Gartenabfälle, darunter auch Neophyten, wurden im Seveler Wald entsorgt

Die Ortsgemeinde Sevelen erstattet Anzeige, denn solche illegalen Ablagerungen gibt es im Frühling immer wieder.

Heini Schwendener
Merken
Drucken
Teilen
Im Wald der Ortsgemeinde Sevelen, im Raum Rösli/Schlutta, hat jemand Gartenabfälle entsorgt, darunter vor allem Zweige von Kirschlorbeerstauden.

Im Wald der Ortsgemeinde Sevelen, im Raum Rösli/Schlutta, hat jemand Gartenabfälle entsorgt, darunter vor allem Zweige von Kirschlorbeerstauden.

Bild: PD

Dieser Tage erhielt Peter Engler, Präsident der Ortsgemeinde Sevelen, einen unerfreulichen Anruf. Jemand machte ihn darauf aufmerksam, dass im Raum Rösli/Schlutta Gartenabfälle, die unter anderem entstehen, wenn man Sträucher zurückschneidet, im grösseren Stil entsorgt worden seien.

Grünabfuhr und Direktanlieferung

Es ist völlig unverständlich, dass jemand in unserer Region Abfälle aus seinem Garten im Wald entsorgt, denn die Grünabfuhr findet fast überall wöchentlich statt. Dafür braucht es bekanntlich weder Gebührensäcke noch Gebührenmarken. Wer einmal eine grössere Menge hat, die im Grüncontainer keinen Platz findet und deren Bündelung zu aufwendig ist, kann seine Gartenabfälle selber bei der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Buchs vorbeibringen. Die Abgabe ist gratis, für die danach entstehenden Verarbeitungskosten kommt die Wohnortgemeinde des Anliefers auf. Im Moment ist jedoch die Annahme privat angelieferter Abfälle jeder Art geschlossen, um die systemrelevante Einrichtung vor dem Coronavirus zu schützen. (she)

Ein Augenschein vor Ort zeigte, dass die Abfälle noch frisch waren, «es handelte sich dabei insbesondere um Kirschlorbeer, aber auch Lavendel und anderes Grünzeug wurden wohl mit einem Anhänger hier einfach hingekippt», sagt Peter Engler.

Es gibt Hinweise auf die Täterschaft

Der Ortsgemeindepräsident ärgert sich über dieses rücksichtslose und auch illegale Vorgehen. Nur, weil es an dieser Stelle bereits einen Haufen mit alten, vermodernden Ästen gebe, der vom Forst bewusst zurückgelassen wurde, sei das doch keine Einladung, einfach im Wald seine Gartenabfälle zu entsorgen, so Engler. Ausserdem sei die Strasse, die dorthin führe, für den Verkehr gesperrt.

Peter Engler hat sich bei einem Anwohner der Strasse, die ins Gebiet Rösli/Schlutta hinaufführt, erkundigt. Der konnte ihm von einem Fahrzeug mit beladenem Anhänger berichten, der vergangenen Freitag oder Samstag die Bergstrasse hinaufgefahren sei. «Wir werden Anzeige erstatten», sagt Engler gegenüber dem W&O. Die Chancen stünden seines Erachtens ziemlich gut, dass die Täterschaft ermittelt werden könnte.

Besonders ärgerlich: Neophyten wurden im Wald entsorgt

Was Peter Engler an diesem Fall ganz besonders ärgert, sind die Kirschlorbeerzweige. Kirschlorbeeren sind – obwohl in den Gärten hierzulande als immergrüne Ziersträucher beliebt und weit verbreitet – Neophyten (gebietsfremde Pflanzen), die sich oft zum Nachteil der einheimischen Pflanzenwelt ausbreiten. Problematisch ist es insbesondere, wenn sich diese Pflanze im Unterholz der Wälder ausbreitet und so die einheimische natürliche Vegetation verdrängt.

Es kommt insbesondere im Frühling immer wieder vor, dass Grünabfälle, die beim Zurückschneiden von Hecken, Sträuchern und Bäumen entstehen, irgendwo im Wald entsorgt werden. Im Seveler Wald wurden deswegen schon neuralgische Stellen, wo solche Abfälle einfach eine Böschung hinab gekippt wurden, mit einem Zaun abgesperrt. Völlig unverständlich sind solche illegalen Ablagerungen angesichts der Tatsache, dass es in den Gemeinden eine kostenlose Grünabfuhr gibt. Wer eine grössere Menge hat, kann sie, ausser während der Coronakrise, bei der KVA Buchs selber anliefern.