben Lehrgeld bezahlt. Es tut gut, zwischendurch eins auf die Mütze zu kriegen.»