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Etappenweiser Neubau des Spitals Grabs ist organisatorisch sehr anspruchsvoll - Erstbezug erfolgt im Mai 2020

Der Neubau des Spitals Grabs macht rasche Fortschritte. Der Innenausbau soll Ende Oktober weitgehend abgeschlossen sein. Dann erfolgen die Abnahmen, die Einschulungen der Mitarbeitenden und das an einem Wochenende geplante Zügeln. Priorität haben kurze Wege und speditive Abläufe.
Thomas Schwizer
Die Aussenansicht täuscht: Sie erweckt den Anschein, dass der Spitalneubau demnächst bezogen werden könnte. Hier der Teil mit den Pflegebereichen. (Bilder: Thomas Schwizer)

Die Aussenansicht täuscht: Sie erweckt den Anschein, dass der Spitalneubau demnächst bezogen werden könnte. Hier der Teil mit den Pflegebereichen. (Bilder: Thomas Schwizer)

Seit vier Jahren arbeitet die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (RWS) nach dem Prinzip des Lean Management. Es legt auch im Neubau die Prioritäten auf effiziente Arbeitsabläufe, möglichst kurze und betrieblich sinnvolle Wege, die den Patienten und Mitarbeitenden einen Nutzen bringen.

Vier Jahre Bauzeit bis zum Bezug im Mai 2020

Am 4.April 2016 war der Spatenstich für den Spitalneubau, im Frühling 2019 wurden die Rohbauarbeiten abgeschlossen, im Mai 2020 ist der Umzug geplant.

Beim Rundgang im Innern zeigt sich, dass zahlreiche Handwerker in den langen Gängen und den vielen Räumen auf allen fünf Stockwerken emsig daran sind, kilometerweise Kabel zu verlegen.

Die Zeit drängt

Weit fortgeschritten sind Arbeiten wie Boden- und Wandbeläge, Rohrleitungen, Notfall-Stromaggregat oder Lüftungsanlagen. Und auch die Installationsarbeiten in den fünf neuen Operationssälen sind in vollem Gang.

Insgesamt müssen 450 Kilometer Elektrokabel verlegt werden.

Insgesamt müssen 450 Kilometer Elektrokabel verlegt werden.

Die Zeit drängt. Der Termin für den Abschluss der Bauphase eins und den Umzug aus dem über 100-jährigen Altbau in den Neubau ist für Mai 2020 terminiert. Roland Rubin, Geschäftsleitungsmitglied der Spitalregion RWS und Leiter Betrieb und Organisation, ist überzeugt, dass dies klappt.

Koordination ist eine grosse Herausforderung

Die Koordination der Bauarbeiten im Spitalneubau in Grabs und die Planung des Umzugs in den Neubau sind eine grosse Herausforderung. Beim Rundgang im Neubau des Spitals Grabs beeindruckt dessen Grösse.

Die Arbeit an den fünf neuen Operationssälen ist schon weit fortgeschritten.

Die Arbeit an den fünf neuen Operationssälen ist schon weit fortgeschritten.

Im nördlichen, eingeschossigen Bereich sind die Bauarbeiten in den fünf Operationssälen und den notwendigen Nebenräumen schon weit fortgeschritten. Hier werden in nächster Zeit noch Einrichtungen mit modernsten Technologien installiert – wie im ganzen Gebäude.

Derzeit stehen im Innern der Grossbaustelle an verschiedenen Orten Elektriker, Schreiner, Gipser und Maler im Einsatz. In den Gängen warten zahllose Rollen mit Kabeln verschiedener Farben darauf, von den Fachleuten verlegt und zur richtigen Steckdose geführt zu werden.

Insgesamt 630 Kilometer Leitungen und Kabel

Der Rundgang führt vor Augen, wie komplex die Planung und die Realisierung der technischen Installationen in diesem Gebäude ist.

«Der Neubau eines Spitals ist um ein Vielfaches komplexer als der Neubau einer Schule»

stellt Roland Rubin fest. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland und Leiter Fachbereich Betrieb und Organisation.

Die Grösse der technischen Anlagen (Heizung/Lüftung) ist beeindruckend.

Die Grösse der technischen Anlagen (Heizung/Lüftung) ist beeindruckend.

