Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Mit Schülern überfüllte Busse: Fehler in Berechnungen verärgern Kunden

Die moderne Technik macht’s möglich: Reservationen werden im System berechnet. Doch Fehler wirken sich für die Betroffenen fatal aus, wie unlängst festgestellt werden musste.
Adi Lippuner
Sind in Bussen zu wenig Sitzplätze vorhanden, führt dies zu Ärger bei den Passagieren. (Bild: Adi Lippuner)

Sind in Bussen zu wenig Sitzplätze vorhanden, führt dies zu Ärger bei den Passagieren. (Bild: Adi Lippuner)

Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Oberstufe Grabs – insgesamt 70 Personen – mussten für ihre Herbstwanderung, trotz vorgenommener und bestätigter Reservation, den Linienbus von Buchs nach Sargans nutzen. Das an einem sonnigen Herbsttag gut frequentierte Fahrzeug war bereits in Sevelen überfüllt. Dies sehr zum Ärger anderer Passagiere – einer davon machte ihm in einem Leserbrief Luft und griff die Lehrkräfte an. Im nachhinein, nachdem feststand, dass der verantwortliche Lehrer die Reservation ordnungsgemäss vorgenommen hatte, wurden die Vorwürfe zurückgenommen.

Doch was läuft schief beim Reservationssystem Rail Service? Eine Nachfrage bei Hans Koller, Leiter Markt der Bus Ostschweiz AG, dem Unternehmen, zu dem auch Bus Sarganserland-Werdenberg gehört, ergab, dass bei diesem konkreten Fall ein Fehler im System ausgemacht wurde. «Die Eingabeänderungen Busbahnhof Süd und Nord war, nach der Eröffnung des neuen Busbahnhofes in Buchs nicht getätigt worden und dies hat verhindert, dass die Reservation an die richtige Stelle weiter geleitet wurde.» Dieser Fehler sei nun aber behoben worden, betonte Hans Koller.

Immer wieder Reklamationen

Die Meldung weiterer Lehrkräfte, dass Reservationen in der Vergangenheit nicht funktioniert haben, veranlasste unsere Zeitung zur Nachfrage bei den Medienstellen von SBB und Postauto AG. Die Erklärungen von Christian Ginsig, Mediensprecher SBB zeigt auf, wie das System funktioniert. «Im Regionalverkehr sind die Züge mit festen Kompositionen unterwegs, erfolgt eine Reservation für eine bestimmte Gruppen-Grösse wird im Hintergrund berechnet, wie viele Passagiere sich in der Regel in diesem Zug zur festgelegten Zeit und am vereinbarten Wochentag bewegen.»

Gebe das Reservationssystem das verlangte Kontingent frei, könne die Gruppe den Zug benutzen, verfüge aber nicht über fix reservierte Plätze. Bei längeren Strecken, in der Region trifft dies beispielsweise auf den REX (Rheintal Express) zu, der zwischen Wil und Chur verkehrt, werden die entsprechenden Reservationen beim Eingang und an den Fenstern angeschrieben. Die Wagen sind aber offen, weil sich kein Begleitpersonal auf dem Zug befindet.

Konfliktsituationen bekannt

Anmerkungen von Lehrkräften, dass sich dann andere Zugpassagiere auf die reservierten Plätze setzen und diese auch nicht freigeben, werden von Christian Ginsig wie folgt kommentiert: «Es kommt leider immer wieder zu Konfliktsituationen. Allerdings wäre es ein Gebot der Höflichkeit, dass reservierte Plätze nicht von anderen Passagieren genutzt werden.» Bei der SBB sei das Problem bekannt, ohne Begleitpersonal gebe es nur den Weg, an die Vernunft zu appellieren. Der Mediensprecher räumt ein, dass in begleiteten Zügen das Personal jeweils den Reservationsanspruch durchsetze. «Das Bewusstsein für reservierte Plätze ist in der Schweiz viel weniger verankert als in den angrenzenden Ländern. Bei uns sind sich die Passagiere gewohnt, dass sie, sozusagen mit der ‹Generalabonnement-Mentalität› entsprechend der Klasse ihres Billets, überall Platz nehmen können.»

Viel Aufwand für Gruppen

Bei Postauto Schweiz bestätigt der Mediensprecher Urs Bloch, dass bei Reservationen für Gruppen mit grosser Sorgfalt gearbeitet werde. «Gibt es bei der Anfrage bereits während der Planung sich abzeichnende Kapazitätsengpässe, suchen wir mit den Gruppenverantwortlichen nach Lösungen. Allenfalls kommen zusätzliche Fahrzeuge zum Einsatz, falls dies nicht möglich ist, schlagen wir eine andere Fahrzeit vor.»

Auch Hans Koller von Bus Ostschweiz beschreibt das Vorgehen so, dass von der Disposition am Vortag ab 16 Uhr die Reservationen bearbeitet werden. «Die Gruppengrösse und die Auslastungszahlen werden verglichen und aufgrund dieser Daten wird geprüft, ob Massnahmen nötig sind. Allenfalls kommen andere Fahrzeuge oder ein sogenannter Beiwagen zum Einsatz. Auf den touristischen Linien Buchserberg und Voralp spielt auch die Wetterprognose eine Rolle. Auf jeden Fall werden die zuständigen Chauffeure über die Reservation in Kenntnis gesetzt.»

Ganz allgemein sind sich die Sprecher aller drei Unternehmen einig, dass Gruppenreservationen mit erheblichem Aufwand verbunden sind, «vor allem, wenn verschiedene Transportmittel nacheinander benutzt werden», so Urs Bloch. Wer mehrere Transportsysteme nutzen will, tätigt seine Reservationen via Rail Service der SBB. Wird nur der Bus eines Unternehmens oder das Postauto genutzt, können die Reservationen direkt vorgenommen werden. Bei Postauto ist es Postauto-Ostschweiz, beim Bus Ostschweiz geht dies über die Website www.busost.ch, dann unter Service Gruppenanmeldung anklicken.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.