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Festansprache in Räfis: «Wir sollten aufeinander schauen»

An der sehr gut besuchten Bundesfeier des Einwohnervereins Räfis-Burgerau beim Kirchgemeindesaal appellierte Festrednerin Doris Büchel, dass alle ihren Beitrag für das Miteinander leisten sollen.
Hansruedi Rohrer
Die gebürtige Räfiserin Doris Büchel spricht zum 727. Geburtstag der Schweiz. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Die gebürtige Räfiserin Doris Büchel spricht zum 727. Geburtstag der Schweiz. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Der Einwohnerverein Räfis-Burgerau (EVRB) lädt traditionsgemäss am Vormittag des 1. August zur Bundesfeier ein. Daniela Singer hat sie zusammen mit dem Verein organisiert, wegen der Bauarbeiten am Schulhaus diesmal beim Kirchgemeindesaal.

Infolge Abwesenheit der Präsidentin begrüsste Kassier Andreas Hofer die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, darunter auch den Stadtpräsidenten und Stadträte.

Zusammenhalt im oberen Stadtteil funktioniert

Es war unschwer zu sehen, dass der Zusammenhalt im oberen Stadtteil auch bei den aktuellen «Bruttemperaturen» funktioniert. So sass man denn bald dicht gedrängt auf den Bänken unter den hochwillkommenen Sonnenschirmen. Auch an dieser Feier, wie bei jener vom 31. Juli abends in der «Gass» in Buchs, wirkten der Musikverein Buchs-Räfis sowie der Tambourenverein Buchs musikalisch mit. Am Buffet wurden wie gewohnt Getränke und Gipfeli bereitgehalten.

«Frei reden und denken ist ein Geschenk»

Diesmal stieg um 11 Uhr die Spannung, als eine gebürtige Räfis-Burgerauerin als Festrednerin angekündigt wurde. Es war bemerkenswert ruhig, als Doris Büchel zu sprechen begann. Früher hiess sie Doris Rohrer, und sie ist die Tochter von «s’Anneli-Heiri-Jöassa-Häns».

Und nun sprach sie zum 727. Geburtstag der schönen und pünktlichen Schweiz. «Einer Schweiz, die ihre Geburtstage gerne feiert mit Ansprachen und Reden und Wurst und Brot und Bier und Feuerwerk – lautem Feuerwerk, buntem Feuerwerk, eines, das chlepft und tätscht – wenn sie denn darf.»

Zwar habe sie sich zuerst gefragt, ob sie hier überhaupt etwas zu sagen haben, erklärte Doris Büchel. «Doch, ich habe etwas zu sagen: nämlich, dass es ein Grundrecht, ja ein Geschenk ist, dass ich hier stehen darf, frei reden und denken darf.» Dies sei aber nicht nur ein Geschenk, sondern auch eine wichtige und richtige Schweizer Tradition.

Es lässt sich hier gut und sicher leben

Dann erzählte Doris Büchel über ihre Wurzeln in Räfis, wie sie hier aufgewachsen sei und wie sich bis heute vieles verändert habe. Sie selber lebt seit 16 Jahren in Triesenberg, auf der anderen Seite des Rheins. Dazu las sie eine ihrer Kolumnen vor, in welcher sie das Diesseits und das Jenseits beleuchtete.

«Dass wir in geordneten Verhältnissen und im Frieden leben dürfen, soll uns – nicht nur am Bundesfeiertag – mit Dankbarkeit erfüllen», sagte Doris Büchel. «Es lässt sich für viele von uns gut leben. Gut und sicher.» Es sei ein gutes Leben in der Schweiz. Hier in Räfis.

Eine Haltung einnehmen, reden und Fragen stellen

Der Wohlstand soll aber anspornen, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, sagte sie weiter. «Sondern dort, wo wir eben sind, mit unserem ganz persönlichen Beitrag etwas für das Miteinander zu leisten. Aufeinander zu schauen. Nicht nur als Politikerin oder Chefin, sondern auch als Autorin, Mutter, Vater, Tschutterin, Handarbeitslehrerin, Buchhalter, Metzgerin, Hausmann, Pensionierte.»

Es gehe darum, eine Haltung einzunehmen, Stellung zu beziehen, hinzustehen, zu reden und Fragen zu stellen. Fragen seien der Schlüssel zu Geschichten, es müsse nicht am 1. August sein. «Wir sollten aufeinander schauen.»

Auch der Schweiz liesse sich sicher das eine und andere Laster vorwerfen; dies oder das sollte anders und besser sein, erläuterte Büchel. «Wer ist schon perfekt?» Aber Geburtstage seien dazu da, sie zu feiern und sich auf die schönen Dinge zu besinnen. «Damit es schön und gut bleibt, müssen wir uns Sorge tragen.» Und zum Abschluss wiederholte die Festrednerin ihre zentrale Aussage: «Und manchmal müssen wir hinstehen. Und reden.»

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