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Werdenberg: Eine alte Bohnensorte soll erhalten werden - durch die maschinelle Nutzung

Die Schwefelbohne war früher im Werdenberg, Rheintal und Fürstentum Liechtenstein wohl weit verbreitet. Nun soll sie in der Region Werdenberg wieder angebaut werden.
Katharina Rutz
Die Schwefelbohnen-Versuchsflächen liegen inmitten eines normalen Maisfeldes in Haag. (Bild: PD)

Die Schwefelbohnen-Versuchsflächen liegen inmitten eines normalen Maisfeldes in Haag. (Bild: PD)

Die schwefel-gelbe Farbe verleiht der Schwefelbohne (Phaseolus vulgaris) ihren Namen. Zu Grossmutters Zeiten war sie wohl ein weit verbreitetes Nahrungsmittel in der Region. Die sogenannte Reiserbohne – eine Übergangsform zwischen Busch- und Stangenbohne – wurde nämlich zusammen mit dem Ribelmais angepflanzt. Zusammen mit dem Ribelmais ist sie denn auch wieder aufgetaucht. Der Verein Rheintaler Ribelmais führte ein Inventarisierungsprojekt der verschiedenen Ribelmaissorten durch. Auf der Suche nach Ribelmaissaatgut erhielten Hans Oppliger, Geschäftsführer des Vereins, und sein Team auch zwei Handvoll schwefelgelbe Bohnen.

«Wir wollen, dass diese Bohne mit modernen Mitteln feldmässig angebaut werden kann», sagt Hans Oppliger.

«Oberstes Ziel ist es, diese alte Bohnensorte durch Nutzung lebendig zu erhalten.»

Von einer Handvoll Bohnen zu einem industriellen Anbau einer alten Sorte ist es allerdings ein weiter Weg. Diese Erfahrung hat Hans Oppliger schon mit dem Ribelmais gemacht.

Erste Anbauversuche im Jahr 2016

Ein Teil des ersten wiederentdeckten Schwefelbohnen-Saatgutes wurde an die nationale Genbank in Changin zur Einlagerung weitergeleitet. Die restlichen Bohnen wurden von Hand vermehrt. Im Jahr 2016 konnte Hans Oppliger mit seiner Firma Rhytop GmbH das vom Bundesamt für Landwirtschaft unterstützte Vorprojekt «Nutzungsmöglichkeiten Schwefelbohne» durchführen. David Dederichs, ein Student der Universität Hohenheim, befasste sich in seiner Masterarbeit mit den Anbaueigenschaften und der Evaluierung eines möglichen maschinellen Anbaus. «Wir haben die Bohnen von zwei Kilo auf 60 Kilo Saatgut von Hand vermehrt», sagt Benedikt Kogler, Projektleiter Schwefelbohne bei der Rhytop GmbH. 2017 und 2018 wurden so weitere Kleinparzellenversuche und ein grossflächiger Anbau möglich. Tests in der Küche waren ebenfalls erfolgversprechend. Martin Real, ein Spitzenkoch der Region, attestierte der Bohne besondere kulinarische Eigenschaften.

In Folgeprojekten sollen nun Lösungsansätze gefunden werden, um die Schwefelbohne feldmässig anzubauen. Während nämlich früher die Bohnen von Hand gesät und geerntet wurden, muss der Anbau heute maschinell möglich sein. Ansonsten macht der Anbau der Bohne aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn. Der Ribelmais wird beispielsweise heute wie jeder andere Speisemais gedroschen. In Zukunft muss das auch mit der Bohne möglich sein. Allerdings werden nicht alle Schoten gleichzeitig reif.

Nicht für maschinellen Anbau gezüchtet

Die alte Sorte ist nicht darauf ausgelegt, maschinell angebaut und geerntet zu werden, wie die modernen Züchtungen von heute. «Wir wollen den Charakter der Schwefelbohne erhalten», betont Hans Oppliger. Hier liegt also noch einiges an Arbeit vor Hans Oppliger und Benedikt Kogler.

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