Einlasskontrolle an Allerheiligen: Kirchen im W&O-Gebiet setzen ein neues Schutzkonzept um

In den Kirchen sind nur noch maximal 50 Besucher pro Gottesdienst gestattet. Die regionalen Kirchen setzen auf alternative Ideen, Einlasskontrollen und die Vernunft der Kirchgänger und Kirchgängerinnen.

Michael Braun
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Die Buchser Kirche wird, wie viele andere, das Totengedenken vom Friedhof in die Kirche verlegen.

Die Buchser Kirche wird, wie viele andere, das Totengedenken vom Friedhof in die Kirche verlegen.

Bilder: Heini Schwendener

«Am kommenden Sonntag ist Allerheiligen, für Katholikinnen und Katholiken der Tag des Gedenkens an liebe Verstorbene. Die gestern vom Bundesrat beschlossene Obergrenze von 50 Personen für Veranstaltungen hat grosse Auswirkungen auf die Feierlichkeiten in den Pfarreien», teilt das Bistum St. Gallen in einer Medienmitteilung mit. Die Kirchgemeinden der Region müssen ihre Konzepte für Allerheiligen kurzfristig überarbeiten.

Die neue Grenze von 50 Personen gilt auch für religiöse Veranstaltungen und bei Gottesdiensten. Die Pfarrer und alle anderen liturgischen Akteure zählen dabei nicht mit.

Katholische Gottesdienste an Allerheiligen

Kirchgemeinde Gottesdienst Totengedenken
Gams 9:00 Uhr 14:00 und 15:00 Uhr
Buchs 10:30 Uhr (Übertragung in Pfarreisaal) 14:00 Uhr in der Kirche
Grabs - -
Wartau 18:00 Uhr familienweiser Gräberbesuch
Sevelen 14.00 Uhr Gräbersegnung im Anschluss
Sennwald 19:00 Uhr Lichterfeier im Anschluss selbständiger Besuch auf dem Friedhof
Wildhaus 17:30 Uhr im Gottesdienst
Alt St. Johann 9:30 Uhr 15:00 in der Kirche

Nicht überall werden alle Platz finden

«Nicht überall werden alle Gläubigen Platz in den Kirchen finden, Feiern auf den Friedhöfen werden mancherorts umgestaltet in individuelle Formen des Gedenkens. Dort ist die Obergrenze im Gegensatz zu Feiern in der Kirche schwer kontrollierbar», heisst es weiter. Die Gläubigen werden gebeten, die Medien gut zu verfolgen und vor allem betagte Menschen zu informieren.

In Gams versucht man die Angehörigen telefonisch zu erreichen

In Gams versucht man die Angehörigen telefonisch zu erreichen

Die geplanten Gottesdienste in der W&O-Region werden allesamt durchgeführt, jedoch unter den neuen Auflagen. Eine offizielle Gräbersegnung wird ausser in der Kirchgemeinde Sevelen nicht durchgeführt.

Die Situation ist heikel

«Die Begrenzung der Anzahl Kirchgänger tut uns weh. Vor allem an Allerheiligen, wo es um den Tod geht, ist diese Situation sehr heikel», sagt die Seelsorgerin der Katholischen Kirchgemeinde Gams, Petra Oehninger-Arens.

Petra Oehninger-Arens

Petra Oehninger-Arens

Bild: Mareycke Frehner
«Wir wollen niemandem vor den Kopf stossen.»

Dennoch wird es an Allerheiligen beim Gottesdienst in Gams, wie in allen anderen Kirchen, Einlasskontrollen geben. Auch die Andacht auf dem Friedhof wird nicht durchgeführt werden. Ausser in der Gemeinde Sevelen findet die Gräbersegnung dieses Jahr gar nicht oder in abgeänderter Form statt.

Kurzfristig auf die Beine gestellte Alternativen

Erich Guntli

Erich Guntli

Bild: PD

In Buchs, wo man erwartet, dass die Kapazität nicht ausreichen wird, plane man eine geleitete Andacht im Pfarreisaal um weitere 50 Plätze zu schaffen, sagt Pfarrer Erich Guntli.

«In den anderen Kirchen, die ich betreue, sind selten mehr als 50 Personen anwesend.»

Das Totengedenken verlegt man, wie auch in vielen anderen Gemeinden (siehe Tabelle), vom Friedhof in die Kirche. «In der Kirche können wir sowohl die Besucherzahl als auch die Einhaltung der Massnahmen kontrollieren. Auf dem Friedhof gestaltet sich das schwierig», resümiert die Sekretärin der Seelsorgeeinheit Oberes Toggenburg Edith Tschirky. «Ich denke, dass dieses Jahr weniger Leute die Allerheiligenfeiern besuchen.»

In Gams will man den Angehörigen der diesjährig Dahingeschiedenen einen Platz beim Totengedenken zusichern können. «Wir rufen die Angehörigen, die wir erreichen können, an, um zu erfahren, wie viele Angehörige kommen werden», sagt die Seelsorgerin Petra Oehninger-Arens.

In Buchs wird im Pfarreisaal eine Andacht gehalten, um weitere Kapazität zu schaffen

In Buchs wird im Pfarreisaal eine Andacht gehalten, um weitere Kapazität zu schaffen

Weitere musikalische Einschränkungen

Bereits mit den Schutzkonzepten die bis Mittwoch galten, war man musikalisch eingeschränkt. Neu sind auch Chöre und Musikgruppen über 15 Personen nicht erlaubt. «Anstatt einem Chor wird der Buchser Allerheiligengottesdienst von vier Solisten begleitet», sagt Pfarrer Erich Guntli. Auch die kroatischsprachige (12.15 Uhr) und die italienischsprachige Mission (9.00 Uhr) werden an Allerheiligen einen Gottesdienst abhalten, sagt Guntli.