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Das Eidgenössische Turnfest ist für die lokalen Turnvereine Erlebnis und Höhepunkt zugleich

Am Eidgenössischen Turnfest in Aarau (13. bis 23. Juni) steht vor allem das zweite Wettkampfwochenende im Fokus der regionalen Vereine. Die Ambitionen sind so unterschiedlich wie die Vielfalt des Turnsports.
Robert Kucera
Legt die Gamser Pendelstafette so richtig los, sind die Läufer fast schneller als ihre Schatten. (Bild: Robert Kucera, Grabs, 9. Juni 2018)

Legt die Gamser Pendelstafette so richtig los, sind die Läufer fast schneller als ihre Schatten. (Bild: Robert Kucera, Grabs, 9. Juni 2018)

Das Eidgenössische Turnfest hat bei den lokalen Turnvereinen einen enorm hohen Stellenwert. Dies beweist die geschlossene Teilnahme an diesem Mega-Event. Die Grösse, aber auch die geringe Häufigkeit – nur alle sechs Jahre findet das grösste Turnfest des Landes statt – machen den Anlass so attraktiv.

Am zweiten Wochenende starten elf Mannschaften bei den Aktiven sowie fünf Teams in der Sparte Frauen/Männer. Aufgeteilt sind diese Crews in einzelne Gruppen, die dann ihrer bevorzugten turnerischen Disziplin nachgehen.

Teilnahme hat Tradition für jeden Aktivturner

Doch was macht ein Eidgenössisches Turnfest so speziell? Die Turnvereinspräsidenten standen dem W&O Red und Antwort und liessen tiefe Einblicke in die Turner-Seele zu. «Die Teilnahme am Eidgenössischen Turnfest hat Tradition für jeden Aktivturner. Das Fest ist eine fixe Grösse im Palmarès jedes Turners», sagt Philip Bernegger, Präsident STV Sax.

Fester Bestandteil im Wettkampfprogramm des STV Sax ist die Kleinfeld-Gymnastik. (Bild: Robert Kucera, Grabs, 9. Juni 2018)

Fester Bestandteil im Wettkampfprogramm des STV Sax ist die Kleinfeld-Gymnastik. (Bild: Robert Kucera, Grabs, 9. Juni 2018)

Für Andreas Tinner, Präsident STV Sennwald, ist es Ehrensache, daran teilzunehmen: «So viele Vereine wie sonst nie und viele verschiedene Schweizer Kulturen kommen hier zusammen.» Den hohen Stellenwert hebt auch Oliver Blapp, Präsident TV Sevelen hervor:

«Das Eidgenössische Turnfest ist ein Erlebnis für alle Turner, das muss man erlebt haben.»

«Die Teilnahme steht ausser Frage. Dieses Fest ist aussergewöhnlich von der Grösse und von der Atmosphäre her – das macht es speziell und zu einem Highlight im Turnerleben», äussert sich Reto Schob, Präsident STV Gams.

«Es ist nicht irgendein Breitensportanlass», sagt TV-Buchs-Präsident Pascal Takacs und ergänzt: «Man misst sich mit der ganzen Schweiz, das ist die Herausforderung.» Der Quervergleich mit den Turnern aus allen Landesteilen übt auf den TV/DTV Weite einen besonderen Reiz aus. «Bei uns ist eine Euphorie ausgebrochen. Es gibt Zusatztrainings, zusätzliche Teile werden in die Programme eingebaut.

Wir wollen unser Können, das wir uns antrainiert haben, entsprechend präsentieren»,

sagt Präsident René Gabathuler. Von der ruhigen Seite betrachtet es dagegen der DTV Wildhaus: «Am Eidgenössischen Turnfest wird der Zusammenhalt im Verein gepflegt und man ist Teil der grossen Turnfamilie», sagt Präsidentin Sonja Vetsch.

Ein Kribbeln macht sich bemerkbar

Für den Präsidenten des TV Oberschan, Simon Kuratli, steht fest: «So ein Riesenevent macht einfach Spass.» Doch es gibt auch eine andere Seite: «Bei Oberturnern und Leitern ist ein stärkeres Kribbeln im Vorfeld bemerkbar als bei kantonalen Festen.»

Dieses Kribbeln hat auch Rolf Berger, Präsident STV Salez-Haag, bemerkt. «Man merkt es, weil sich die Turner im Vorfeld des Eidgenössischen Turnfests mehr mit dem Anlass auseinandersetzen als sonst.» So erhielt er kürzlich eine Mitteilung eines Vereinsmitglieds, um wie viel Uhr die Essenszeit ihres Vereins angesetzt ist – bei anderen Festen sei dies kein grosses Thema. Ein Kribbeln verspürt man auch beim STV Frümsen. Präsident Andreas Preisig erklärt:

«Ein Eidgenössisches Jahr ist für einen kleinen Verein ein aussergewöhnliches Jahr. Speziell macht es dieses Jahr die Tatsache, dass wir zum letzten Mal in dieser Zusammensetzung am Eidgenössischen Turnfest mitmachen.»

