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In Costa Rica herrscht Fussballeuphorie total

Adan Perez Hernandez lebt seit rund zwei Jahren in Sevelen. Der Costaricaner sprach mit dem W&O über die Fussballbegeisterung in seiner Heimat und über das bevorstehende Spiel gegen die Schweiz.
Heini Schwendener
Adan Perez Hernandez aus Costa Rica ist mit seinem WM-Tipp weniger optimistisch für sein Team als seine Frau Hazel aus Sevelen, die sich ein doppeltes Fan-Shirt geschneidert hat. (Bild: Heini Schwendener)

Adan Perez Hernandez aus Costa Rica ist mit seinem WM-Tipp weniger optimistisch für sein Team als seine Frau Hazel aus Sevelen, die sich ein doppeltes Fan-Shirt geschneidert hat. (Bild: Heini Schwendener)

Der Schweizer TV-Mann Sascha Ruefer polarisiert mit seinen Fussballkommentaren. Vielen ist der Dauerschwätzer schlicht zu emotional. Darüber kann Adan Perez Hernandez nur milde lächeln. Er zückt sein Smartphone und spielt Zusammenschnitte von costa-ricanischen TV-Moderatoren ab. Diese kommentieren stets am Rande des Nervenzusammenbruchs. Wer je so etwas miterlebt hat, wird Ruefer nie mehr als zu emotional bezeichnen.

Nur allzu verständlich wird denn auch das Urteil von Adan Perez Hernandez, der seit zwei Jahren in Sevelen wohnt: «Ich schaue mir die WM-Spiele auf costa-ricanischen Sendern an, denn den Fussballberichten im Schweizer Fernsehen fehlen die Emotionen.»

«2014 war das Land im Ausnahmezustand»

Der gelernte Buchhalter, der in einer Buchser Firma im Logistikbereich arbeitet, hat selber nie Fussball gespielt und ist eigentlich auch kein Fussballfan. Das ändert sich jedoch schlagartig, wenn Costa Rica an einer WM spielt. Dann herrscht im kleinen zentralamerikanischen Staat mit Küstenabschnitten am Karibischen Meer und am Pazifik während Wochen Fussballbegeisterung total. Jeder wird unweigerlich zum Fussballfan und lässt in der kollektiven Euphorie, die das Land erfasst, seinen Emotionen freien Lauf. Vor vier Jahren erreichten «Los Ticos», so der Spitzname des Nationalteams, sogar die Viertelfinals. Es war dies der grösste Erfolg in Costa Ricas Fussballgeschichte. «Das Land war im Ausnahmezustand, in den Strassen der Hauptstadt gab es für den Verkehr gar kein Durchkommen mehr. Der Präsident hat sogar angeordnet, dass die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern wenn immer möglich frei geben sollten, wenn Costa Rica spielt,» erinnert sich Perez Hernandez zurück.

Die für sein Land geschichtsträchtige WM 2014 hat Adan Perez Hernandez in Costa Rica erlebt. Noch heute schwärmt er davon: «Es war eine riesiges Fest im ganzen Land, egal ob wir gewonnen oder verloren haben.» Die Begeisterung ob der guten Leistungen der Ticos war grenzenlos. Nach der unglücklichen Niederlage nach Penaltyschiessen im Viertelfinal gegen die Niederlande herrschte dann aber für einen Moment eine richtige Weltuntergangsstimmung: «Alle haben nur noch geweint.»

Beim Public Viewing in Vaduz

Eine vergleichbare Fussballbegeisterung erlebt der Costaricaner in der Schweiz nicht einmal ansatzweise. Er war beim Spiel der Schweizer Nationalmannschaft gegen Brasilien beim Public Viewing in Vaduz. Auch wenn sich die Frage erübrigt: wie hat ihm die Stimmung in der WM-Meile gefallen? «Ganz gut», meint er diplomatisch, um dann doch noch mit einem verschmitzten Lächeln nachzuschieben: «Aber es war natürlich nicht so wie in Costa Rica.»

Am Mittwoch steht das Spiel Schweiz gegen Costa Rica an. Für die Zentralamerikaner ist die WM bereits gelaufen, nach zwei Niederlagen können sie am Donnerstag ihre Heimreise antreten. Für die Schweiz geht es hingegen um den Einzug in die Achtelfinals. Adan Perez Hernandez hat es kommen sehen, dass sein Team heuer nicht an den Erfolg von 2014 anknüpfen kann. Für das Spiel am Mittwoch tippt er auf ein 1:1. Er und seine Frau Hazel, eine geborene Schmidheiny, haben sich vor sieben Jahren kennengelernt, als sie in Costa Rica während ihrer Kantizeit ein Austauschjahr absolvierte. Costa Rica ist der Sevelerin zur zweiten Heimat geworden. Das bringt sie mit ihrem Fanshirt-Unikat zum Ausdruck: Sie hat je ein schweizerisches und costa-ricanisches halbiert und neu zusammengenäht.

«Am Schluss bin ich sowieso zufrieden»

«Dass die Schweiz und Costa Rica in einer Gruppe spielen ist für mich schon sehr speziell. Egal wer gewinnt, ich bin am Schluss sowieso glücklich», sagt Hazel Perez Hernandez und tippt auf 2:1 für Costa Rica.

Das Spiel wird das Paar zu Hause mit Verwandten, Freunden und Nachbarn verfolgen. Ein Landsmann von Adan Perez Hernandez reist eigens dafür aus Deutschland in die Schweiz. Wer weiss, vielleicht schaffen es ja die beiden Ticos, die Seveler ein wenig mit ihrer costa-ricanischen Fussballbegeisterung zu infizieren?

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