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Feuerwehr rettet Kater Charly aus 15 Metern Höhe

Die Feuerwehr Grabs holte am Montagabend Kater Charly von einer hohen Pappel auf den Boden zurück. Die Tierbesitzerin ist den Einsatzkräften dankbar für die effiziente und einfühlsame Hilfe. Die Rechnung für diese Aktion bezahlt sie deshalb gerne.
Thomas Schwizer
Die Feuerwehr Grabs während der Rettungsaktion. (Bilder: pd)

Die Feuerwehr Grabs während der Rettungsaktion. (Bilder: pd)

Erschrocken, verfolgt oder neugierig: Katzen klettern aus verschiedenen Gründen auf Bäume. Immer wieder kommt es vor, dass sie danach verstört auf einem Ast sitzen und sich nicht mehr trauen, wieder abzusteigen.

Oft nützen in solchen Situationen alle Lockrufe der Besitzer nichts. Das hat Sandra Fritsche aus Grabs im St.Galler Rheintal am Montag mit ihrem Kater Charly erfahren. Von 9 Uhr morgens bis am Abend waren alle Versuche erfolglos, Charly zum Abstieg von einer Pappel am Grabserberg zu bewegen. Er miaute hilfesuchend, traute aber kaum, sich zu bewegen, geschweige denn abzusteigen.

Die Neugier wurde Charly zum Verhängnis

Sandra Fritsche hat Charly im Sommer aufgenommen. Weil er zuvor als typische Hauskatze gehalten wurde, geniesst er es, dass er in seinem neuen Heim oft draussen ist und die Natur geniessen kann. Auf die hohe Pappel hatte er sich bisher nie gewagt. Seine Besitzerin vermutet, dass er aus Neugier auf den Baum gestiegen ist – oder weil er einem Vogel folgte. Auf rund 15 Metern Höhe wagte er sich dann nicht mehr vor und zurück.

Sandra Fritsche weiss, dass Katzen oft wieder von selbst von einem Baum steigen. Wenn Charly eine Bauernhofkatze wäre, hätte sie allenfalls auch eine Nacht lang darauf gewartet. Charlys Vorgeschichte als Hauskatze und sein Verhalten auf dem Baum hat sie aber dazu veranlasst, am Abend die kantonale Notrufzentrale über die Kurznummer 118 zu alarmieren und um eine Tierrettung zu bitten.

Einsatz mit der Katzenbesitzerin abgesprochen

Der Polizist am anderen Ende der Leitung wies sie darauf hin, dass Katzen meistens irgendwann alleine runter steigen würden. Als sie ihm erläuterte, warum sie in Charlys Fall nicht damit rechnet, hat er dann den Notruf an die Feuerwehr Grabs weitergeleitet.

Der Pikettoffizier, der in der Nähe wohnt, war nach wenigen Minuten vor Ort. Er wies die Katzenbesitzerin auf die Gefahr hin, dass der Kater aus Angst vor der langen Leiter womöglich noch weiter in den Baumwipfel steigen könnte. Dann würde die rund 20 Meter lange Leiter nicht mehr ausreichen, und ein Fahrzeug mit einer längeren Leiter könnte nicht bis zum Baum fahren. Sandra Fritsche, die Charlys Verhalten kennt, rechnete nicht mit einer ängstlichen Reaktion der Katze. So wurde beschlossen, die Rettungsaktion auszuführen.

Kater Charly geniesst nun wieder die wärmende Sonne.

Kater Charly geniesst nun wieder die wärmende Sonne.

Der Offizier vor Ort entschied, drei weitere Feuerwehrleute aufzubieten und orderte die 15 Meter lange Leiter als zentrales Hilfsmittel, mit entsprechendem Sicherungsmaterial. Der Rettungseinsatz war am Montag gegen 21 Uhr beendet. Kater Charly zeigte wie von Sandra Fritsche erwartet keine Scheu vor der Leiter und dem Retter. So konnte er nach zwölf Stunden geborgen werden. Seine Besitzerin freut sich:

«Er hat sich dem Feuerwehrmann richtig in den Arm gekuschelt»

Zu Hause hat sich der Ausreisser rasch an seinem Lieblingsplatz von seinem Abenteuer erholt.

«Die Feuerwehrleute haben super, herzlich und einfühlsam reagiert», ist Sandra Fritsche für deren Einsatz dankbar. Nach der Rettungsaktion gab es auch in den sozialen Medien viel Lob. Die Feuerwehr Grabs stehe für solche Dienstleistungen bereit, wenn Menschen oder Tiere gefährdet sind, sagt Kommandant Daniel Koller. «Wir beurteilen die Dringlichkeit der Situation und taten dies hier zusammen mit der Tierbesitzerin.» Wichtig sei, dass die Feuerwehrleute beim Einsatz nicht in Gefahr geraten. Wäre dies der Fall, müssten die Tierbesitzer Fachleute, zum Beispiel Kletterspezialisten, aufbieten.

