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Gebiet Gasenzen als Pionier-Quartier in Gams

Im Gebiet Gasenzen soll als erstes Tempo 30 gelten. Die Tempo-Reduzierung kam an der Infoveranstaltung bei den Anwesenden gut an, die dafür vorgeschlagenen Massnahmen hingegen nicht so.
Alexandra Gächter
Im Gebiet Gasenzen soll nächstes Jahr Tempo 30 gelten. (Bild: PD)

Im Gebiet Gasenzen soll nächstes Jahr Tempo 30 gelten. (Bild: PD)

Eigentlich dürfen sich die Gamser glücklich schätzen. Im Quartier Gasenzen wird in der Regel weder zu schnell gefahren, noch gab es in den vergangenen Jahren einen schweren Unfall. Dennoch hat der Gamser Gemeinderat das Quartier Gasenzen ausgewählt, um dort als erstes Tempo 30 einzuführen. Der Massnahmenplan des Fuss- und Veloverkehrskonzeptes – gestützt auf Forderungen der Bevölkerung – sieht vor, in allen Gamser Quartieren Tempo 30 einzuführen.

An der Infoveranstaltung vom Mittwochabend erläuterten Gemeindepräsident Fredy Schöb und Klaus Zweibrücken, Dozent für Verkehrsplanung an der Hochschule Rapperswil, wieso das Gebiet Gasenzen zum Pionier-Quartier auserkoren wurde. «Obwohl es keine Unfälle gab, ist das Risikopotenzial hier gross. Es gibt viele schmale und unübersichtliche Abschnitte. Ausserdem verträgt sich Tempo 50 mit dem Mischverkehr schlecht», so Zweibrücken.

Tempo 30 als Unfall-Prävention

Weiter argumentierten Zweibrücken und Schöb, dass Tempo 30 zu weniger Lärm und weniger Umweltbelastung führt und die Wahrnehmung sowie Aufnahmefähigkeit der Lenker erhöht. Durch den kürzeren Anhalteweg sinke zudem das Risiko für Fussgänger, nach einer Autokollision zu sterben, signifikant. «Es soll auch weiterhin keine Unfälle geben – und wenn, dann sollen sie glimpflich ablaufen. Die Tempo-30-Regelung erachten wir deshalb als Unfall-Prävention», so Schöb.

Die Umsetzung der Tempo-30-Regelung kostet je nach Gestaltungsaufwand zwischen 50 000 und 80 000 Franken. Neben den Tafeln und Strassenmarkierungen ist vorgesehen, Verkehrsinseln und Bäume zu platzieren. Die Verkehrsinseln dienen der Verschmälerung der Strasse, die Bäume sollen den Beginn der 30-Zone markieren. «Wenigstens kann man gänzlich auf lästige Bodenschwellen verzichten», so Zweibrücken.

Die anschliessende Diskussion wurde von den Anwesenden rege genutzt. «Wieso Tempo 30, wenn praktisch alle jetzt schon langsam fahren?», wollte jemand wissen. Zweibrücken sagte, es gehe darum, dass bei einem Unfall mit 50 km/h niemand mehr sagen kann, diese Geschwindigkeit sei ja erlaubt gewesen. Ausserdem zeigten Studien, dass Lenker bei einer Tempo-30-Regelung weniger als 30 km/h fahren, was die Sicherheit zusätzlich erhöht.

Verkehrsinseln und Bäume kritisiert

Während die Geschwindigkeit von 30 km/h bei den meisten anderen Anwesenden kein Kritikpunkt war, äusserten mehrere ihre Unzufriedenheit über die geplanten Massnahmen der Tempo-30-Regelung.

Das Geld für die Verkehrsinseln, welche die Strassen verschmälern, und die Bäume, welche den Beginn der Tempo-30-Zone markieren, könne man sich sparen. «Die Strassen im Gebiet Gasenzen seien auch ohne diese Verkehrsinseln schon schmal genug», lautete die eine Wortmeldung, und «wer die Tafeln und Markierungen am Boden nicht sieht, wird auch die Bäume nicht wahrnehmen», die andere Wortmeldung.

Ohne bauliche Massnahmen gibt's kein Tempo 30

Die anschliessende Umfrage von Fredy Schöb bestätigte den Tenor: Die Mehrheit der Anwesenden war für die Einführung der Tempo-30-Regelung – jedoch möglichst ohne die baulichen Massnahmen. Verkehrsplaner Klaus Zweibrücken erklärte darauf, dass die Kantonspolizei St. Gallen ohne diese Massnahmen die Bewilligung für Tempo 30 erfahrungsgemäss nicht erteilt.

Das weitere Vorgehen beschrieb Schöb wie folgt: Die Wünsche der Bevölkerung werde der Gemeinderat so weit wie möglich einbeziehen. Anfang 2019 erfolgt die 30-tägige Planauflage. Möglich ist, dass die Tempo-30-Regelung noch im Jahr 2019 umgesetzt wird.

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