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Für die Musik und die Schönheit

Mit Paul Grab und Mario Beretta trafen sich kürzlich zwei Schulkollegen in der alten Heimat wieder. Auf ihrem Berufsweg erlangten die beiden Buchser internationales Ansehen.
Hansruedi Rohrer
Die zwei Schulkameraden und Jahrgänger Paul Grab (links) und Mario Beretta treffen sich hoch über der Buchser Bahnhofstrasse, um allerlei Anekdoten und Erinnerungen auszutauschen. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Die zwei Schulkameraden und Jahrgänger Paul Grab (links) und Mario Beretta treffen sich hoch über der Buchser Bahnhofstrasse, um allerlei Anekdoten und Erinnerungen auszutauschen. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Paul Grab, Jahrgang 1942, ist an der Bahnhofstrasse aufgewachsen, dort wo sein Vater einst den Coiffeursalon betrieb. Das Haus steht heute noch. 1966 wanderte er nach Amerika aus. «Weil mein Vater sagte, dass ich für ein oder zwei Jahre in die Welt hinaus soll, um Erfahrungen zu sammeln.» Paul jun. sollte dereinst das väterliche Coiffeurgeschäft in Buchs übernehmen. Durch viele Umstände kam es allerdings nicht dazu. Denn in Hawaii war er der Erste, der dort ein Spa aufbaute und später Manager mehrerer Salons war. Der Erfolg war ihm vergönnt: Er konnte nicht nur 25 Geschäfte eröffnen, sondern auch solche auf Kreuzfahrtschiffen. Zu seiner Kundschaft gehörten auch Filmstars und andere Berühmtheiten. Auch der damalige US-Präsident George Bush bedankte sich für den Aufenthalt im Spa bei ihm. Für Paul Grab war jedoch Diskretion und Zurückhaltung immer eine Ehrensache.

«Dann war der Teufel los, das gab ein Theater»

Heute wohnt Paul Grab mit seiner Familie in Asien, genauer gesagt in Thailand. Der Buchser kann sich noch gut an einen seiner Primarlehrer erinnern. Das war Matthäus Kubli im Schulhaus Grof. «Er war zwar auf gewisse Art ein etwas strenger Lehrer, doch er gab mit viel für mein Leben mit. Zum Beispiel die Liebe zur klassischen Musik oder das Interesse an Gedichten.» Paul Grab erinnert sich auch noch an die Pfirsich- oder Aprikosenbäume beim damaligen Haus Metzger an der Bahnhofstrasse (heute Mobiliar). «Ich zwickte mal eine solch verlockende Frucht ab. Dann war der Teufel los, das gab ein Theater. Ein Bewohner des Nachbarhauses beobachtete nämlich die Tat. Deswegen durften wir beinahe nicht auf die Schulreise bei Lehrer Kubli.»

Mario Beretta, ebenfalls Jahrgang 1942, wohnte anfänglich zuunterst an der Buchser Groffeldstrasse in der Villa Baumgartner. Er zog mit seiner Familie bereits im Jahre 1955 nach Zürich. Seine grosse Liebe war immer Musik, und so besuchte er das Konservatorium. Mario Beretta machte in der Folge als Musiker, Komponist und Dirigent in Karriere. Seit 1986 ist der in Zürich wohnhafte Musiker freischaffender Komponist, Dirigent und Verfasser erfolgreicher Bühnen- und Filmmusik. Er kann eine breite Palette an kompositorischen Werken aufweisen. Und auch Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten, wie Dietmar Schönherr oder Harry Belafonte, notiert er im Erinnerungsschatz. An seine Buchser Schulzeit kann er sich natürlich auch gut erinnern, besuchte er doch die Parallelklasse von Paul Grab, jedoch im Schulhaus Kappeli. «Dort waren Ernst Moser und Hans Rhyner meine Lehrer. Und bei Frau Thöny, einer Kochschullehrerin, besuchte ich die Klavierstunden.»

Prägende Erlebnisse bezüglich Musik

«Erinnern kann ich mich aber auch noch an die wunderbaren Konzertzyklen von und mit Lehrer Kubli, die jeweils im Kino Leuzinger stattfanden. Dort hörte ich meine ersten Pianisten und Streichquartetts. Das waren ganz prägende Erlebnisse bezüglich Musik», sagt er im Gespräch mit dem W&O.

An einen Jugendstreich mit seinem Freund Albert Ernst (der spätere Grafiker und Initiant der Zürich-Löwen) erinnerte sich Mario Beretta aber auch noch. An einem schönen Herbsttag beschlossen die beiden Viertklässler nämlich, dürres Gras am Kanal draussen anzuzünden. «Das ging aber schön ins Holz, Leute sahen uns und rannten zusammen mit meinem älteren Bruder daher, um das Feuer zu löschen. Wir beide nahmen Reissaus zu meiner Tante nach Räfis. Meine Mutter erzählte das nachher dem Lehrer Moser, und ich dachte mir, dass jetzt Lügen gar nichts bringt. Wir beiden standen auf in der Klasse, und die Strafe war nicht allzu schlimm. Für uns war das ein zünftiges Erlebnis!» Und als der Circus Knie wieder einmal in Buchs gastierte, durften die Kinder, darunter auch Mario Beretta, ein Tier vom Bahnhof zum Markplatz führen. «Ich führte ein Lama durch die Bahnhofstrasse, welches aber einige Leute anspuckte. Das war auch ein sehr eindrückliches Erlebnis.»

So war die gemütliche Nachmittagsrunde in Paul Grabs elterlicher Wohnung in Buchs eine kleine, aber spannende Reise in jene Zeit, als die Stadt noch ein Dorf war. Paul Grab ist übrigens froh um diese Wohnung, kehrt er doch jährlich für einige Wochen zurück. Und wenn Mario Beretta dann nicht gerade ein Auslandsengagement bestreitet, kommt er bestimmt auch gerne für einen Sprung in den alten Heimatort.

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