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Geburtshilfe steht im Landesspital in Vaduz wieder im Fokus

Eine Geburtshilfe-Abteilung ist für ein Spital kosten- und personalintensiv. Das Liechtensteinische Landesspital möchte gerne wieder eine Geburtenstation führen. Was hätte das für Folgen für das Spital Grabs?
Thomas Schwizer
Der hohe Qualitätsanspruch und die Verfügbarkeit der qualifizierten Fachleute rund um die Uhr machen eine Geburtshilfe-Abteilung in einem Spital kostenintensiv. (Bild: Ralph Ribi)

Der hohe Qualitätsanspruch und die Verfügbarkeit der qualifizierten Fachleute rund um die Uhr machen eine Geburtshilfe-Abteilung in einem Spital kostenintensiv. (Bild: Ralph Ribi)

Das Liechtensteinische Landesspital (LLS) möchte in Vaduz wieder eine Geburtshilfe anbieten, um «den Herzenswunsch von vielen Menschen in Liechtenstein» zu erfüllen, ihr Kind im eigenen Land auf die Welt zu bringen. Das sagt LLS-Spitaldirektorin Sandra Copeland in einem Interview mit dem Liechtensteiner Vaterland.

Stiftungsratspräsident Michael Ritter hält im gleichen Interview fest: «Wenn die Politik die Geburtshilfe am Landesspital wieder will und uns die Mittel dafür zur Verfügung stellt, sind wir gerne bereit, diese sicherzustellen.» Sandra Copeland stellt klar, dass durch eine eigene Geburtshilfe die Kosten steigen würden. Seit April 2014 bietet das LLS diese Leistung nicht mehr an. Zuvor wurden in Vaduz rund 200 Geburten im Jahr verzeichnet.

Eine hochemotionale Angelegenheit

Wieviele Geburten braucht es in einem Spital pro Jahr, damit eine Geburtshilfe/Geburtenabteilung sich betriebswirtschaftlich «lohnt» und qualitativ die Ansprüche erfüllt? «Die Beurteilung, ob sich eine geburtshilfliche Abteilung für ein Spital ‹lohnt› oder nicht, kann nicht aus betriebs-wirtschaftlicher Sicht alleine beurteilt werden», antwortet Seraina Schmid, Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (RWS). Auch Experten seien nicht einig, ob dies bei 500 oder erst bei 1000 Geburten der Fall sei.

Das Betreiben einer Geburtshilfe sei vielmehr immer auch eine hochemotionale Angelegenheit, insbesondere für die betroffene Bevölkerung einer Region. Diese Tatsache müsse in der Entscheidung, ob eine geburtshilfliche Abteilung betrieben wird oder nicht, sicherlich berücksichtigt werden, stellt Schmid fest.

Hoher Qualitätsanspruch

Entscheidend sei aber der berechtigte hohe Qualitätsanspruch an die klinische Geburtshilfe, die ausgesprochen personalintensiv ist. Rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr müssen dafür ein erfahrener Facharzt oder eine Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, ein Facharzt für Anästhesie und eine Hebamme vor Ort im Spital anwesend sein.

Schmid betont: «In einer Notfallsituation für Mutter und Kind zählt jede Minute. Es wird zurecht gefordert, dass ein geburtshilfliches Team inert 15 Minuten nach dem Auftreten ernster Gefahr für Mutter oder Kind die Entbindung sicherstellen kann.» Gerade in Notfallsituationen spiele die Erfahrung und Routine des geburtshilflichen Teams eine grosse Rolle, sagt die Chefärztin. Aus diesem Grund sollten «entweder regelmässig entsprechende Fallzahlen erreicht werden oder es muss eine sehr grosse Erfahrung, insbesondere von den Geburtshelfern, mitgebracht werden».

Spital Grabs ist beliebt bei Liechtensteiner Müttern

Das Spital Grabs verzeichnete im Jahr 2017 mit 862 Geburten einen neuen Rekord, 212 davon betrafen Mütter, die im Fürstentum Liechtenstein wohnen. Bis Ende November 2018 stellt Liechtenstein erneut 212 von bisher 815 Geburten, teilt Seraina Schmid auf Anfrage mit. Schon als es am LLS noch eine Geburtshilfe gab, brachten rund 120 Mütter aus dem Fürstentum ihr Kind im Spital Grabs auf die Welt.

Wenn in Vaduz wieder eine eigene Geburtshilfe eröffnet wird, bliebe die Zahl der Geburten im Spital Grabs also wohl weiterhin nahe bei 800 pro Jahr. Im laufenden Neubau in Grabs wird es vier Gebärsäle geben – für 1200 bis 1400 Geburten pro Jahr. Damit sind die nötigen Kapazitäten für die kommenden Jahre vorhanden, auch wenn sich Veränderungen in der regionalen Spitallandschaft ergeben sollten.

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