Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ist im W&O-Gebiet bisher noch klein

Garagen in der Region stellten bisher noch keinen Elektroboom fest. Doch dieses Jahr vergrössert sich das Angebot fast aller Automarken.

Heini Schwendener
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E-Auto: Stromkabel statt Benzinschlauch.

E-Auto: Stromkabel statt Benzinschlauch.

Bild: Christian Beutler/Keystone

Die Zahl der reinen Elektroautos in der Ostschweiz ist im vergangenen Jahr stark gestiegen – von 1900 auf 3600. Ihr Anteil an der gesamten Personenwagenflotte ist aber noch immer sehr klein, schweizweit beträgt der Wert 0,6 Prozent, im Kanton St.Gallen ist er mit 0,57 Prozent gar noch etwas tiefer. Etwas höher sind die Zahlen der Hybridautos, das sind Fahrzeuge, deren Verbrennungsmotor von einem Elek- tromotor unterstützt wird. National beläuft sich der Anteil der Hybrid-Personenwagen auf 2,1 Prozent.

Dass unsere Region noch weit von einem E-Autoboom entfernt ist, bestätigt eine Umfrage bei Garagisten in der Region. Das hat verschiedene Ursachen. Einerseits ist das Angebot an Elektroautos bei den meisten Marken noch klein, andererseits gibt es noch immer Vorbehalte in der Bevölkerung – Stichworte: Reichweite, Netz der Ladestationen, Sicherheit, Batterielebensdauer, usw.

Bei der Amag heisst es: «Wir sind begeisterte E-Auto-Verkäufer»

Davon lässt sich Werner Koller, Chef der Amag Buchs, Vaduz und Heerbrugg, nicht beirren. Er glaubt an die Zukunft der E-Mobilität, auch wenn noch lange Benzin- und Dieselfahrzeuge auf unseren Strassen verkehren werden. «Wir sind begeisterte E-Auto-Verkäufer», sagt er auf Anfrage des W&O. Die Nachfrage nach dem Audi e-tron sei sehr stark und auch der e-Golf habe sich im vergangenen Jahr gut verkauft.

So richtig Fahrt aufnehmen könnten bei der Amag E-Autos, wenn dieses Jahr VW den ID.3 auf den Markt bringt, etwa zum Preis eines Golf TDI.

Mild-Hybrid spart Kraftstoff

Auch andere Automarken werden in diesem Jahr E-Autos anbieten. Deswegen werde aber nicht gleich ein E-Boom ausbrechen, sagen Jakob Müntener von der Garage J. Müntener AG, Buchs, Alex Schwendener von der Riet-Garage AG, Sevelen, und Alfred Sulser von der Garage Sulser AG, Buchs. Alex Schwendener erzählt, dass 2019 nur etwa fünf Prozent der Kunden zumindest Interesse an E-Fahrzeugen bekundet hätten. Hybridautos, deren Verbrennungsmotor von einem Elektromotor unterstützt wird, verkaufen sich hingegen gut. Das bestätigt auch Jakob Müntener. Schon ein Drittel seiner 2019 verkauften Suzuki-Fahrzeuge seien mit einem Mild-Hybrid ausgestattet gewesen, so Müntener, Tendenz stark steigend. Der Elektromotor (ohne Ladekabel) unterstützt beim Anfahren, Beschleunigen sowie beim Neustart nach «Auto Stop» und hilft so, Kraftstoff zu sparen.

Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge sind mit einem grösseren Elektromotor ausgestattet, der an privaten und öffentlichen Stationen per Kabel aufgeladen werden kann. Sie fahren eine gewisse Reichweite im reinen Elektrobetrieb.

Kundschaft ist noch eher zurückhaltend

Opel bringt heuer mit dem Grandland 4x4 einen Plug-in-Hybrid auf den Markt sowie den vollelektrischen Corsa-e. Alfred Sulser glaubt aber nicht, dass er sofort grosse Stückzahlen davon verkaufen wird. Die Kundschaft sei noch eher zurückhaltend. Einen wichtigen Vorbehalt nennt Alfred Sulser:

«Man muss bedenken, dass wir ein Volk von Mietern sind, da kann nicht einfach jeder in seiner Garage eine Ladestation für sein Elektroauto bauen.»

Ausserdem seien die Zahl der verfügbaren Ladestationen, der Strompreis oder Ferien mit dem Auto Themen, die potenzielle Interessenten für die E-Mobilität wohl noch immer zögern liessen.

Wie Werner Koller glauben auch Schwendener, Müntener und Sulser an das Potenzial von reinen E-Autos. Allerdings seien sie nicht für jeden Zweck gleichermassen geeignet. Müntener und Schwendener räumen Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen in den nächsten Jahren ein grösseres Potenzial ein.