Eintauchen in die Welt Untertag: Ein Sommerausflug ins Stollenlabyrinth des Bergwerks Gonzen

Passend zur Ferienzeit bietet das Bergwerk Gonzen Sargans Einblick in das Leben Untertag. Wem die Sommerhitze zusetzt, der findet im Bergwerk einen Fluchtort.

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Die Welt Untertag im Gonzenbergwerk hält faszinierende Erlebnisse parat.

Die Welt Untertag im Gonzenbergwerk hält faszinierende Erlebnisse parat.

Bild: Christsna Zueger

(wo) Bis 1919 wurde im grössten Eisenbergwerk der Schweiz das Erz noch von Hand, mit Hammer und Meissel, gewonnen. Mit der Gründung einer AG wurde danach die Abbau- und Fördertechnik modernisiert und das Werk seiner Blütezeit zugeführt. Insgesamt wurden 2,7 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert, bis dann 1966 der Betrieb aus Kostengründen eingestellt werden musste.

Die Kompressoren und Bohrhämmer verstummten, die letzten Mineure und Knappen verliessen die Stollen und das Werk verfiel in einen Dornröschenschlaf.

Ein moderner und gastlicher Betrieb im Bergwerk.

Ein moderner und gastlicher Betrieb im Bergwerk.

Bild: Armando Bianco

54 Jahre nach der Schliessung haben Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, bei einem eindrücklichen Rundgang in die geheimnisvolle Welt Untertag einzutauchen und viel Wissenswertes über die Geologie und die Geschichte des Gonzens zu erfahren. Nach dem Schaufilm und der Einfahrt mit dem Gonzen-Zug bieten die Führungen zu Fuss an Hitze- oder Regentagen ein unvergessliches Erlebnis für Kinder und Erwachsene.

Gute Ausrüstung und passende Rüstigkeit

Zur Ausrüstung gehören gute, feste Schuhe sowie eine Jacke. Die Temperatur im Berg beträgt 13 Grad. Gute Konstitution ist Voraussetzung. Personen mit Herzproblemen konsultieren bitte vorher ihren Arzt. Wer in einem Lift unter Platzangst leidet, verzichtet auf die Einfahrt. Die körperliche Anforderung an eine Tour im Bergwerk ist grösser als eine Bergwanderung in der freien Natur. Museum und Restaurant sind rollstuhlgängig; die übrigen Anlagen aber nicht.

Aus einem Stollenlabyrinth von rund 90 Kilometern Länge wurden Erze wie Hämatit, Magnetit und Hausmannit gefördert. Als die letzten Mineure und Knappen 1966 das Eisenbergwerk Gonzen verliessen, verstummten das Dröhnen der Kompressoren und das Rattern der Bohrhämmer.

Die Arbeit der Mineure damals war knochenhart.

Die Arbeit der Mineure damals war knochenhart.

Bild: PD

Dafür haben seit 1983 Besucher die Möglichkeit, in die spannende Welt Untertag einzutauchen. Auf dem Rundgang durch Stollen, über Galerien, Fahrungen und Bremsberge, vorbei an tiefen Silos, Gesenken und versteckten Winkeln faszinieren die stets wechselnden Farben des imposanten Erzlagers.

Die Teilnehmerzahl an den Führungen ist beschränkt, darum ist eine Voranmeldung unerlässlich. Diese nimmt das Sekretariat Pro Gonzenbergwerk von montags bis freitags, 8.30 bis 11 Uhr, unter Telefon 0817231217 oder per E-Mail an info@bergwerk-gonzen.ch entgegen. Weitere Informationen: www.bergwerk-gonzen.ch