Feuerwerk spaltet die Gemüter – auch im Werdenberg gibt es Geschäfte die auf den Verkauf verzichten

Die offiziellen 1.-August-Anlässe sind abgesagt. Trotzdem oder gerade deswegen kaufen viele Private Feuerwerk. Nebst der Migros Ostschweiz verzichtet aber beispielsweise auch die Landi Wartau auf den Verkauf von Raketen und Vulkanen. Neben privaten Feiern bieten Gastronomen Alternativen für einen stimmungsvollen Nationalfeiertag.

Corinne Hanselmann
Drucken
Teilen
Der Feuerwerkverkauf boomt im Coronasommer 2020.

Der Feuerwerkverkauf boomt im Coronasommer 2020.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Wie verschiedene Medien berichten, boomt derzeit der Feuerwerk-Verkauf an Private. Trotz, oder gerade wegen den Absagen offizieller 1.-August-Feiern und grosser Feuerwerke. Die Feuerwerk-Firma Weco beispielsweise rechnet damit, bis zu einem Drittel mehr Feuerwerk zu verkaufen als in den vergangenen Jahren.

Dem gegenüber stehen die Diskussionen rund um Umwelt- und Klimaschutz. Mit einem «Ich verzichte auf Feuerwerk»-Banner im Profilbild der sozialen Medien zeigen derzeit viele Menschen ihre Einstellung. Auch bei manchen Verkäufern führten die Diskussionen zu einem Umdenken.

Die Migros Ostschweiz beispielsweise verkauft in ihren Filialen seit dem Hitzesommer 2018 kein Feuerwerk mehr, unter anderem «um die Umwelt, Mensch und Tier zu entlasten, denn Feuerwerk verursacht eine erhöhte Feinstaubkonzentration sowie Lärm», wie es in einer Mitteilung heisst.

Landi Wartau hält am Entscheid fest und verkauft kein Feuerwerk

Auch die Landi Wartau verzichtete im Jahr 2019 erstmals auf den Feuerwerkverkauf. Zwar war der Auslöser damals ein anderer: Aufgrund eines Fehlers wurde das bestellte Feuerwerk nicht geliefert. Der danach gefällte Entscheid, «aus Rücksicht gegenüber unseren Wild- und Heimtieren» grundsätzlich auf den Verkauf von Feuerwerksartikeln zu verzichten, schlug in den sozialen Medien hohe Wellen und die Geschäftsführung erhielt viele positive Rückmeldungen.

Dieser Facebook-Post schlug hohe Wellen:

Auch 2020 bleibt die Landi Wartau dabei. Ladenleiter Alexander Zogg sagt gegenüber dem W&O:

«Wir werden auch dieses Jahr kein Feuerwerk mehr verkaufen. Wir haben uns letztes Jahr dazu entschieden und werden daran festhalten.»
Manche verzichten heutzutage bewusst auf Feuerwerke.

Manche verzichten heutzutage bewusst auf Feuerwerke.

Hildegard Bickel

Stimmungsvolles Fest durchzuführen sei schwierig

Auch in den Dörfern der W&O-Region sind die traditionellen Feiern mit Ansprachen zum Nationalfeiertag abgesagt (der W&O berichtete). Wegen den Einschränkungen aufgrund des Coronavirus sei es schwierig, ein stimmungsvolles Fest durchzuführen, hiess es seitens der Veranstalter beispielsweise. Zudem hätten Schutzkonzepte ausgearbeitet und an der Veranstaltung mehr Aufwand etwa für die Desinfektion betrieben werden müssen.

Höhenfeuer auf den Churfirsten und Frühstück auf dem Säntis

Am Säntis soll wieder die grösste Schweizerfahne installiert werden.

Am Säntis soll wieder die grösste Schweizerfahne installiert werden.

Urs Bucher

Wer den 1. August dennoch nicht zuhause im privaten Rahmen feiern möchte, kann etwa auf Angebote von Gastronomiebetrieben ausweichen. Der Brunch der Bergbahnen Wildhaus AG im Oberdorf ist zwar bereits ausgebucht. Aber die Toggenburg Bergbahnen AG setzt auf ein Abendbuffet und Höhenfeuer auf dem Chäserrugg. Anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums des SAC Toggenburg gibt es auf den sieben Churfirsten Höhenfeuer. Wer noch höher hinaus möchte, der kann ab 5.30 Uhr mit der Gondel auf den Säntis auf 2502 Metern über Meer fahren und den Sonnenaufgang mit Frühstück geniessen. Zudem wird dort einmal mehr die grösste Schweizerfahne installiert.