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Band «Fate of Faith» schafft es nicht auf das Podest beim «bandXost»-Wettbewerb 2020

Am Finale des Ostschweizer Bandwettbewerbs «bandXost» am Samstag in der Grabenhalle spielten acht Formationen aus der Ostschweiz, darunter die Gamser Band «Fate of Faith». Rapture Boy aus St.Gallen überzeugte mit seiner Rapkunst die Jury und reimte sich auf den ersten Platz. «Fate of Faith» konnte keinen Podestplatz ergattern.

Roger Berhalter
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Poetisch fliessende Reime auf konstant hohem Level: Der St.Galler Bernhard Shaquille alias Rapture Boy.

Poetisch fliessende Reime auf konstant hohem Level: Der St.Galler Bernhard Shaquille alias Rapture Boy.

Bild: Ralph Ribi

Rapture Boy am Mikrofon, mit bürgerlichem Namen Bernhard Shaquille aus St.Gallen, zeigte am Samstag in der Grabenhalle einen hoch energetischen Kurzauftritt. Er rappte sich auf Englisch quer durch die Rapstile, vom Kopfnicker-Boombap von früher bis zum zeitgenössisch zischelnden Trap. Mit poetisch fliessenden Reimen auf konstant hohem Level konnte der gebürtige Südafrikaner die Jury überzeugen: Rapture Boy gewinnt den «bandXost»-Wettbewerb 2020.

Ausserrhoder Sort of Sad auf Platz zwei

Acht Formationen spielten am Samstag in St.Gallen um den Sieg. Darunter war auch die Gamser Band «Fate of Faith». Die Vielfalt war wie immer gross und reichte von den intimen Liedern der Singer-Songwriterin Shania Brogna bis zum fräsenden Thrash Metal der zwei Thurgauer Bands Honor und Corpus Delicti. Gleich vier Metal-Formationen waren vor Ort; so laut war ein «bandXost»-Finale noch nie.

Aufs Podest schaffte es aber nur eine dieser Gitarrenbands: Die Bündner No More Honey erreichten den dritten Platz. Gleich zweimal musste das Quartett an diesem Abend spielen, weil beim ersten Auftritt der Livestream abstürzte und das Publikum zuhause somit nichts mitbekam.

Auf den dritten Platz schafften es die Bündner No More Honey.

Auf den dritten Platz schafften es die Bündner No More Honey.

Bild: Ralph Ribi

Den zweiten Platz erreichte das Ausserrhoder Electro-Pop-Trio Sort of Sad. Elija Walz und Gian Trüb überzeugten als Multiinstrumentalisten, und Sängerin Paula Schindler regelte die Stimmung charismatisch von kühl-distanziert bis soulig-warm.

Den zweiten Platz erreichten Sort of Sad aus Appenzell Ausserrhoden mit Electro-Pop von kühl bis soulig-warm.

Den zweiten Platz erreichten Sort of Sad aus Appenzell Ausserrhoden mit Electro-Pop von kühl bis soulig-warm.

Bild: Ralph Ribi

Der Konzertabend fand als geschlossene Gesellschaft (fast) ohne Publikum statt, mit strengem Corona-Schutzkonzept. Wer zuschauen und zuhören wollte, musste dies per Livestream am Bildschirm tun. Vor Ort befanden sich nur die Beteiligten: Alle auftretenden Bands, das «bandXost»-Team, die Jury sowie Medien- und Branchenvertreter.

Sie alle sassen mit Masken auf Stühlen, Tanzen war verboten, was insbesondere bei den härteren und lauteren Bands zu skurrilen Situationen führte. Oder wann hat man in der Grabenhalle je eine Thrash-Metal-Band vor sitzenden Publikum spielen sehen?

«Fate of Faith» schaffte es beim Wettbewerb nicht unter die besten drei.

«Fate of Faith» schaffte es beim Wettbewerb nicht unter die besten drei.

PD

Die Musiker liessen sich wenig anmerken von der aussergewöhnlichen Konzertsituation und spielten, als wäre die Grabenhalle ausverkauft (wie das sonst am Finalabend üblich ist). Die Freude, auf der Bühne zu stehen, war bei allen zu spüren. Die Bündner Rapper von Clique 713 sagten am Schluss ihres Auftritts:

«Danke, dass so etwas noch stattfinden kann. Das macht die ganze Situation erträglicher.»

Insgesamt spielten die acht Finalisten um Förderpreise im Wert von 14’000 Franken. Dem Sieger Rapture Boy winken nun unter anderem Festivalauftritte mit einer Gage von rund 4500 Franken. Dazu zählen Auftritte am Clanx-Festival in Appenzell, am Out in the Gurin in Sargans, am Open Air Malans und am Weihern Open Air St.Gallen.

Man wird von diesem talentierten Rapper also noch hören, der am Schluss einige Freestyle-Reime zum besten gab und verkündete:

«Musik bedeutet uns in diesen Zeiten sehr viel.»