Fastenkampagne als wichtiger Baustein für Ökumene

Sechs Werdenberger Verantwortliche der Fastenkampagne von Brot für Alle und Fastenopfer beleuchten die 50-jährige Zusammenarbeit der beiden Hilfswerke.

Hanspeter Thurnherr
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Die Suppentage wie hier in Grabs sind Ausdruck der Einfachheit und der Solidarität mit den Ärmsten dieser Welt. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Die Suppentage wie hier in Grabs sind Ausdruck der Einfachheit und der Solidarität mit den Ärmsten dieser Welt. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Für Lars Altenhölscher kann die Brot für Alle (BfA)- und Fastenopfer (FO)-Aktion zum Nachdenken über die komplexen Zusammenhänge in der Welt anregen. «Sie machen deutlich: Was ich tue oder nicht tue, mein Konsum, mein Denken und politisches Handeln hat Auswirkungen auf die Welt», sagt der evangelische Pfarrer von Buchs und bestätigt, dass die Aktion die Menschen sensibilisiert.

«Auch wir führen einen Suppentag durch. Er steht für Einfachheit, macht aber auch aufmerksam auf die Gefahr, dass andere auslöffeln müssen, was wir ihnen einbrocken.»

Frauen und ihr Einsatz für Menschenrechte im Zentrum

Die Kampagne zum Jubiläum stellt Frauen und deren Einsatz für Menschenrechte ins Zentrum. In Buchs gibt es vom 8.März bis zum 16.April eine Ausstellung in der katholischen Kirche. Sieben lebensgrosse Skulpturen des Künstlers Det Blumberg stellen Frauencharaktere dar. «Es geht unter anderem um Fragen, wie man mit Bedrohungen und Freiheit umgeht», sagt Knut Fiedler, Seelsorger in Buchs und Grabs.

In Buchs gibt es am 10. März einen ökumenischen Gottesdienst. Da stehen mit Maria und Martha zwei biblische Frauenfiguren im Zentrum. Sie stehen auch für die zwei Aspekte Beten und praktisches Tun. Am 9.März wird in der Bahnhofstrasse bei Mode Helbling von 11 bis 13 Uhr die Fastensuppe ausgeschenkt.

Anfänglich die Suppe privat gekocht

«In den Anfängen vor 40 Jahren wurde in privaten Küchen Suppe gekocht und am Samstag über die Gasse verkauft, und an einem Sonntag ein Suppentag mit Gottesdienst durchgeführt», so Irene Hanselmann von der Evangelischen Kirchgemeinde Wartau. Der Suppentag wird mit den Katholiken ökumenisch durchgeführt, am 31.März im Kirchgemeindehaus Azmoos. In Wartau werden – wie in Buchs, Gams und in der Kirchgemeinde Sennwald – am Samstag, 30. März, Fairtrade-Rosen zu Gunsten von BfA und FO verkauft.

Die Evangelische Kirchgemeinde Grabs-Gams führt seit längerem am ersten Fastensonntag einen Startgottesdienst durch. «Wir wollen der Gemeinde das Thema der aktuellen Aktion sowie die Informationsmaterialien anschaulich näher bringen», sagt Anni Vetsch als Verantwortliche des Grabser BfA-Teams. Diese Laiengruppe gestaltet den Gottesdienst mit Suppenzmittag. Sie bestimmt im Vorfeld vier Projekte, für die das Geld der Sammelaktion bestimmt ist.

Ein Projekt wird im Gottesdienst speziell präsentiert. Bei der Auswahl der Projekte hält sich das Team an einen Kodex.

Handeln auch das Jahr hindurch

Am gleichen Sonntag wird in der Evangelischen Kirchgemeinde und der Pfarrei Sennwald ein ökumenischer Gottesdienst mit Suppentag gefeiert.

«Der Suppenzmittag erfreut sich grosser Beliebtheit. Wir erwarten rund 200 Personen», erzählt der evangelische Pfarrer Thomas Beerle und ergänzt: «Im Gottesdienst wird das Aktionsthema aufgenommen. Wir wollen einen Aspekt daraus in den Alltag der Leute bringen.»

Fastentuch und Plakate als Impulse

Das Motto der Fastenaktion «Sehen und handeln» wird in weiteren Aktionen umgesetzt, etwa bei der Weihnachtspäckli-Aktion, bei Kleidersammlungen oder Missionsprojekten.

«Ich mache die Erfahrung, dass vor allem vom Fastentuch, das in unserer Kirche hinter dem Altar hängt, spirituelle Impulse ausgehen. Es fordert durch seine blosse Anwesenheit die Kirchgänger heraus. Auch die Plakate helfen mit, die Anliegen ins Bewusstsein zu heben», sagt Günter Schatzmann, Seelsorger in der Pfarrei Sennwald.

Konkretes Handeln zeigt sich in vielen kleinen Schritten wie der Brotaktion, beim Rosenverkauf, beim Suppenzmittag, bei den Kollekten oder beim Einpacken der Materialien für den Versand an die Pfarreiangehörigen. Schatzmann sieht FO und BfA als «wichtigen Baustein in unserer Ökumene».