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Die heutige Buchser Bahnhofstrasse war einst nur ein staubiger Weg

150 Jahre Bahnhofstrasse, Teil 1: Die Geschichte beginnt 1868, als der Fussweg vom Dorf bis zur Bahnstation aufgeschüttet wurde. Es soll ein Gewaltakt über Nacht gewesen sein.
Hansruedi Rohrer
Die Bahnhofstrasse um etwa 1878 war noch ein bescheidener, aber doch schon prägender Strassenzug. (Bild: Archiv Hansruedi Rohrer)
Das 1927 abgebrochene Bauernhaus von Andreas Rohrer mit mauerumstellter Mistgrube direkt an der Strasse.
Das letzte Bauernhaus mit Sticklokal an der Bahnhofstrasse war im Besitz von Johannes Rohrer-Bösch und wurde 1929 abgerissen.
An der «Bahnhofstrasse Nr. 910» wurde 1875 «Gesundheits-Feigen-Kaffee» angeboten.
4 Bilder

Die heutige Buchser Bahnhofstrasse war einst nur ein staubiger Weg

Die Eröffnung der Rheintalbahn erfolgte am 30. Juni 1858. Zur Buchser Station, weit ausserhalb des Dorfes, gelangte man auf einem schmalen Fussweg, vorbei an Wiesen und Äckern. Dieser Pfad wurde «Stationsweg» genannt, und von der Bahnhaltestelle führte er weiter bis zum Rhein. Die «fauchenden Ungeheuer», die Dampflokomotiven und ihre angehängten Wagen der damaligen Vereinigten Schweizerbahnen (V.S.B.), wollte man möglichst weit weg von den Häusern sehen.

In der Nacht mehrere Fuder Kies auf dem Stationsweg abgeladen

Erst viele Jahre später verhalf der Grenzbahnhof dem Dorf Buchs zum Aufschwung. Vielleicht hatten einige Initianten zehn Jahre später, also 1868, schon leise geahnt, dass ohne gute Strasse im Zentrum keine Geschäfte zu machen waren. Jedenfalls – so wird übermittelt – scharte zu jener Zeit Ulrich Rohrer, Wirt zum Gasthaus Traube, einige Fuhrleute um sich und konnte sie bewegen, über Nacht mit mehreren Fudern Kies den Stationsweg zu einer etwas besseren Strasse zu verbessern und zu erhöhen. Die Buchser Bürger hatten sich jahrelang gegen eine etwas schönere Verbindung zur Bahnstation gewehrt. Mit diesem Gewaltakt besass das Dorf nun plötzlich eine Bahnhofstrasse.

Natürlich war sie vorerst keineswegs komfortabel: Sie war holprig und bei Trockenheit bildeten sich Staubwolken, bei Regenwetter jedoch hatte es Tümpel und Pfützen. Später, beim zaghaft aufkommenden Verkehr, wurden beidseits der Strasse Trottoirs erstellt, auch das war eine Neuheit für Buchs. Bald wichen Äcker, Wiesen und Türggenfelder einzelnen, einfachen Häusern an der Strasse. Da und dort entstanden Gasthäuser, Läden, Wohnliegenschaften. Aber da hatten auch noch Bauernhäuser mit ihrem Betrieb Platz. Und niemand störte sich an den mächtigen Miststöcken direkt an dieser neuen Hauptstrasse.

Im Frühjahr 1927 wurde das zweitletzte Bauernhaus, mit mauerumstellter Düngergrube direkt an der Strasse, abgerissen. Es war im Besitz von Andreas Rohrer und musste dem heute noch vorhandenen stattlichen Wohn- und Geschäftshaus – ehemals Müntener-Dinner und Richard Grab – weichen. Zwei Jahre später verschwand dann das letzte Bauern- und Stickerhaus, nämlich jenes von Johannes Rohrer, und wurde Opfer des langsam fortschreitenden Umwandlungsprozesses an der Bahnhofstrasse. Hier entstand der Bau des Kaufhauses Modern, des ersten Warenhauses in der Region.

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