Einige Privatversicherte müssen Spitalkosten auch im Spital Grabs neu selber zahlen

In sechs Spitälern im Kanton St.Gallen, darunter ist auch das Spital Grabs, müssen Versicherte mit Halbprivat- oder Privatdeckung ab 1.August ihre Rechnungen für den entsprechenden Spitalaufenthalt selbst zahlen und danach mit ihrer Krankenversicherung abrechnen. Der Grund: Der Vertrag mit sechs Krankenkassen läuft aus, weil keine Einigung mit drei der vier St.Galler Spitalregionen erzielt werden konnte.

Thomas Schwizer
Merken
Drucken
Teilen
Die Zusatzversicherung der Helsana und weiterer weiterer Krankenkassen wird ihre Spitalkosten-Rechnung privat und halbprivat in Grabs ab 1.August nicht mehr vollständig übernommen. (Bild Mareycke Frehner)

Die Zusatzversicherung der Helsana und weiterer weiterer Krankenkassen wird ihre Spitalkosten-Rechnung privat und halbprivat in Grabs ab 1.August nicht mehr vollständig übernommen. (Bild Mareycke Frehner)

«Ich bezahle seit Jahrzehnten die hohen Prämien und jetzt das!»: So ärgert sich ein Mann aus Sevelen, der bei der Helsana eine Zusatzversicherung für den privaten und halbprivaten Aufenthalt im Spital hat. «Es ist doch nicht der Sinn, dass ich für Spitalaufenthalte künftig in ein Spital ausserhalb der Region gehe.»

Denn Zusatzversicherungen übernehmen den vollen Betrag für Spitäler, mit denen sie einen gültigen Vertrag haben. Anders ist das beim Spital Grabs. Dessen Vertrag, wie der von fünf weiteren st. gallischen Spitälern, mit der Helsana und fünf weiteren Krankenkassen läuft Ende Juli aus.

Kosten zu hoch oder marktgerecht?

Die Verhandlungen der drei Spitalregionen Rheintal Werdenberg Sarganserland, Fürstenland Toggenburg und Linth mit der Helsana, die federführend für weitere Kassen war, sind gescheitert.

Die Helsana bezeichnet die Kosten der betreffenden Spitäler für halbprivat und privat als zu hoch, die Spitäler bezeichnen sie als marktgerecht und «seit Jahren nicht angehoben».

Zusatzversicherte von sechs Krankenkassen sind betroffen

Ab 1. August gilt wegen dieses Streits für so versicherte Personen der Krankenkassen Helsana Versicherungen AG, Helsana Unfall AG, Progrès Versicherungen AG, KLuG Krankenversicherung, Krankenkasse Stoffel Mels und Agrisano Versicherungen AG die volle Kostenübernahme nicht mehr überall.

Diese dicke Post haben kürzlich die drei Spitalregionen an bei ihnen verzeichnete Personen mit entsprechender Zusatzversicherung verschickt.

Aufenthalt in allgemeiner Abteilung nicht betroffen

Die Rechnung für ihren Aufenthalt in den Spitälern Altstätten, Grabs und Walenstadt, Wattwil und Wil sowie Uznach werde künftig direkt an sie geschickt, sie müssten diese selbst bezahlen und dann direkt mit ihrer Zusatzversicherung regeln, heisst es im Schreiben der Spitalregionen.

Nicht betroffen von der eingeschränkten bzw. neu ungewissen Kostenübernahme ist der Aufenthalt auf der allgemeinen Abteilung dieser sechs Spitäler. (ts)9