Erotik-Chat mit der Polizei: Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verurteilt Mann wegen sexuellem Kontakt mit 14-jährigem Mädchen

Ein Mann fragte ein vermeintlich 14-jähriges Mädchen im Chat nach sexuellen Vorlieben. Fast zwei Stunden lang chattete er mit Lara-14. Doch hinter dem vermeintlichen «Mädchen» steckte ein verdeckter Ermittler.

Reinhold Meier
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Fast zwei Stunden lang chattete der verurteilte Mann mit Lara-14.

Fast zwei Stunden lang chattete der verurteilte Mann mit Lara-14.

Christian Beutler / KEYSTONE

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hat einen Mann schuldig gesprochen, der versucht hatte, im Internet einen sexuellen Kontakt zu einer 14-Jährigen aufzubauen. Doch hinter dem vermeintlichen «Mädchen» steckte ein verdeckter Ermittler.

Der Einheimische aus der Region, hatte sich unter einem Pseudonym auf einer Chat-Plattform eingeloggt. Dabei nahm er mit einem vermeintlich 14-jährigen Mädchen Kontakt auf. Er lenkte das Gespräch sogleich auf erotische Themen. Fast zwei Stunden traktierte er Lara-14* mit intimsten Fragen zu sexuellen Vorlieben, meist in einem Modus, der als derber und spürbar übergriffiger Gassen-Slang gelten darf. Während des Chats hat er seinem Gegenüber zudem eine einschlägige Nahaufnahme von sich selbst geschickt, die unter den Begriff der verbotenen Pornografie fällt.

Zu einer Verabredung kam es nicht

Der Einwand des «Mädchens», es sei doch erst 14 Jahre alt, hielt ihn nicht davon ab, weiterzumachen. «Er blendete es aus», so die Anklage. Dabei sei dem Mann jenseits der 30 sehr wohl bewusst gewesen, dass sexuelle Handlungen mit Kindern im Alter unter 16 Jahren strafbar seien. Zu einer Verabredung kam es zwar nicht. Dies nicht zuletzt, weil sich der Angeklagte dazu nicht an den Wohnort des Mädchens begeben wollte, aus Angst allenfalls von der Mutter gestört zu werden. Doch schon der Chat alleine wog strafrechtlich schwer.

«Es gab kein Opfer» – es blieb beim Versuch

Die Anklage lautete denn auch auf versuchte sexuelle Handlung mit Kindern und auf versuchte Pornografie. In beiden Fällen sei es zwar beim minder strafbewehrten «Versuch» geblieben, hiess es, weil ja tatsächlich kein Kind von den Taten betroffen worden war. «Es gab kein Opfer», hiess es. Denn Lara-14 entpuppte sich eben als Kantonspolizist, der in verdeckter Ermittlung unterwegs war.

Die Anklage forderte gleichwohl eine Haftstrafe von sieben Monaten, bedingt, bei einer Probezeit von zwei Jahren, gilt doch bereits der Versuch als strafbare Handlung. Zudem sei ein Verbot auszusprechen, das dem Beschuldigten künftig jede Tätigkeit untersage, die mit regelmässigem Kontakt zu Minderjährigen einhergehe, beruflich und privat.

Täter zeigte sich geständig und einsichtig

Auf einen Verteidiger hatte der Angeklagte verzichtet. Er ist alleine an Schranken erschienen, zeigte sich dort rundum ebenso geständig wie einsichtig, wenn auch eher wortkarg. Das Gericht verhängte statt der beantragten Haft schliesslich eine hohe Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 100 Franken, gesamthaft also 15000 Franken. Der Vollzug der Strafe wird bei einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben.

Der Mann war bisher unbescholten

Entlastend fiel dabei ins Gewicht, dass der Mann als Ersttäter gilt, der bisher völlig unbescholten lebte und nicht vorbestraft ist. Darum wurde auch kein Tätigkeitsverbot ausgesprochen, es gäbe keine Anhaltspunkte für eine dahingehende Gefährdung. Zudem habe er weder beruflich noch sonst mit Kindern zu tun. Bei einer Fortsetzung des strafbaren Handelns würde ein solches Verbot aber zu einem Thema werden, schrieb man ihm ins Stammbuch. Wegen des Schuldspruchs muss der Mann auch die Verfahrenskosten tragen, insgesamt 2200 Franken. Der Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland ist bereits rechtskräftig.

*Name geändert