Mit Jugendlichen etwas Grosses und Verrücktes machen

Der Sennwalder Diakon Ruedi Eggenberger reist in den Herbstferien mit rund 330 Personnen aus dem ganzen Kanton St. Gallen für eine Woche ins kroatische Sibenik, ins «Refresh Camp».

Andrea Müntener-Zehnder
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Der Sennwalder Diakon Ruedi Eggenberger freut sich auf das Refresh Camp in Kroatien. (Bild: Andrea Müntener-Zehnder)

Der Sennwalder Diakon Ruedi Eggenberger freut sich auf das Refresh Camp in Kroatien. (Bild: Andrea Müntener-Zehnder)

Seit Jahren liegen Jugendliche dem Diakon Ruedi Eggenberger am Herzen, seit Jahren hegte er auch den Gedanken eines grossen, gemeindeübergreifenden Jugendlagers, kennt er es doch von andern Kirchgemeinden. Der richtige Zeitpunkt schien für ihn aber erst im Jahr 2018 zu kommen: Zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation.

Vor knapp drei Jahren begann der Initiator mit den ersten konkreten Ideen und Gesprächen. Überall stiess er auf offene Ohren und erhielt die Zustimmung und somit auch die Unterstützung der Kantonalkirche. Sein hochgestecktes Ziel war es, etwas Verrücktes, etwas noch nie Dagewesenes im Kanton auf die Beine zu stellen: Mit 500 Jugendlichen aus dem Kanton St. Gallen – in Anlehnung an die 500 Jahre Reformation – für eine Woche nach Kroatien zu reisen.

500 Jugendliche sind es nun nicht, doch auch mit über 300 Anmeldungen ist Ruedi Eggenberger zufrieden. Im Vorfeld wurde er öfters gefragt, warum ausgerechnet Sibenik in Kroatien, warum findet das Lager nicht in der Schweiz statt? «Die Antwort ist ganz banal», erzählt der 38-Jährige. «Das Wetter! Für die Schweiz müssten wir stets einen Plan B, ein Alternativprogramm, im Sack haben. Nicht so in Kroatien. Dort haben wir Petrus meistens auf unserer Seite. Es erleichtert die Programmplanung enorm. Zudem ist das Meer für die Jugendlichen ohnehin attraktiv.»

Die Projektverantwortung des «Refresh Camps», wie das Kantonallager benennt wurde, trägt der dipl. Sozialpädagoge Johannes Kugler aus St. Gallen. Aus dem Werdenberg gehören nebst Eggenberger auch Jürg Birchmeier und Nina Frauenfelder dem zehnköpfigen Organisationskomitee an.

In der Kirche soll jeder und jede Platz haben

«Was mich zudem besonders freut, dass uns ehemalige Konfirmanden als Jung- oder Gruppenleiter begleiten. Schön, dass diese nicht einfach auf Nimmerwiedersehen aus dem Kirchenleben konfirmiert wurden, wie es öfters der Fall ist. Auch hätte ich mir nie erträumt, dass aus meiner doch eher kleineren Kirchgemeinde schlussendlich knapp 30 Personen am ‹Refresh Camp› teilnehmen», resümiert Initiator Ruedi Eggenberger freudig.

Wie der Diakon erläutert, besteht in der reformierten Kirche ein breites Feld, wie der persönliche Glaube gelebt und ausgedrückt wird. Mit diesem breitgefächertem Glauben ist das «Refresh Camp» unterwegs, jeder und jede soll Platz haben, seinen Platz finden. Ruedi Eggenberger ist der Ansicht, dass «Miteinander unterwegs» sein, den Kopf öffnet. «Kirche findet nicht nur in der Kirche statt. Man darf das Gebäude mutig verlassen. Die Institution Kirche hat auch in der heutigen Zeit so viel zu bieten», so Eggenberger voller Überzeugung.

Modernes und Traditionelles treffen im «Refresh Camp» aufeinander, beide Seiten werden dort gezeigt und gelebt. So werden sich die St. Galler Jugendlichen - nach einer traditionellen Morgenstille im Sinne einer Meditation – den Vormittag in Kleingruppen verschiedenen religiösen und sozialen Themen widmen und diese vertiefen und diskutieren. Nachmittags dürfen sie dem Sport frönen, Besichtigungstouren machen oder einfach nur gemütlich am Strand verweilen. Der Abend gehört wieder der Gemeinschaft, auch diese wird im Lager grossgeschrieben.

Refresh, zu deutsch erneuern, soll den Jugendlichen einen frischen Wind in ihren Alltag bringen. Der Diakon wünscht sich, dass sie diesen Wind, die Begeisterung und Hoffnung nach dem Lager in Kroatien in die Welt hinaus tragen werden.