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Frümsner Aufwertungsprojekt ist ein Vorzeigebeispiel

Der Verein Pro Riet Rheintal wie auch die Landbesitzer zeigen sich zufrieden mit der bisherigen Entwicklung der Aufwertungsmassnahmen im Frolgraben. Bei einer Exkursion erfuhren die Teilnehmer viel über das Projekt und die Pflege der Flächen.

Corinne Hanselmann
Rund 60 Personen nahmen an der Exkursion vom Verein Pro Riet Rheintal nach Frümsen teil. Rund 60 Personen nahmen an der Exkursion vom Verein Pro Riet Rheintal nach Frümsen teil.
Urs Weber zeigte Blumen wie Wiesensalbei, Wiesenknopf, Rotes Waldnägeli, Kohldisteln oder Wiesenflockenblumen. (Bilder: Corinne Hanselmann)Urs Weber zeigte Blumen wie Wiesensalbei, Wiesenknopf, Rotes Waldnägeli, Kohldisteln oder Wiesenflockenblumen. (Bilder: Corinne Hanselmann)
Die Exkursionsbesucher freuten sich über die Jungstörche auf Futtersuche. Die Exkursionsbesucher freuten sich über die Jungstörche auf Futtersuche.
Zehn Hecken mit 17 verschiedenen Straucharten wurden angelegt.Zehn Hecken mit 17 verschiedenen Straucharten wurden angelegt.
Beim Wildbienenhotel, das Schüler aus Frümsen und Salez erstellten, konnte man Insekten beobachten.Beim Wildbienenhotel, das Schüler aus Frümsen und Salez erstellten, konnte man Insekten beobachten.
Rund 40 Kräuter- und 15 Gräserarten sind in der Blumenwiese zu finden. Rund 40 Kräuter- und 15 Gräserarten sind in der Blumenwiese zu finden.
Solange die 250 neu gepflanzten Obstbäume noch klein sind, werden Nistkästen an Pfosten aufgehängt.Solange die 250 neu gepflanzten Obstbäume noch klein sind, werden Nistkästen an Pfosten aufgehängt.
An der Stallwand ist das Einflugloch zum Turmfalken-Nistkasten zu sehen.An der Stallwand ist das Einflugloch zum Turmfalken-Nistkasten zu sehen.
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Exkursion Pro Riet Rheintal in Frümsen


Vor einigen Jahren stand die Familie Haltner, die damals Milchwirtschaft betrieb, vor einer Entscheidung: Entweder muss ein neuer Stall gebaut werden oder der 32-Hektaren-Landwirtschaftsbetrieb muss umstrukturiert werden. Die Generationengemeinschaft Beat und Heinz Haltner entschied sich für letzteres. Wo früher Kühe weideten realisierten sie gemeinsam mit dem Verein Pro Riet Rheintal eine ökologische Aufwertung. Tiere halten sie heute keine mehr. Auf der 18 Hektaren grossen Projektfläche finden sich heute Blumenwiesen mit einer grossen Artenvielfalt. Weiter wurden 250 Hochstammobstbäume und 1200 Sträucher gepflanzt, Nisthilfen montiert und wechselfeuchte Senken angelegt. Am Samstag waren Interessierte zu einer Exkursion eingeladen.

Auf dem Spaziergang zur Projektfläche im Frolgraben erfreuten sich die rund 60 Teilnehmer an einer Gruppe Jungstörche auf Futtersuche. «Der Weissstorch ist eine der Arten, die wir auf der Projektfläche fördern möchten», erklärte Naturwissenschafter Urs Weber. Dazu habe man Horstunterlagen montiert.

Gestaffeltes Mähen ist aufwendig

Anhand von Grillenzirpen und sonstigem Summen und Brummen von Insekten war beim anschliessenden Stopp bei einer Blumenwiese mit rund 40 Kräuter- und 15 Gräserarten der Unterschied zur intensiv genutzten Mähwiese deutlich zu hören. «Solche Wiesen sind Lebens- und Futtergrundlage für viele Arten – zum Beispiel Vögel, Feldhasen und Insekten», so Weber. Die Blumenwiesen werden dreimal jährlich gemäht, erstmals im Juni. So können sich die Blumen versamen. Zudem erfolgt die Mahd gestaffelt, um Kleintiere zu schonen. Das hochwertige Heu verkaufen Haltners an Pferde- und Mutterkuhhalter. «Die Bewirtschaftung ist durch das gestaffelte Mähen aufwendiger als früher», sagt Beat Haltner. Den Betrieb führen er und sein Vater nach wie vor im Vollerwerb, sie betreiben aber noch einen Nebenerwerb.

Auf den Wiesen und bei den Stallgebäuden haben sie mit Helfern zehn Hecken angelegt mit 17 verschiedenen Straucharten. Noch sind diese klein, sie werden aber in den kommenden Jahren wachsen und Brutvögeln geschützte Brutplätze bieten. «Bis die Hochstammbäume wirklich Lebensraum für Vögel bieten, dauert es noch lange», so Urs Weber.

«Aber man muss langfristig denken.»

Bei den Stallgebäuden wurden zudem Nistplätze für Schleiereulen und Turmfalken eingerichtet. Bis jetzt brüten diese Arten dort zwar noch nicht, aber während der Exkursion konnten die Teilnehmer immerhin einen Turmfalken im Vorbeiflug beobachten. «Die Besiedlung mit Tieren braucht noch etwas Zeit», sagte Urs Weber. Die über 50 montierten Nistkästen für Halbhöhlenbrüter sind jedoch von Kleinvögeln bereits rege genutzt worden, wie Beat Haltner berichtete.

«Bei der Reinigung im Winter sahen wir, dass jeder Kasten benutzt wurde. Das hat mich selber überrascht.»

Präsident spricht von Vorzeigebeispiel

Ignaz Hugentobler.

Ignaz Hugentobler.

Das Aufwertungsprojekt in Frümsen ist flächenmässig das grösste des Vereins Pro Riet Rheintal, der mittlerweile von Altenrhein bis ins Sarganserland aktiv ist. «Das Projekt in Frümsen hat sich bisher ausserordentlich gut entwickelt und ist ein Vorzeigebeispiel», freut sich Präsident Ignaz Hugentobler und lobt das grosse Engagement von Beat und Heinz Haltner. Die Entwicklung werde aber noch weitergehen. «Ich denke, in fünf Jahren sieht dieser Lebensraum ganz anders aus und wird viele Nistplätze von guter Qualität bieten.»

Beat Haltner.

Beat Haltner.

Auch Beat Haltner, der während seiner landwirtschaftlichen Ausbildung in Kontakt kam mit dem Verein Pro Riet Rheintal, zeigt sich zufrieden mit dem gelungenen Projekt.

«Die vielen Schritte der Umsetzung seit dem Erstkontakt im Jahr 2014 waren sehr interessant.»

Zudem freut es ihn, dass auch die Bevölkerung Freude und Interesse zeigt. Die Exkursion endete beim Stall von Haltners, wo Getränke und Würste offeriert wurden.

Projekt kostete 220 000 Franken

An den Projektkosten in der Höhe von rund 220000 Franken beteiligten sich die Gemeinde Sennwald, das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen, die Stiftung Grünes Golf Gams und die Schweizerische Vogelwarte Sempach. «Ohne diese Unterstützer hätten wir das Projekt nie realisieren können», betont Hugentobler.

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