Forstwerkhof Frümsen kurz vor Baustart

Die Ortsgemeinde Frümsen möchte den Forstwerkhof für 838000 Franken umbauen und erweitern. Noch fehlt ein Ja.

Corinne Hanselmann
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Die Visiere zeigen, wo die neue Einstellhalle beim Forstwerkhof in Frümsen gebaut werden soll.

Die Visiere zeigen, wo die neue Einstellhalle beim Forstwerkhof in Frümsen gebaut werden soll.

PD

Statt an einer Versammlung stimmen die Bürgerinnen und Bürger der Ortsgemeinde Frümsen am 17. Mai an der Urne ab. Neben der Jahresrechnung 2019 mit Bilanzanpassungsbericht und dem Budget 2020 entscheiden sie auch über das Projekt «Umbau und Erweiterung Forstwerkhof Obergrüt».

Das Forstmagazin in Frümsen wurde im Jahr 1989 erbaut und wird von der Forstgemeinschaft Sennwald (FOG) genutzt, welche die Wälder der Ortsgemeinden Frümsen, Sax und Sennwald bewirtschaftet und Schutzwald pflegt. Durch die Mechanisierung in der Forstbranche, die Ausweitung des Einsatzbereiches der FOG, aber auch wegen grösseren Personalbestands sind die Anforderungen an die Infrastruktur in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Fahrzeuge, Gerätschaften und Lagermaterial können im heute vorhandenen Gebäude nur teilweise untergebracht werden. Zudem weist die Infrastruktur wesentliche Defizite auf und genügt teilweise den heute gültigen gesetzlichen Vorgaben nicht mehr.

Zweites Projekt ist nun auf gutem Weg

Die Besitzerin des Werkhofs, die Ortsgemeinde Frümsen, hat deshalb den Umbau und die Erweiterung ins Auge gefasst. Wegen einer bescheidenen Überschreitung der Waldabstandslinie haben die zuständigen Behörden die Erteilung der Baubewilligung für das erste Projekt im Jahr 2017 verweigert. Alternative Ausführungsvarianten innerhalb der Abstandslinien waren nicht zufriedenstellend.

Für das nun vorliegende, langfristig taugliche Projekt wurde bewusst eine erhebliche zeitliche Verzögerung in Kauf genommen. Zuerst mussten nämlich mittels Überbauungsplan die baurechtlichen Voraussetzungen geschafft werden. «Zusammen mit dem Gemeinderat der Gemeinde Sennwald konnte die Umzonung zügig und unter Einhaltung aller Auflagefristen umgesetzt werden», schreibt Ortsgemeindepräsident Thomas Tinner im Vorwort der Jahresrechnung.

Diese Umzonung war Voraussetzung für die Einreichung des Baugesuchs. «Gut Ding braucht Weile», schreibt Tinner weiter. «Deshalb bin ich überzeugt, dass wir das Projekt Forstwerkhof noch zu einem guten Abschluss bringen können.»

Definitive Zusicherung steht noch aus

Im bestehenden Forstmagazin soll nebst verschiedenen baulichen Sanierungen die Holz-Gebläseheizung durch eine Zentralheizung ersetzt werden. Zudem werden ein vorschriftsgemässes Treibstofflager und ein Sitzungszimmer mit separatem Eingang erstellt. Zusätzlich wird nebenan eine unbeheizte Einstellhalle für Fahrzeuge neu gebaut.

Die Kosten für das Umbau- und Erweiterungsprojekt betragen 838000 Franken. Der Kanton (Forstamt) leistet einen Beitrag. Im Vorverfahren wurden bis 350000 Franken in Aussicht gestellt. Die definitive Zusicherung steht aber derzeit noch aus.

Seit kurzem liegt die Baubewilligung für das Werkhofprojekt vor. Stimmen die Bürgerinnen und Bürger am 17. Mai zu, erfolgt sofort die Ausschreibung der Arbeiten, wie Thomas Tinner auf Anfrage des W&O sagt.

Rechnung 2019 schliesst mit Gewinn ab

Die Rechnung 2019 der Ortsgemeinde konnte mit einem Gewinn von rund 23000 Franken abgeschlossen werden. Das positive Ergebnis resultiert im Wesentlichen aus der Sonderzahlung der Forstgemeinschaft in der Höhe von 10000 Franken sowie durch Minderausgaben bei geplanten baulichen Massnahmen. Das Budget 2020 der Ortsgemeinde sieht einen Verlust in der Höhe von 13800 Franken vor, welcher aber durch Bezug aus der Reserve ausgeglichen werden kann.

Im kommenden Herbst stehen die Erneuerungswahlen für die Amtsdauer 2021–2024 an. Aufgrund einer ersten Umfrage zeichne sich die Demission mehrerer Ratsmitglieder ab, heisst es in der Jahresrechnung der Ortsgemeinde Frümsen.