«Es ist ein schöner Auftrag»: Während des WEF wird eine Teilauflage des Wall Street Journals im Werdenberg gedruckt

Eine Druckerei in Haag druckt während des World Economic Forum (WEF) in Davos täglich 5000 «Wall Street Journal», damit Manager und Politiker aus aller Welt nicht auf ihre Pflichtlektüre verzichten müssen.

Béla Zier
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Exotisches Produkt in der Druckerei in Haag. Jede Nacht werden 5000 Wall Street Journal gedruckt.

Exotisches Produkt in der Druckerei in Haag. Jede Nacht werden 5000 Wall Street Journal gedruckt.

Bild: Bruno Rothmund

Für Manager und Politiker weltweit gehört die internationale, englischsprachige Tageszeitung «Wall Street Journal» (WSJ) aus dem Dow-Jones-Verlag zur Pflichtlektüre. Auch am World Economic Forum (WEF) in Davos müssen sie nicht darauf verzichten. Dafür, dass die globalen WSJ-News tagtäglich in Davos als Zeitung an WEF-Teilnehmende verteilt wird, sorgt das moderne Druckzentrum der Somedia Partner AG in Haag im St.Galler Rheintal. Schon zum zweiten Mal hat die Druckerei vom Dow-Jones-Verlag den Auftrag erhalten, die «Wall Street Journal»-Ausgaben am WEF zu produzieren.

Druckdaten kommen aus Singapur und New York nach Haag

Urs Zieri, Geschäftsführer des Druckzentrums, und seine Mitarbeitenden leisten wegen des Auftrags einen Sondereffort. Üblicherweise werden laut Zieri jede Nacht rund 125'000 Zeitungen gedruckt. Mit den WSJ-Zeitungen kommen nächste Woche während vier Tagen jeweils noch etwa 5000 Exemplare hinzu. Die Daten werden aus Singapur sowie New York an die Druckerei übermittelt, erklärt Zieri.

Die für die WEF-Teilnehmenden produzierten «Wall Street Journal»-Ausgaben vom Dienstag und Freitag bestehen aus drei, jene vom Mittwoch und Donnerstag aus zwei Zeitungsbünden. Mit dem Druck alleine ist es aber nicht getan, sämtliche Ausgaben werden maschinell in spezielle Umschläge eingesteckt, die im Voraus produziert worden sind. Alles in allem beziffert Zieri die Zeit, bis jeweils alle 5000 WSJ-Zeitungen abholbereit vorliegen, auf etwa eineinhalb Stunden.

Abfahrt ist jede Nacht um Punkt 4 Uhr

Der Zeitplan muss peinlichst genau eingehalten werden, denn jeden Tag um Punkt 4 Uhr früh werden die Exemplare bei der Druckerei abgeholt und mit einem vom Dow-Jones-Verlag organisierten Kurierfahrzug nach Davos geliefert. «Der Fahrer muss um 5.30 Uhr beim Davoser Kongresszentrum sein, dort findet die Verteilung weiterer Zeitungen anderer Verlagshäuser statt», so Zieri. Zum Frühstück finden dann Manager und Politiker das druckfrische «Wall Street Journal» in ihren Hotels vor.

Altpapier wird für neue Zeitungen verwendet

Geschäftsführer Urs Zieri freut sich:

«Es ist ein schöner Auftrag.»

Der Dow-Jones-Verlag betreibe einen grossen Aufwand, für diesen sei es eine «extrem wichtige Image-Geschichte», die zeige, dass «Printprodukte immer noch gefragt sind». Wie Zieri ausführte, gebe es für die WSJ-Ausgaben in Davos kein spezielles Entsorgungskonzept, «aber die Zeitungen werden eingesammelt und gelangen als Altpapier zurück in die Papierfabriken». Er gehe davon aus, dass die WSJ-Leserschaft wisse, wie man eine Zeitung entsorge.

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