Die nackten Zahlen sind beeindruckend: Es werden insgesamt rund 630 Kilometer Leitungen und Kabel verlegt, 450 Kilometer davon sind Elektrokabel (siehe Kasten). Die Bodenbeläge und Wandverkleidungen sind in einigen Bereichen schon weitgehend abgeschlossen und gut geschützt.

Die Grösse der Anlagen ist beeindruckend

Nicht nur der Operationstrakt mit den fünf Operationssälen ist Teil der ersten Bauphase, sondern auch der Hauptbau mit seinen fünf Stockwerken. In den beiden unterirdischen Geschossen sind die technischen Anlagen (Heizung, Lüftung, Notstromaggregat etc.) bereits eingebaut.

Die Grösse der Anlagen und die Länge der Rohre sind imposant. Sie zeugen von der enormen Leistung, welche die Anlagen erzeugen müssen, um das Spitalgebäude in Zukunft versorgen zu können.

Möglichst optimale Prozesse schaffen

Im ersten Untergeschoss, aber mit Tageslicht versorgt, befindet sich auch die Küche. Auch hier wurden bei der Detailgestaltung Hinweise der künftigen Nutzer berücksichtigt. Wie in allen anderen Bereichen steht die Schaffung möglichst optimaler Arbeitsabläufe für die Mitarbeitenden und damit auch zum Wohle der Patienten im Zentrum.

Diese Belüftungsanlagen sind lediglich für zwei Operationssäle nötig.

Diese Belüftungsanlagen sind lediglich für zwei Operationssäle nötig.

Dafür kann die Spitalregion auf die Dienste des ehemaligen Kaderarztes und Spitalleiters des Spitals Grabs, Jochen Steinbrenner, zählen. Er bringt während der Bauzeit seine jahrelange Erfahrung in einem Teilzeitpensum als Prozessbeauftragter im Bereich Betrieb und Organisation ein.

Durchgehend Zweibett-Zimmer

Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich der zentrale Eingang mit den nahe liegenden Untersuchungsräumen für die eintreffenden Patienten. Südlich des Haupteingangs befindet sich auch der Restaurantbereich mit einer grossen Terrasse. Hangwärts im Erdgeschoss sind die Räumlichkeiten der Tagesklinik direkt vom Operationsbereich her zugänglich.

Ein Blick in das Patienten-Musterzimmer zeigt den Baufortschritt.

Ein Blick in das Patienten-Musterzimmer zeigt den Baufortschritt.

Das gesamte erste und zweite Obergeschoss bietet den stationären Pflegebereichen (Medizin, Chirurgie und Orthopädie) Platz, die durchgehend Zweierzimmer aufweisen. In diesen Etagen bildet ein offener Empfangsbereich in jeder der zwei Bettenstationen eine direkte Anlaufstelle für Patienten und Besucher.

Im obersten Geschoss befinden sich die Gebärabteilung mit Zweierzimmern und die Geburtsklinik mit vier Gebärsälen, die alle mit einer Wanne für Wassergeburten ausgestattet sind.

Neubau am bisherigen Standort ist komplex

Nach dem Umzug und damit dem Abschluss der ersten Bauphase gilt es, weitere bauliche und betriebliche Herausforderungen zu meistern. So müssen im frei gewordenen Altbau Anpassungen für eine Zwischennutzung durchgeführt werden.

In einer zweiten Phase werden nämlich die Apotheke, die Medizintechnik, die Untersuchungsräume, die Stroke-Unit und ein Teil der Büros von einem bestehenden Gebäude in den Altbau zügeln. In dieser Phase braucht es einen, neu zu erstellenden, provisorischen Verbindungskanal zwischen Alt- und Neubau. Dann wird der alte Standort dieser Bereiche abgebrochen und durch einen weiteren Neubauteil ersetzt.

Hangwärts musste ein Beton-Schutzwall gegen einen Murgang errichtet werden, den Fachleute als Ereignis einstufen, das alle 300 Jahre eintreffen könnte.

Hangwärts musste ein Beton-Schutzwall gegen einen Murgang errichtet werden, den Fachleute als Ereignis einstufen, das alle 300 Jahre eintreffen könnte.

