Fuchs du hast den Schwan getötet ++ Drama am Werdenbergersee hält jedoch ein Happyend bereit ++ Schwanenküken dürften bald schlüpfen

Der Schwanenvater vom Werdenbergersee wurde von einem Fuchs getötet. Doch ein neuer männlicher Schwan sorgt dafür, dass es auch dieses Jahr Nachwuchs gibt.

Robert Kucera
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Glücklich vereint: Das neue Traumpaar des Werdenbergersees erwartet demnächst Nachwuchs.

Glücklich vereint: Das neue Traumpaar des Werdenbergersees erwartet demnächst Nachwuchs.

Bild: Robert Kucera (Buchs, 26.05.2020)

Ein Schwan brütet am südlichen Ende des Werdenbergersees auf einer kleinen Insel. Ein idyllisches Bild, das Mutter Natur für Spaziergänger bereit hält. Doch wie grausam die Natur sein kann, zeigt ein Vorfall, der zwei Monate zurückliegt. Er erklärt ausserdem, weshalb die Schwäne nun nicht mehr am Ufer, sondern auf einer Insel brüten und weshalb die Küken noch nicht geschlüpft sind.

In der Nacht vom 5. auf den 6. April ist es passiert: Ein Fuchs attackierte den zu dieser Zeit brütenden Schwanenvater. Er hatte es auf die Eier abgesehen. Mit diesem Angriff und dem Verlust von sechs Eiern war das Drama noch nicht an seinem Endpunkt. Meister Reineke kehrte zurück. Nicht nur die restlichen vier Eier fielen ihm zu Opfer – der Fuchs biss den Schwan zu Tode. Am Tag wurde dann festgestellt, dass das Raubtier den Schwanenvater auch angefressen hat.

Hunger trieb den Fuchs zum Äussersten

Die Tat ist äusserst ungewöhnlich, wie ein Mitglied des Ornithologischen Vereins Buchs aussagt. Er erklärt, dass sich normalerweise kein Fuchs mit einem Schwan anlegt. Doch der Hunger trieb ihn wohl zum Äussersten. Die lange anhaltende Trockenheit sorgte für Nahrungsknappheit. Zudem war es am Werdenbergersee wegen der Coronakrise ruhig. Kein Markt, keine Chilbi, kein Zirkus und keine Menschenaufläufe – für den Fuchs die Gelegenheit, auch hier ungestört auf Nahrungssuche zu gehen.

Ein Nest voller Schwanenkücken - demnächst auch in diesem Jahr zu sehen.

Ein Nest voller Schwanenkücken - demnächst auch in diesem Jahr zu sehen.

Bild: Corinne Hanselmann (Buchs, 2. Mai 2016)

Die Verkettung besonderer Umstände führte beinahe dazu, dass man diesen Sommer keine Schwanenküken zu sehen gekriegt hätte. Doch nur beinahe. Bloss einen Tag nach der Zerstörung diese Familienidylls, so ist vom Mitglied des Ornithologischen Vereins zu vernehmen, machte ein junger männlicher Schwan Halt auf dem Werdenbergersee – und wurde sesshaft. Purer Zufall, wie man gegenüber dem W&O versichert.
Respektive eine Fügung des Schicksals, dass sich nun das neue Männchen mit dem Weibchen gepaart hat.

In etwa einer Woche könnte es bereits so weit sein, dass das neue Paar erstmals Junge kriegt.