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Für das Wohl des Reviers

Nicht selten werden Jäger als schiesswütige Trophäensammler dargestellt. Vergessen wird darüber schnell, dass sie einen grossen Beitrag zum Schutz von Wild und Natur leisten.
Jessica Nigg
Wildhüter Silvan Eugster bewertet die Zusammenarbeit mit den Jägern als sehr wertvoll. (Bild: Jessica Nigg)

Wildhüter Silvan Eugster bewertet die Zusammenarbeit mit den Jägern als sehr wertvoll. (Bild: Jessica Nigg)

Ein gesunder Lebensraum erfreut die Jäger. (Bild: Silvan Eugster)

Ein gesunder Lebensraum erfreut die Jäger. (Bild: Silvan Eugster)

Fotos von Jägern, die stolz neben toten, ehemals majestätisch wirkenden Hirschen oder anderen geschossenen Tieren posieren und sie als Trophäen präsentieren, verstören und sorgen bei so manchem Betrachten für Widerwillen.

Auch wenn sich das Verständnis für derartiges Zurschaustellen bei den meisten in Grenzen hält, muss einerseits beachtet werden, dass nicht alle Jäger ihre Jagderfolge quasi mit dem Jagdhorn herausposaunen. Und dass andererseits selbst jene, die es tun, einen wichtigen Beitrag zum Wohl des Wildes in ihrem Revier leisten.

Wertvolle Zusammenarbeit von Wildhut und Jägern

Wie Silvan Eugster, Wildhüter des Wildhutkreises 2 (Rheintal bis Werdenberg), erklärt, leisten die Jäger im Kanton St. Gallen auf diversen Ebenen wichtige Beiträge für Fauna und Flora. Er lobt die Zusammenarbeit der Jäger mit den Wildhütern.

Als Beispiel nennt er die Bestandserhebungen der verschiedenen Wildarten. «Erst im Sommer hat sich sehr gute Zusammenarbeit bei der Gamszählung im Churfirsten- und Alpsteingebiet einmal mehr bewiesen», so Eugster. Davor fand im März bereits eine erfolgreiche gemeinsame Rotwildzählung mit Scheinwerfertaxation statt. «Wenn man Rotwild zählt», so Eugster, «werden auch Rehe, Hasen und andere Tierarten mitgezählt, was dann eine gewisse Tendenz aufzeigt». Diese sei aber mit Vorsicht zu geniessen.

Aufwertungen des Lebensraums

Auch diesbezüglich erweist sich die Zusammenarbeit mit der Jägerschaft als hilfreich: «Weil sich die Jäger oft im Revier aufhalten, kriegen sie ein gewisses Gespür dafür, ob ein Bestand zunimmt oder sich verkleinert. Sie liefern verlässlich Rückmeldungen an die Wildhüter», lobt Eugster.

Damit ist der Dienst der Jäger am Revier aber noch nicht erschöpft. Sie kümmern sich ausserdem um Lebensraumaufwertungen – häufig über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus. So mähen sie beispielsweise im Wald neue Äsungsflächen frei, pflanzen Hecken und verrichten weitere Arbeiten, die nicht nur den Tieren im Revier zugutekommen, sondern auch den Pflanzen – wird doch beispielsweise durch neue Äsungsflächen Verbissschäden vorgebeugt.

Ein ebenfalls sehr zeitintensiver Aufwand ist für Jäger der Dienst an der Strasse bei Wildunfällen. Bei jedem Unfall mit einem Tier muss die Polizei gerufen werden. Wurde dabei ein jagdbares Wildtier verletzt, ruft die Polizei den Jäger, um zu entscheiden, ob es sich vom Unfall erholen kann oder erlöst werden muss. Bei geschützten Tieren kommt der Wildhüter zum Einsatz, bei Haustieren entscheidet die Polizei über das weitere Vorgehen.

Das Schiessen ist nur ein kleiner Teil

Aber natürlich gehört auch Schiessen zur Jagd. Vom Amt erhalten die Jäger einen Abschussplan mit je nach Art minimalen beziehungsweise maximalen Abschussvorgaben. Diese sollen gesunde Bestände garantieren. Einen wirtschaftlichen Vorteil erzielen die Jäger kaum, selbst wenn sie das Wildbret, so nennt man das Fleisch der geschossenen Tiere, an Privatpersonen oder Restaurants verkaufen würden. Die Jäger pachten ein Revier und bezahlen dafür eine nicht unerhebliche Pachtgebühr.

Der Pachtertrag des Kantons St. Gallen beträgt rund 1.5 Millionen Franken. Diese Summe verwendet das Amt, um die Verwaltungs- und Vollzugsaufgaben gemäss Jagdgesetz zu erfüllen. So werden damit zum Beispiel die Löhne der Wildhüter bezahlt. 100000 Franken aus den Pachtgebühren der Jäger werden für Lebensraumaufwertungen verwendet, 50000 Franken fliessen in eine Versicherung, welche bei Wildschäden zum Einsatz kommt: zum Beispiel, wenn Wildschweine eine Wiese oder einen Acker «umpflügen».

Alles in allem gehen Jäger einem relativ teuren, zeitaufwendigen Hobby nach, welches die Gesundheit des hiesigen Wild- und Pflanzenbestandes unterstützt. Als Lohn für ihren ganzjährigen Einsatz in ihrem Revier kommen sie in den Genuss von Wildnis und Natur – und hin und wieder einem Stück Fleisch aus garantiert tiergerechter Haltung.

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