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Entenflöhe auch im Gamser Simmi-Weiher: Juckreiz und Hautausschlag statt Badespass

Ein Entenfloh-Befall vom Chapfensee hat die sozialen Medien beschäftigt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass derzeit auch am Grill- und Badeplatz an der Simmi bei Gams Entenflöhe für lästige und juckende Hautreaktionen sorgen. In den hiesigen Seen scheinen die Parasiten noch nicht angekommen zu sein: Weder im Schönenbodensee noch im Voralpsee ist ein Fall bekannt.
Saskia Bühler
Wenn Entenflöhe in menschliche Haut beissen, kann das zu einer allergischen Reaktion wie bei diesem Kind führen. (Bild: Facebook)

Wenn Entenflöhe in menschliche Haut beissen, kann das zu einer allergischen Reaktion wie bei diesem Kind führen. (Bild: Facebook)

Vor Kurzem erlangte der Chapfensee oberhalb von Mels lokale, wenn auch unverhoffte Berühmtheit. Ein Fall von Badedermatitis durch Entenflöhe bei zwei Kindern wurde publik. Seit Mittwoch ist klar: Entenflöhe gibt es auch im Simme-Weiher bei Gams.

Nach dem baden im Simmi-Weiher reagierte am Mittwoch ein Mädchen mit allergischen Hautreaktionen, nachdem es von Entenflöhen gebissen worden war.

Nach dem baden im Simmi-Weiher reagierte am Mittwoch ein Mädchen mit allergischen Hautreaktionen, nachdem es von Entenflöhen gebissen worden war.

Schon lange ist das Vorkommen von Entenflöhen, wie die Zerkarien umgangssprachlich genannt werden, in der Schweiz bekannt. Des öfteren wurde jeweils im Sommer von lokalem Entenfloh-Vorkommen in Seen berichtet.

Die Zerkarien hüpfen aber nicht, wie es der Name «Floh» vermuten lassen würde, durchs Wasser. Sie sind die Larven des Vogelsaugwurms und haben ihren gebräuchlichen Namen «Entenfloh» von ihren Endwirten bekommen. Häufig finden sie diesen nämlich in Wasservögeln. Über deren Kot gelangen die Eier der Parasiten ins Gewässer. Die geschlüpften Larven nisten sich dann in Wasserschnecken ein, wo sie sich zu Zerkarien weiterentwickeln. Diese suchen sich ihren Endwirt schliesslich meistens wieder in Enten.

Parasiten stellen kein Gesundheitsrisiko dar

Laut Bundesamt für Umwelt (Bafu) schwimmen die Zerkarien auf der Suche nach einem Wirt in Strandnähe im seichten, bis zu 50 cm tiefen Wasser. Da für sie die Unterscheidung zwischen menschlicher und anderer Haut unmöglich ist, bohren sie sich teilweise auch in die Haut der Badenden. Dort sterben sie aber fast sofort ab und dringen nicht weiter in den Körper ein.

Somit stellen sie keine ernsthafte Gefährdung der Gesundheit dar, wie sowohl das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) als auch das Bafu in ihren Publikationen schreiben. Die Übertragung zwischen Personen ist nicht möglich.

Vor allem in seichten und warmen Gewässern

Lästig ist ein solcher Befall aber trotzdem, da er eine allergische Reaktion der Haut hervorruft. Bei erstmaligem Kontakt mit den Parasiten ist die Reaktion meistens nur gering. Wenn man aber wiederholt mit den Larven in Kontakt kommt, ist die Abwehrreaktion der Haut heftiger. Es kann kleine, rote Pusteln oder sogar kleine Blasen geben, die brennen und jucken können. Dies kann laut BLV eine Woche oder länger anhalten. Eine medizinische Behandlung ist in der Regel aber nicht nötig. Kratzen sollte vermieden werden, weil sich die betroffenen Hautstellen sonst infizieren können.

Die Gefahr eines Befalls mit Zerkarien besteht vor allem in seichten Naturgewässern, wo sich viele Vögel tummeln oder wo häufig Wasserschnecken gefunden werden. Die Parasiten mögen es ausserdem warm; sie werden laut Bafu bei einer Wassertemperatur über 23 Grad aktiv. Bisher keine Seen in der W&O-Region betroffen

Erster Fall auch im Simmi-Badeweiher

In der Simmi zwischen Grabs und Gams befindet sich beim Semmler ein beliebter Badeweiher mit Grillstellen und Picknicktischen. Am Mittwoch hat dort ein Mädchen gebadet und sich danach über Juckreiz beklagt. Auf ihrer Haut bildeten sich danach Pusteln. Die Symptome weisen klar darauf hin, dass wohl in Verbindung mit der grossen Hitze und dem fast stehenden Wasser in diesem Teich auch hier Entenflöhe ihr Unwesen treiben. ein Bad ist hier also derzeit nicht zu empfehlen.

Die Badeseen in der W&O-Region sind von einer Entenfloh-Plage bislang nicht betroffen. Weder beim Voralpsee in Grabs noch beim Schönenbodensee in Wildhaus erinnert man sich an einen Befall mit Zerkarien. Am Schönenbodensee «sicher in den letzten 15 Jahren noch nie», wie vor Ort zu erfahren ist. Um diesen Naturbadesee leben auch nicht viele Wasservögel.

Laut BLV sind weder tiefe noch strömende Gewässer ein Lebensraum von Entenflöhen. Beim Baden empfiehlt das BLV generell, dass man nach Verlassen des Wassers unverzüglich duscht, seinen Körper mit einem Badetuch kräftig trocken rubbelt und die Badekleidung wechselt.

Hoffen auf baldiges Verschwinden der Parasiten

Der einzige See, der die Überlebensbedingungen der Entenflöhe in der W&O-Region gut erfüllen könnte, ist der Werdenbergersee, der am Rand seicht ist und zuhauf Enten, Schwäne und Blesshühner beheimatet. Da man dort nicht schwimmen darf, stellt aber auch dieser keine Gefahr für Menschen dar.

Die Gemeinde Mels hat mittlerweile Warnschilder zu den lästigen Parasiten beim Chapfensee aufgestellt. Der bei Ortsansässigen beliebte Badesee muss aber nicht für immer gemieden werden. Befallene Gewässer erfüllen eine ganze Reihe von Voraussetzungen, um den Zerkarien das Überleben zu ermöglichen. Die Bedingungen betreffend Wasserstand, Wassertemperaturen etc. können sich auch innerhalb einer Badesaison rasch ändern und so die Lebensbedingungen der Parasiten nicht mehr erfüllen.

Während man am Chapfensee und in der Simmi also auf Entwarnung wartet, hat es in der W&O-Region Alternativen zur willkommenen Abkühlung.

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