In der Phase drei folgt schliesslich die nächste bauliche und planerische Herausforderung. Dann wird das Kerngebäude C des bestehenden Spitalteils abgebrochen, um den Neubau vollenden zu können. Hier werden schliesslich das Ambulatorium, der Notfall, Therapien, Endoskopie sowie weiteren Dienstleistungen und Büros einen neuen, massgeschneiderten Platz finden.

Alle Patienten erhalten «Blick in die Landschaft»

Alle Patientenzimmer im Neubau bieten einen «Blick in die Landschaft». Die Besprechungs- und Personalräume sowie alle internen Nebenräume sind gegen den Innenhof gerichtet und verfügen so über natürliches Licht.

Die Kosten für die durch den Neubau am bisherigen Standort nötigen Provisorien sind in der Gesamtbausumme von 159 Millionen Franken enthalten. Der Verwaltungsrat der St. Galler Spitalverbunde hat einen Nachtragskredit von 22 Millionen genehmigt (W&O vom 28.Mai 2019).

Vielfältige Gründe für deutliche Mehrkosten

Gemäss Rubin haben die Mehrkosten vielfältige Gründe. So seien die medizinische Entwicklung, die baulichen Vorschriften und der Leistungsinhalt seit der Neubauplanung des Kantons im Jahr 2006 fortgeschritten und nicht mehr vergleichbar.

Er nennt als Beispiele die Intensivstation, die nun grösser werde, die Notwendigkeit eines weiteren Gebärsaals oder die in Grabs zwischenzeitlich bewährte Stroke-Unit für Schlaganfallpatienten (Stroke-Unit).

Der Umzugstermin ist fixiert

Alle Bau- und Installationsarbeiten müssen bis Ende Oktober abgeschlossen sein, hält Roland Rubin fest. Er ist zuversichtlich, dass diese grosse Herausforderung dank der professionellen Organisation der komplexen Bau- und Installationsarbeiten gelingen kann. Das gilt auch für den Umzug der betreffenden Bereiche in den Neubau. Er wird im Mai 2020 erfolgen und ist eine Herausforderung; denn an nur einem Wochenende müssen alle Mitarbeitenden und Patienten «umgesiedelt werden» – bei laufendem Spitalbetrieb. «Auch an diesen zwei Tagen werden wir für unsere Patienten einen zu 100 Prozent zuverlässigen und sicheren Betrieb ermöglichen», betont Rubin. Nach Fertigstellung der Arbeiten bis zum Umzug erfolgen die vorgeschriebene Abnahme sämtlicher Installationen und Einrichtungen sowie Testläufe, damit vom ersten Tag an der Betrieb zu 100 Prozent funktioniert. Eine wesentliche Aufgabe in dieser Zeit ist auch die Schulung der Mitarbeiter, die parallel zum Spitalbetrieb erfolgen muss. Alle müssen beim Einzug mit den Räumlichkeiten, der Infrastruktur und der Technik im Neubau vertraut sein. Damit das klappt, wurde den rund 560 Mitarbeitenden des Spitals von April bis Anfang Juni eine Feriensperre verhängt. Der Umzugstermin könne auch deshalb nicht mehr verschoben werden, erläutert Rubin. (ts)

Leitungen von Grabs bis Prag

  • Im Neubau des Spitals Grabs werden grosse Mengen von Materialien verbaut.
  • 13500 m3 Beton (entspricht zirka 17 Einfamilienhäusern voller Beton)
  • 65000 m3 fester Aushub, davon wurden 45000 m3 abtransportiert
  • 600 m Sickerleitung
  • 400 m Kabelschutz
  • Total 630 km Leitungen und Kabel (entspricht der Strecke von Grabs nach Prag). Davon 450 km Elektrokabel (Stromschienen im Untergeschoss 1600 Ampere – ein Einfamilienhaus hat 40); 20 km Sanitärleitungen; 12 km Medgasleitungen; 32 km Heizungs- und Kälteleitungen; 120 km Fussbodenheizleitungen
  • zwei Boiler zu je 5000 l Brauchwarmwasser
  • drei 10000-Liter-Kältespeicher, zwei 17500-Liter-Speicher für die Abwärme der Kältemaschinen
  • 40 Lüftungsanlagen mit insgesamt zirka 125000 m3 Aussenluft pro Stunde
  • 175 Brandschutzklappen
  • 180 elektrische und 320 mechanische Volumenstromregler
  • zirka 68 Pumpen verschiedener Art

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