Einheimische und Gäste können ihren Speiseplan mit Bio-Gemüse aus dem Klostergarten in Alt St.Johann mit «göttlichem» Geschmack bereichern

Seit dem Frühjahr sind Rahel Kaiser, Unterwasser und Daniela Hollenstein, Alt St-Johann-Starkenbach, im hinteren Bereich des Alt St. Johanner Klostergartens aktiv. Die beiden Frauen haben gemischte Gemüsebeete angelegt, ziehen Kräuter und geben mit bunten Blumenstreifen auch den Insekten Nahrung.

Adi Lippuner
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Daniela Hollenstein (links) und Rahel Kaiser zeigen Stolz das frisch geerntete Biogemüse.

Daniela Hollenstein (links) und Rahel Kaiser zeigen Stolz das frisch geerntete Biogemüse.

Bild: Adi Lippuner

Im «Lädeli» wird der Ertrag aus dem Garten unter dem Motto: «Gemüse aus dem Klostergarten schmeckt göttlich», vermarktet. Dabei setzen die beiden Frauen auf das Vertrauen in die Kundschaft und ermöglichen Selbstbedienung. Bei einem Besuch im Lädeli ist zu erfahren:

«Es ist einfach immer das vorhanden, was gerade geerntet werden kann.»

Sind Rahel Kaiser oder Daniela Hollenstein vor Ort, kann das Gemüse auf Wunsch auch ganz frisch geerntet werden. Zudem besteht die Möglichkeit, sich mit einem Gemüseabonnement wöchentlich oder alle zwei Wochen versorgen zu lassen. Bei der Vermarktung sind wir noch im Aufbau, denn die erste Saison fordert viel Einsatz,» so Daniela Hollenstein. Je nach Wetter gelte es auch, den Garten zu jäten und die Pflanzen zu giessen.

Eine bunte Mischung von Gemüse und Blumen erfreut das Auge der Besucher im Klostergarten.

Eine bunte Mischung von Gemüse und Blumen erfreut das Auge der Besucher im Klostergarten.

Bild: Adi Lippuner

Seltene Gemüsesorten begeistern

Bereits haben die initiativen Frauen aber erste Absatzkanäle bei privaten Gemüseliebhabern, der Gastronomie und über Martins-Frischmarkt erschlossen. Beim Besuch am Samstagmorgen waren im Lädeli farbiger Blumenkohl, verschiedene Kartoffelsorten, unter anderem «Blaue St.Galler», aber auch gelbe Zucchini, zweifarbige Randen, die ersten Kürbisse, violette Stangenbohnen, helle und dunkle Zwiebeln und ganz zarte Rüebli mit dem dazu gehörenden Kraut, im Angebot.

Sehr viel Arbeit steckt dahinter

«Das Areal der katholischen Kirchgemeinde präsentiert sich, seit Kaiser und Hollenstein das Zepter im hinteren Bereich des Klostergartens übernommen haben, von einer äusserst vielfältigen Seite. «Wir erhalten viele Komplimente von Besucherinnen und Besucher,» blicken die beiden auf die vergangenen Monate zurück. Es stecke aber auch sehr viel Arbeit dahinter.

«Wegen des Geldes müssten wir dies nicht tun, aber die Aufgabe macht einfach Freude. Wir können ausprobieren, was wächst, welchen Pflanzen es im Garten gefällt und zur Erntezeit können wir den Ertrag auch verkaufen,» so Rahel Kaiser. So gesehen sei es eine «win-win»-Situation, sind die beiden Gartenbetreuerinnen überzeugt.

Ein Paradies für Pflanzen und Tiere

Dass sich durch die vielfältige Bewirtschaftung auch verschiedene Lebewesen wohl fühlen, zeigt ein Rundgang durchs Areal. Schon immer waren zahlreiche Wildbienenarten zu bewundern. Durch die Schaffung von Wildbienenstreifen hat sich deren Präsenz vergrössert. Dazu kommen Eidechsen, aber auch viele Blindschleiche, wobei letztere im Biogarten sehr willkommen sind, gehören doch Nacktschnecken zu ihrer bevorzugten Nahrung.

Versuche werden auch mit alten Tomatensorten, sowohl an geschützten Standorten als auch im Freiland gemacht. «Da betreten wir Neuland, werden aber sicher im laufe der Zeit herausfinden, was sich für den Anbau im Klostergarten eignet,» sind die beiden überzeugt. Nach wie vor ist das gesamte Areal des Klostergartens für Besucher geöffnet. Wer die fleissigen Frauen bei der Arbeit antrifft, darf durchaus auch mit ihnen über den Garten und die dahinter stehende Philosophie sprechen und einen Blick ins Lädeli mit seinem vielfältigen Angebot werfen.