Der Tankgraben Plattis wird zugeschüttet: Die Erdkröten erhalten einen neuen Lebensraum

In Plattis entsteht ein neuer Amphibienweiher. Dieser ersetzt den Tankgraben 1 als Laichplatz.

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Am Hangfuss in Plattis in der Gemeinde Wartau entsteht ein neuer, rund 2000 Quadratmeter grosser Weiher. Dieser wird Amphibien als Laichplatz dienen.

Am Hangfuss in Plattis in der Gemeinde Wartau entsteht ein neuer, rund 2000 Quadratmeter grosser Weiher. Dieser wird Amphibien als Laichplatz dienen.

Bild: PD

(pd) Am Hangfuss im Raum Chäshof-Ziegelhütte haben die Aushubarbeiten für den neuen Amphibienweiher begonnen. Dieser ersetzt den vor über 70 Jahren als Panzerhindernis erstellten Tankgraben als Laichplatz für Erdkröten, Bergmolche, Gras- und Wasserfrösche. Durch die Verlegung des Gewässers auf die andere Strassenseite gibt es nur Gewinner. Einerseits müssen die Amphibien künftig bei der jährlichen Frühjahrswanderung zum Laichgewässer die Hauptstrasse nicht mehr überqueren, andererseits gewinnt die Landwirtschaft durch die Verfüllung des Tankgrabens wertvolles Wies- und Ackerland, wie die Gemeinde Wartau in einer Medienmitteilung schreibt.

Gemeindepräsident Beat Tinner freut sich:

«Die Wanderdistanz zwischen Winterlebensraum und Fortpflanzungsgewässer wird für die Erdkröten wesentlich kürzer, wir müssen der Hauptstrasse entlang keinen Amphibien-Fangzaun mehr aufstellen und können darauf verzichten, dass Schulkinder rund um die stark befahrene Kantonsstrasse die Kröten einsammeln müssen.»

Der Ersatzweiher liegt mitten im Wandergebiet der Erdkröten und grenzt an ihren weitläufigen Landlebensraum. Das neue Gewässer wird 2000 Quadratmeter Wasserfläche aufweisen.

Die Umgebung soll mit Gehölzen, Extensivwiesen und Krautsäumen als naturnaher Lebensraum aufgewertet werden. So bekommen die rund 2000 Erdkröten sowie weitere Arten wie Bergmolche, Grasfrösche und Wasserfrösche einen neuen, attraktiven Lebensraum.

Gebaut wird in zwei Etappen

Der Bau des Ersatzweihers und die Verfüllung des Tankgrabes erfolgen in zwei Etappen. Der Ersatzweiher und der Tankgraben müssen während zweier Laichsaisons gleichzeitig zur Verfügung stehen. Zumindest Teile des Gewässers. Dieses Vorgehen ist aufgrund des Schutzes der Amphibien notwendig. Das Restwasser im Tankgraben hilft, dass die Erdkröten als ortstreue Art parallel zur Besiedlung des Ersatzweihers auch am alten Ort ablaichen können.

Der alte Tankgraben wird bis Herbst 2021 verfüllt

Während der ersten Etappe werden etwa zwei Drittel der Länge des Tankgrabens verfüllt und rekultiviert, ein Teil des Bodens wird zwischengelagert. Nach zwei Sommern, wenn sich die Amphibienpopulation im Ersatzweiher etabliert hat, können die Arbeiten abgeschlossen werden. Die Verfüllung erfolgt demzufolge erst im Herbst 2021. Danach wird die Fläche für landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung stehen. Sie dient als Ersatz für die Fläche, welche beim Chäshof für den Weiher benötigt wurde. Der Strasse entlang werden Hecken gepflanzt. Diese helfen, dass der Wildkorridor zwischen Hanglagen und Rheinauen gewährleistet bleibt.

Projekt kostet rund 780 000 Franken

Die ökologische Aufwertung des Laichplatzes für die Amphibien wird mit namhaften Beiträgen aus dem Strassenbauprogramm und vom Amt für Natur, Jagd und Fischerei unterstützt. Zudem haben der Fonds Landschaft Schweiz sowie der Naturemade-Star-Fonds von EWZ finanzielle Beiträge zugesichert. Die Gesamtkosten für den neuen Weiher und die Verfüllung des Tankgraben 1 sowie sämtlicher ökologischer Aufwertungsmassnahmen, werden auf rund 780000 Franken veranschlagt. Der Kostenanteil der Politischen Gemeinde Wartau beträgt 40000 Franken.