EVP Werdenberg feierte Jubiläum der EVP Schweiz

Ursi Schweizer, Präsidentin der EVP Werdenberg, durfte am Freitagabend in Sevelen eine beträchtliche Anzahl Gäste im «Drei Könige» zur Jubiläumsfeier der EVP Schweiz begrüssen.

Heidy Beyeler
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Die EVP Schweiz wurde vor 100 Jahren ins Leben gerufen, zehn Jahre später, 1929 wurde die Werdenberger Sektion gegründet. Gemeindepräsident Roland Ledergerber wandte sich mit einfühlsamen Grussworten an das Publikum: «Die Parteien haben in ihrem Tun und Handeln das Gemeinwohl, das soziale Gleichgewicht, den gesellschaftlichen Frieden über die eigenen Interessen zu stellen. Ethisches Denken und moralisches Handeln sollten in einer demokratischen Gesellschaft auf den Grundgedanken der Solidarität.»

Die Erinnerungen an politische Engagements

Die EVP stehe ganz klar für Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Menschenwürde ein, «das ist mein Herz», betonte Ursi Schweizer bei der Begrüssung. Bei der Gründung der EVP sei es nicht darum gegangen, eine besondere Ideologie zu vertreten, sondern evangelische Christen aus Landes- und Freikirchen zu ermutigen, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten und die drohende Spaltung der Gesellschaft zu überwinden, heisst es im Magazin «Idea Spektrum» zum 100-Jahr-Jubiläum der EVP. Derzeit sind 38 EVP-Mitglieder in Kantonsparlamenten aktiv. Auf kommunaler Ebene bekleiden 70 Mitglieder Exekutivmandate und 146 vertreten die EVP in Gemeindeparlamenten.

Anschliessend feierten die Anwesenden das 100-Jahr-Jubiläum mit einem Festessen fremdländischer Spezialitäten aus der kolumbianischen, pakistanischen und tamilischen Küche sowie Ribelmais aus dem Rheintal. Die Speisen aus verschiedenen Kulturen passten gut zum nachfolgenden Referat des St.Galler Regierungsrates Fredy Fässler mit dem Titel «Ethik in der Migration» und der anschliessenden Podiumsdiskussion – geleitet von Jakob Gähwiler, Mintegra, mit Menschen mit Migrationshintergrund.

Gedanken zur Ethik in der Migration

Zum Thema Migration referierte Fredy Fässler: «Migration steht in engem Zusammenhang mit dem Klima», erkannte er. Man dürfe nicht vergessen, dass in Afrika eine Milliarde Menschen leben. «Wenn es bei uns wärmer wird, können wir uns anpassen, wenn es im Süden, wo Dürre herrscht, noch wärmer wird, dann gibt es dort eine humanitäre Katastrophe. Es ist selbstverständlich, dass sich die Leute in solchen Situationen in Bewegung setzen.» Wenn sich nur fünf Prozent einer Milliarde Menschen in Bewegung setzt, sind wir hier in Europa gefordert.

Fässler findet es gut, dass die aktuellen Zustände gerade im Bereich der Asylsuchenden von der Bevölkerung kritisch mitverfolgt würden. Aber man dürfe auch nicht vergessen, dass die Schweiz im 19. Jahrhundert ein Auswanderungsland und mausarm war. Auch der Bezirk Werdenberg konnte seinerzeit die Bevölkerung nicht ernähren. In der Schweiz ist damals das passiert, was heute in anderen Ländern geschieht. Gemeinden haben zu jener Zeit den Auswanderern das Schiffsticket bezahlt. Im europäischen Vergleich wurden sehr viele Menschen aus der Schweiz nach Übersee exportiert. Dazu wurden sogar Auswanderungsagenturen gegründet. «Heute würde man sie Schlepperbanden nennen», sagte Fässler.

Interessante Erfahrungsberichte

Im Anschluss berichteten verschiedene Menschen mit Migrationshintergrund über ihre Erfahrungen als Asylsuchende. Die Podiumsdiskussion leitete Jakob Gähwiler, Mintegra. Podiumsteilnehmende waren Menschen aus Sri Lanka, Iran und Kolumbien, die teils als Kind teils als junge Männer in die Schweiz kamen. Inzwischen sind sie gut integriert. Sie haben hier ihre zweite Heimat gefunden. Die Erfahrungsberichte waren höchst interessant und bewegend.