Fischereiverein hat einen Einblick hinter die Kulissen der Fischzucht gewährt

Naturverlaichung, Aufzuchtgräben, Gewässerschutz: Das waren Themen, über welche die Besucher der Fischzuchtanlage Böschengiessen des Fischereivereins Werdenberg am Samstag informiert worden sind.

Hansruedi Rohrer
Merken
Drucken
Teilen
Aufzuchtanlage des Fischereivereins: In den Rundstrombecken gibt es junge Wild-Äschen zu beobachten, welche sich hier zur Auffrischung der Genetik tummeln.

Aufzuchtanlage des Fischereivereins: In den Rundstrombecken gibt es junge Wild-Äschen zu beobachten, welche sich hier zur Auffrischung der Genetik tummeln.

. Bild: Hansruedi Rohrer

Man konnte den Dauerregen am Samstag in der Fischzuchtanlage Böschengiessen auch sinnbildlich betrachten: Die Fische sind ja auch im Wasser. Trotzdem besichtigte eine grosse Anzahl Besucherinnen und Besucher die Anlage.

Aufzucht ist eine heikle Arbeit

Es war eine Veranstaltung im Rahmen des Jubiläumsjahres: Der Fischereiverein Werdenberg ist nämlich 125 Jahre alt. Die geführten Besichtigungen hinterliessen bei den Gästen einen nachhaltigen Eindruck. So erfuhren sie, dass die Aufzuchtarbeiten – vor allem bei den Äschen – eine heikle Arbeit ist, die viel Wissen und Können voraussetzt und bei denen Zusammenhänge beachtet werden müssen, von denen der Laie keine Ahnung hat.

Der Fischereiverein zeigte sich bei dieser Gelegenheit auch gerne als Gastgeber in der Festwirtschaft mit Speise und Trank bereit.

Mutterstamm für die Reproduktion von Bachforellen und Äschen

Christian Schwendener ist Leiter der Fischzuchtanlage und er ist auch Verantwortlicher für Gewässerschutz in der Region Werdenberg. Er zählte auf, was es auf dem Rundgang zu sehen gab. Das war einmal der Blick in die Aufzuchtgräben mit Forellen und Äschen sowie dem Mutterstamm für die Reproduktion von Bachforellen im Werdenberg. In weiteren Gräben befinden sich auch Äschen-Muttertiere für die Rheintaler Gewässer/Vereine zur Nachzucht der Äschen.

Und in einem Graben befinden sich für kurze Zeit abgefischte «Gast»-Tiere aus dem Gewässer infolge Rückbau des Kraftwerks Glath Bodenegg in Sevelen. Nach der Instandstellung jenes Gewässers werden die Fische dort wieder ausgesetzt. Christian Schwendener erklärte dazu, dass dort drei verschiedene Jahrgänge abgefischt werden konnten. «Das zeigt auf, dass in jenem Bereich die Naturverlaichung funktioniert», sagte er erfreut.

Genetik wird mit Wild-Äschen aufgefrischt

Zu sehen gab es im Weiteren jüngere Wild-Äschen, die zur Auffrischung der Genetik in den Rundstrombecken untergebracht sind. Diese Anlagen befinden sich in einem separaten Gebäude. Regula Jost ist Präsidentin des Fischereivereins Werdenberg. Auch sie freute sich am erfreulichen Besuch und am entsprechenden Interesse der Aufzuchtanlage Böschengiessen.