FIS-KONGRESS
Skicross gehört nun zum alpinen Zirkus - Der Weltmeister sagt: «Da gehören wir auch hin»

Trifft Marco Odermatt im Duell Mann gegen Mann bald auf den Olympiazweiten Marc Bischofberger und Skicross-Weltmeister Alex Fiva? So rasch wird dies nicht der Fall sein, aber der erste Schritt ist getan. Der FIS-Kongress entschied, dass Skicross in den alpinen Bereich wechselt.

Daniel Good
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In Idre in Schweden wird Alex Fiva in diesem Jahr zum ersten Mal Weltmeister

In Idre in Schweden wird Alex Fiva in diesem Jahr zum ersten Mal Weltmeister

Bild: Pontus Lundahl / EPA

Bis anhin gehörten die Skicrosser zum Freestyle-Sektor wie etwa die Buckelpistenspezialisten oder die Schanzenspringer (im Fachjargon Aerials, nicht Skispringer). Auch Snowboarder waren dabei. Das machte die Angelegenheit ziemlich kompliziert, wie Weltmeister Alex Fiva sagt. Der Bündner ist auch Athletensprecher.

«Nun profitieren wir sicher von übersichtlicheren Strukturen. Aber der gesamte Integrationsprozess wird seine Zeit benötigen. Die Veränderungen erfolgen schrittweise. Zunächst wird das FIS-Punktesystem angeglichen. Alle werden dieselbe FIS-Lizenz haben. Vor allem für die Jungen ist dieser Schritt sehr gut», sagt Fiva. «Zudem gehören die Skicrosser doch in den alpinen Bereich, schliesslich haben alle von uns einmal dort angefangen.»

Alex Fiva

Alex Fiva

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Der 35-jährige Fiva brach im Februar den Bann, als er als erster Schweizer Mann eine WM-Medaille gewann. Im schwedischen Idre wurde der Bündner Weltmeister.

Olympiazweiter ist der Oberegger Marc Bischofberger. Der 30-jährige Teamkollege von Fiva sagt zum Entscheid: «Die FIS will doch mehr Spektakel im alpinen Bereich. Und da lag es auf der Hand, dass Skicross die Lösung ist. Unsere Sportart wird sicher profitieren.»

Mit dem Gamser Jonas Lenherr zählt ein weiterer Ostschweizer zur Weltelite. Der Trainingskollege von Bischofberger und Fiva beendete den Gesamtweltcup 2021 auf dem zweiten Rang.

Der Weltcupzweite Jonas Lenherr

Der Weltcupzweite Jonas Lenherr

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Die Skicrosser fahren nun aber nicht plötzlich in Wengen, Adelboden oder Kitzbühel, sondern behalten ihre Stationen bei. Zu den Klassikern gehören die Rennen in Innichen in Südtirol, Val Thorens in Frankreich und die Nachtprüfung in Arosa.

Und auch bis die Skicross-WM im Rahmen der alpinen Weltmeisterschaften ausgetragen wird, dauert es noch ein Weilchen. «Aber so lange werde ich hoffentlich noch dabei sein», sagt Fiva.

Ob es aber je zu einem Kampf zwischen den besten Rennfahrern aus den Disziplinen Cross und Alpin kommt, bleibt ungewiss. Auch wenn Marco Odermatt schon verlauten liess, dass er Skicross durchaus reizvoll fände.