Vor 60 Jahren fand das Einweihungsfest des Schulhauses Quader statt

Am Sonntag, 14. September 1958, konnte das neue Schulhaus Quader feierlich eingeweiht werden. Dazu herrschte für die grosse Festgemeinde wunderschönes Wetter.

Hansruedi Rohrer
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Das neue Schulhaus Quader in Grabs.
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Eine grosse Menschenmenge hat sich auf dem Festplatz zur Einweihung des neuen Schulhauses Quader versammelt.
Bereitstellung des Festumzugs mit Grabser «Wildem Mann» in der Mitte.
Szene aus dem Festspiel mit dem Freiheitsbaum. (Bild: Bilder: Archiv Hansruedi Rohrer)
Diese Mädchen zeigen beim Umzug das Thema Nähen.
Das Ressort «Hauswirtschaft» am Umzug.

Das neue Schulhaus Quader in Grabs.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nahmen vor 60 Jahren die Grabser Kinder Abschied vom alten Städtli-Schulhaus, in welchem sie in engen und oft unpraktischen Räumen die Unterrichtsstunden besuchten. Damit waren die Tage der Werdenberger «Hochschule», wie sie etwa von Spöttern wegen ihrer erhöhten Lage über dem Städtchen genannt wurde, gezählt. Schulhaus und Schloss Werdenberg gehörten nun dem Staat. Jetzt, nach 15 Monaten Bauzeit, war nämlich das neuzeitliche und grosszügige Schulhaus Quader bezugsbereit.

Die Baukosten beliefen sich auf 534566 Franken; zugesichert wurde ein Staatsbeitrag von 20 Prozent. Eine ausserordentliche Schulbürgerversammlung vom 18. November 1956 genehmigte Projekt und Kredit. Gleichzeitig wurde auch das neue Schulhaus Berg samt Turnhalle (561482 Franken) bewilligt. Die moderne Bauweise des Schulhauses Quader – als Ausdruck der neuen Zeit – kam dem Bedürfnis nach Licht, Sonne und Ruhe entgegen. Der Architektenbericht von H. Brunner präzisiert: «Auf dem sanft gegen Osten geneigten Bauplatz geniesst man eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge und das stolze Schloss Werdenberg. Um die Anlage dem kindlichen Massstab näher zu bringen, wurde die ganze Baumasse dem Terrain angepasst aufgelockert. Der Eingangs- und Abschlussklassentrakt liegt gegenüber den übrigen Schulräumen ein halbes Stockwerk tiefer und ist zurückgesetzt.»

Schulkinder zeigten beim Festumzug den Schulalltag

Der grosse Einweihungstag begann mit einem Festgottesdienst in der Kirche und setzte sich um zehn Uhr mit der Schlüsselübergabe vor den Pforten des neuen Schulhauses fort. Nach dem gemeinsamen Mittagessen der geladenen Gäste und Behörden im Gasthaus Ochsen machte sich um 13.30 Uhr der grosse Festumzug bereit für die Route Kirchbünt-Krankenhausstrasse-Quader sowie einem Abstecher zum alten Schulhaus Werdenberg und wieder zurück an den Festort. An der Spitze des Zuges marschierte die Musikgesellschaft Konkordia, gefolgt von Behörden, Ehrengästen, Frauenkommission und vom «Wilden Mann» aus Grabs. Die Schulkinder zeigten in bunten Kostümen und thematischen Gruppen ihren Alltag, man sah auch Sennen, Zwerge, Ferienmotive oder Schulreise einst und jetzt. Auf dem Schulhausplatz Quader sammelte sich indessen eine grosse Menschenmenge an. Rund 2500 Personen sollen es gewesen sein, die den verschiedenen Ansprachen lauschten, unter anderem von Schulratspräsident Hans Eggenberger-Wiesmann.

Festspiel mit Szenen aus der Grabser Geschichte

Anschliessend wurde die Bühne für das von Lehrer Leonhard Gantenbein inszenierte Festspiel freigegeben. Der W&O berichtete am Tag darauf: «Die ansprechenden Szenen, die von Schülern gespielt, über die Bretter gingen, erzählten markante Episoden aus der Grabser Geschichte: von den Höhlenbewohnern in unserer Gegend, von Gallus, der nach Grabs kam und dem Grafen von Werdenberg. Auch die Entrichtung des Zehnten auf dem Schloss, der Freudenreigen um den Freiheitsbaum und ein Schlossbesuch ausländischer Touristen fehlten nicht.» Ein Gesamtchor liess schliesslich das Festprogramm ausklingen, und die Bevölkerung hatte die Gelegenheit, die Schulanlage zu besichtigen. Der Montag wurde von regierungsrätlicher Seite als schulfrei erklärt.