Dienstleistungen wie Tierrettungen oder das fachmännische Ausräuchern bzw. Entsorgen von Wespennestern werden gemäss dem «Schadentarif der Gemeinde» und nach Aufwand verrechnet, da sie gemäss Koller keine Grundleistungen sind. Darüber ist Sandra Fritsche schon von der Notrufzentrale informiert worden. Sie ist gerne bereit, die Rechnung für den tollen und schnellen Einsatz zu tragen, wie sie betont.

Ähnlicher Fall auch in der Stadt St. Gallen

Ein vergleichbarer Katzenrettungs-Fall aus der Stadt St. Gallen vom November 2018 zeigt, dass auch andere Feuerwehren solche Rettungseinsätze leisten. Hier haben Katzenbesitzer ihre Siam-Hauskatze, an einer Verlängerungsleine geführt, mit zum betagten Vater im Pflegeheim genommen. Ihre Präsenz wirke sich positiv auf ihn aus, betonen sie.

Nach dem Besuch kletterte die von der Tochter an der Leine geführte Katze beim kurzen Spaziergang im Park auf einen Baum und verhedderte sich dort mit der Leine. Es habe akute Gefahr bestanden, dass sich das Tier sich stranguliert. Das wäre durch das Ziehen an der Leine noch akuter gewesen, sagt die Katzenbesitzerin. Deshalb bot sie über die kantonale Notrufzentrale umgehend Hilfe auf. Die städtische Feuerwehr rückte rasch mit einer Leiter an und konnte den glücklichen Besitzern das gerettete Tier wieder übergeben. Die für diesen Einsatz erhaltene Rechnung bezahlten sie gerne, denn sie sind dankbar für die rasche Hilfe.

Notrufzentrale verfügt über Erfahrung

Die kantonale Notrufzentrale nimmt alle Meldungen über Notfälle entgegen – also auch solche von Katzen, die auf Bäume geflüchtet sind. Aus Erfahrung verweise die Polizei in solchen Fällen darauf, dass Katzen üblicherweise selbst wieder vom Baum steigen und in ihr Heim zurückkehren, sagt Gian Andrea Rezzoli von der Medienstelle der Kantonspolizei. Es könne einige Zeit dauern, bis sie den Schreck überwunden hätten und sie grosser Hunger und Durst plage. Zudem verweise die Notrufzentrale darauf, dass die Tierbesitzer die Kosten für einen Feuerwehreinsatz zur Tierrettung selbst tragen müssen.

Rezzoli hat Verständnis für die Tierliebe. Er stellt aber generell fest, dass heutzutage besorgte Katzenbesitzer in solchen Fällen oft wenig Geduld hätten und auf umgehende Hilfe pochen würden. Sein Appell lautet deshalb: «Seien Sie geduldig, denn wenn eine Katze auf einen Baum kommt, kommt sie fast immer alleine wieder herunter.»

Ein ähnlicher Fall in der Stadt St. Gallen

Ähnlicher Fall in der Stadt St. Gallen  Ein vergleichbarer Fall der Rettung einer Katze von einem Baum aus der Stadt St. Gallen vom November 2018 zeigt, dass auch andere Feuerwehren solche Rettungseinsätze leisten. Eine Familie hat ihre Siam-Hauskatze mit zum betagten Vater ins Pflegeheim genommen. Sie führten sie an einer speziellen Leine mit. Nach dem Besuch kletterte die von der Tochter geführte Katze beim kurzen Spaziergang im Park auf einen Baum und verhedderte sich dort mit der Leine im Geäst, so dass sie sich nicht mehr bewegen konnte. Es habe akute Gefahr bestanden, dass das Tier sich stranguliert, erzählt die Besitzerin auf Anfrage. Deshalb ersuchte sie über die zentrale Notrufnummer 118 um dringende Hilfe. Die Feuerwehr der Stadt St. Gallen rückte rasch mit drei Mann und einer Ausziehleiter an und konnte den Besitzern das gerettete Tier wieder übergeben. Die Rechnung über 53.85 Franken für diesen Einsatz bezahlten sie gerne, waren sie doch der Feuerwehr extrem dankbar für die rasche Rettung des Tieres aus der misslichen Lage.

Wann ist die Rettung von Katzen wirklich nötig?

Patrizia Schumacher vom Schweizer Tierschutz (STS) relativiert die Aussage, dass eine Katze immer selbst von einem Baum zurückkommt, auf den sie geklettert ist. Es sei möglich, dass ein Tier selbst den Mut aufbringt, wieder runter zu steigen, teils dauere das mehrere Tage. Gefragt sei in jedem Fall gesunder Menschenverstand. Wann empfiehlt der STS, Hilfe beizuziehen, um das Tier zu retten? «Wenn eine Katze intensiv miaut und erfolglos versucht, runter zu kommen, dies aber auch nach längerer Zeit nicht alleine schafft», sagt Patrizia Schumacher.

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