«Möchten ein urchiges Bergbeizli bleiben»: Dieses junge Pächterteam führt jetzt das Gasthaus «Alp Rohr» bei Sennwald

Katrin Bicker und ihr Freund Roger Bläuenstein führen mit Sämi Bicker neu das Berggasthaus Alp Rohr oberhalb von Sennwald. Mitten in der Coronakrise sind sie in die Saison gestartet.

Corinne Hanselmann
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Das neue Pächterteam vom Berggasthaus: Katrin Bicker, Roger Bläuenstein (rechts) und Sämi Bicker.

Das neue Pächterteam vom Berggasthaus: Katrin Bicker, Roger Bläuenstein (rechts) und Sämi Bicker.

Bilder: Corinne Hanselmann

Im Sommer 2019 blieb das Berggasthaus Alp Rohr geschlossen. Die Ortsgemeinde Sennwald modernisierte und erweiterte ihr Gasthaus. Seit Ende Mai 2020 ist es nun wieder in Betrieb. Mitten in der Coronakrise startete das neue Pächterteam Katrin Bicker, Roger Bläuenstein und Sämi Bicker in die Saison.

Pächterin hat Wurzeln im Werdenberg

Mit Liebe zum Detail ist das Gasthaus eingerichtet.

Mit Liebe zum Detail ist das Gasthaus eingerichtet.

Katrin Bicker wuchs in St.Gallen auf, wohnt seit einigen Jahren in Chur, hat aber Wurzeln im Werdenberg. «Meine Eltern stammen aus Grabs und Salez», erzählt sie beim Besuch auf der Alp Rohr. Die Kindergärtnerin hatte in den vergangenen Jahren immer einen Fuss in der Gastronomie, hat in der Leglerhütte in den Glarner Alpen und in einem Hotel im Engadin gearbeitet und während drei Jahren die Alvierhütte auf 2343 Metern über Meer geführt.

Die Alp Rohr am Fusse des Hohen Kasten.

Die Alp Rohr am Fusse des Hohen Kasten.

Pächterteam freut sich über das durchmischte Publikum

Im vergangen Herbst haben die 35-Jährige und ihr 37-jähriger Freund Roger Bläuenstein das Zeitungsinserat der Ortsgemeinde Sennwald gesehen und sich als Pächter für das Berggasthaus Alp Rohr beworben. «Wir haben diese Berghütte zuvor nicht gekannt», sagt Katrin Bicker.

«Uns reizte zum einen das durchmischte Publikum, das wir hier antreffen. Es kommen Familien, Sportler, Geniesser, viele vom Dorf aber auch Touristen. Dadurch entstehen immer wieder spannende Begegnungen.»

Zum anderen freut sie sich, dass sie dank der moderneren Küche und der Zufahrtsmöglichkeit mehr Spielraum hat beim Kochen als beispielsweise in der Alvierhütte, zu der Lebensmittel geflogen werden müssen.

2019 wurde die Hütte modernisiert und erweitert.

2019 wurde die Hütte modernisiert und erweitert.

Alle machen alles

Mit dabei im jungen Team ist auch Katrin Bickers 29-jähriger Bruder Sämi Bicker. «Er ist vor allem für den handwerklichen Teil sowie für die Einkäufe im Tal verantwortlich. Ausserdem schaut er, dass unsere Fahrzeuge gut rauf und runter kommen», erklärt Katrin Bicker. Grundsätzlich gilt im Dreierteam aber: Alle machen alles. Das habe verschiedene Vorteile:

«Jeder sieht, was zu machen ist. Und jeder kann mal einen Tag in der Küche stehen oder den Service machen. Das gibt für uns auch Abwechslung und es bleibt spannender.»

Nebst Küche und Service müssen auch Zimmer gereinigt und Einrichtungen rund um die Hütte, wie etwa das Abwasserklärsystem, gewartet werden.

Roger Bläuenstein serviert den Gästen den Zmittag.

Roger Bläuenstein serviert den Gästen den Zmittag.

Nicht sehr alpin, und doch dem Gebirge nah

Der Pächterin gefallen auf Alp Rohr insbesondere die vielen verschiedenen Blumen, die hier wachsen. Aber auch die eindrückliche Felswand des Hohen Kasten, die je nach Licht ganz unterschiedlich wirkt. Obwohl die Alp Rohr auf 1215 Metern über Meer nicht sehr alpin liegt, ist das Gebirge doch ganz nah.

Die Alp Rohr liegt auf 1215 Meter über Meer.

Die Alp Rohr liegt auf 1215 Meter über Meer.

Viele Wanderer kommen beim Berggasthaus vorbei, wenn sie zum Beispiel zum Hohen Kasten (ab Alp Rohr rund 1,5 Stunden) oder zur Staubern (2 bis 3 Stunden) wandern. Andere machen einen Familienausflug hierher und wandern danach wieder ins Tal. Oder aber sie kommen für ein Geburtstagsfest oder einen Firmenausflug und übernachten im Gasthaus Alp Rohr.

Die «Haustiere »des Pächterteams auf Alp Rohr.

Die «Haustiere »des Pächterteams auf Alp Rohr.

Alles frisch zubereitet aus der Küche

Im Gegensatz zu anderen, teils mit Seilbahnen zugänglichen und etwas überlaufenen Bergrestaurants im Alpstein, sei es auf Alp Rohr noch etwas kleiner und persönlicher. Katrin Bicker sagt:

«Das schätzen viele unserer Besucher. Wir möchten ein gemütliches und urchiges Bergbeizli bleiben.»
Roger Bläuenstein und Sämi Bicker sind in der Küche beschäftigt.

Roger Bläuenstein und Sämi Bicker sind in der Küche beschäftigt.

Die Terrasse bietet eine tolle Aussicht.

Die Terrasse bietet eine tolle Aussicht.

Auch das Angebot aus der Küche soll eher ursprünglich bleiben. So gibt es beispielsweise keine Pommes Frittes, dafür nebst dem Alp-Rohr-Plättli, der Gerstensuppe und dem Wurst-Käse-Salat hausgemachte Gemüsespätzli. «Wir machen alles selber, auch die Salatsauce und die Kuchen wie Apfelstreusel oder Aprikosenwähe.»

Vorläufig bleibt das Pächterteam für ein Jahr. «Danach sprechen wir uns mit der Ortsgemeinde Sennwald ab, wie es weitergeht», so Katrin Bicker. Bis Ende August bleibt das Berggasthaus durchgehend offen. Danach Wochenendbetrieb bis Ende Oktober.

www.alp-rohr.ch

Katrin Bicker und ihr Team backen täglich frische Kuchen.

Katrin Bicker und ihr Team backen täglich frische Kuchen.