Der grösste Schweizer Turnanlass ist aber auch, wie es TV-Azmoos-Präsident Martin Eggenberger formuliert, «ein Meilenstein in der Karriere». Doch das Eidgenössische kann neben Höhepunkt auch ein Schlusspunkt sein. «Nie gibt es mehr Rochaden in einem Verein, als nach einen Eidgenössischen Turnfest. Im Vorstand, im Leiterteam, aber auch bei den Turnern, findet dann der Generationenwechsel statt.»

Die Grabser Gymnastiktruppe wird in Aarau vor einer weitaus grösseren Kulisse antreten als vor Jahresfrist an den Kantonalen Meisterschaften im Vereinsturnen. (Bild: Robert Kucera, Grabs, 9. Juni 2018)

Die Grabser Gymnastiktruppe wird in Aarau vor einer weitaus grösseren Kulisse antreten als vor Jahresfrist an den Kantonalen Meisterschaften im Vereinsturnen. (Bild: Robert Kucera, Grabs, 9. Juni 2018)

Doch der Anlass dient auch als Jungbrunnen, wie Peter Eggenberger, Präsident STV Grabs festhält: «Die Teilnehmerzahl innerhalb des Vereins ist höher als bei anderen Festen. Ausserdem gibt es in einem Eidgenössischen Jahr die meisten Comebacks. Diesen Anlass will niemand verpassen.»

Die bestmögliche Leistung abrufen

Die Ambitionen der lokalen Turnvereine variieren stark. «Wir haben uns kein Ziel gesetzt. Jede Turnerin soll ihr Bestes geben», heisst es aus Wildhaus. «Fehlerfrei unsere Programme turnen und den Zuschauern was zeigen», lautet das Grabser Motto.

«Wir wollen zum Saisonhöhepunkt die beste Leistung des Jahres abrufen. Denn darauf haben wir hingearbeitet», so die Zielsetzung aus Sevelen.

Der TV Sevelen wird auch in Aarau sein Barrenprogramm vorführen. (Bild: Robert Kucera, Grabs, 9. Juni 2018)

Der TV Sevelen wird auch in Aarau sein Barrenprogramm vorführen. (Bild: Robert Kucera, Grabs, 9. Juni 2018)

Der Saxer Vorsatz wird wie folgt umschrieben: «Im Wettkampf gute Leistungen erreichen, sodass wir zufrieden sein können. Mit diesen guten Leistungen wollen wir für die bestehenden aber auch für neue Mitglieder einen attraktiven Verein darstellen.»

«Schöne Durchgänge turnen und alles geben»,

wollen die Oberschaner. Auf den Rang wird zwar nicht geschaut «aber im vordersten Drittel möchten wir uns schon positionieren.» Das gemeinsame Erlebnis hat für Frümsen Priorität. Dabei vergisst man aber nicht das Sportliche: «Ein Rang in der goldenen Mitte, im zweiten Ranglistendrittel, ist unser Ziel.»

Da Salez-Haag gleich sieben neue junge Turner im Team hat, die notabene ihr allererstes Turnfest bestreiten, sind die Ambitionen nicht allzu hoch geschraubt: «Mit einer Punktzahl von 24,5 bin ich mehr als zufrieden», sagt Rolf Berger. An das Erreichen einer 25 glaubt er indes nicht. Zufriedenheit bei Sennwald herrscht, wenn man die Gesamtnote 27 knackt. «Wir möchten die bestmögliche Leistung abrufen und einen Kranz holen.»

Drei Vereine wollen die 28 vor dem Komma sehen

Einige Werdenberger Vereine melden dagegen klare Ambitionen an. Sie wollen am zweiten Wettkampfwochenende in Aarau nicht nur die Zuschauer verzücken, sondern auch die Kampfrichter. «Einen Rang zu nennen ist schwierig. Aber wir haben die Note 28 im Kopf», sagt der Gamser Vereinspräsident.

«Doch das wird schwer werden, für die 28 muss man gut sein. Es wäre genial, wenn das gelingt.»

Am Turnfest in Obfelden (Zürich) erreichte Buchs die Note 27,93. «Eine Steigerung in allen Riegen ist nötig», fordert Pascal Takacs. «Eine 28 ist unser erklärtes Ziel.» Dies sollte auch umsetzbar sein, wenn die Trainingsleistungen abgerufen werden können.

Zwei Wartauer Vereine gelten als heisse Anwärter auf einen Podestplatz in einer der unteren Stärkeklassen. «Wir wollen das Optimum herausholen und vorne mitmischen», so die Kampfansage aus Azmoos. Martin Eggenberger präzisiert:

«Die Note muss eine 28 vor dem Komma haben. Ab 28,5 bin ich sehr zufrieden.»

«Zwischen Rang 1 und 6 ist alles möglich», sagt René Gabathuler. Wie wahr: 2007 in Frauenfeld holte der TV/DTV Weite den Sieg in der 5. Stärkeklasse, sechs Jahre später in Biel war es Rang 6. Die Anforderungen an sich selbst sind hoch: «9,5 bis 9,8 in jedem Wettkampfteil und die 29 knacken.» Denn dann würde man die Leistung von Frauenfeld (28,99) übertreffen.

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