Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Theaterautor This Vetsch aus Buchs hat einfach darauf los geschrieben

Neun Schauspieler aber kein passendes Theaterstück: This Vetsch stand vor 13 Jahren vor einem Dilemma. Er löste es, indem er kurzerhand ein eigenes Stück schrieb. Mittlerweile sind acht dazugekommen.
Alexandra Gächter
This Vetsch hat bereits neun Theaterstücke geschrieben. Inspiration fürs Schreiben holt er in der Natur. (Bild: Alexandra Gächter)

This Vetsch hat bereits neun Theaterstücke geschrieben. Inspiration fürs Schreiben holt er in der Natur. (Bild: Alexandra Gächter)

Dass This Vetsch nach seiner Pension vor dem Computer sitzt und Buchstaben in die Tastatur hämmert – das hätte er in jungen Jahren wohl kaum gedacht. Vetsch arbeitete bei der SBB, danach war er bei der VAT für den Gebäudeunterhalt zuständig. Mit Schreiben, so sagt er, hatte er früher nichts am Hut. Mit Computern ebenfalls nicht. Doch es kam anders. Der Buchser ist aus dem Nichts heraus Theaterautor geworden. Trotzdem hat er Gefallen an seiner neuen Passion gefunden. Erfolg hat er damit ebenfalls: Seine Stücke werden von Buchs bis nach Biel aufgeführt.

Der 67-jährige Vetsch spielte neun Jahre Theater beim Jodelklub Alvier in Sevelen, bevor er dort 17 Jahre lang Regie führte. Zu seinen Aufgaben gehörte, ein passendes Stück zu finden. Diese Aufgabe gestaltete sich als schwierig, denn die meisten Zwei-Akter sind für sechs bis acht Personen geschrieben – beim Jodelklub wollten aber neun mitspielen. Da This Vetsch niemand enttäuschen wollte, machte er sich auf die Suche nach einem passenden Theaterstück und bestellte 65 Manuskripte, die er alle las. Dies beanspruchte sehr viel Zeit. «Dabei ging mir durch den Kopf, dass ich schneller zum Ziel gekommen wäre, wenn ich selbst ein Theaterstück geschrieben hätte.» Gesagt, getan.

Etwa 100 Stunden Schreibarbeit pro Stück

Im Jahr 2006 setzte sich Vetsch an den Schreibtisch, wählte einen Arbeitstitel, definierte die Figuren und schrieb «ins Blaue hinaus», wie er sagt. Etwa 100 Schreibstunden und ein Jahr später war «D Chrüter-Rosa üebt Rach» geboren. Dem Jodelklub Alvier gefiel das Stück sehr und so kam es ein Jahr später bereits zur Uraufführung seines Erstlingswerkes. Noch im gleichen Jahr begann Vetsch mit seinem zweiten Werk. Auch dieses und drei folgende wurden vom Jodelklub Alvier unter seiner Regie aufgeführt.

Im Jahr 2011 meldete sich die Heimatbühne Werdenberg bei This Vetsch und fragte, ob er die Regie der Herbstgruppe übernehmen könnte. Aus einem Regiejahr wurden fünf. Die Heimatbühne entschied sich in dieser Zeit ebenfalls für ein Volksstück aus der Feder von This Vetsch. Nach einem Jahr Pause meldete sich die Heimatbühne Werdenberg erneut. Es folgten drei weitere Jahre als Regisseur – diesmal bei der Frühjahrsgruppe. Sein neuestes Werk «De Sinneswandel» führt die Heimatbühne Werdenberg seit dem 21. Februar auf. «Das Theater ist sehr gut angekommen. Das Publikum hat von Anfang bis Schluss gelacht und immer wieder applaudiert», so Vetsch. Am besten gefallen ihm sein jüngstes Stück, «De Sinneswandel» und sein ältestes, «D Chrüter-Rosa üebt Rach». Letzteres hat die Landjugend Gams für ihre letztjährigen Theateraufführungen ausgewählt. Die einheimischen Theaterbühnen würden vor allem die unkomplizierte und leicht verständliche Sprache loben. «Sie schätzen, dass die Texte in ihrer Mundart geschrieben sind. So bereitet ihnen das Auswendiglernen weniger Mühe.»

Alle Werke vom Verlag aufgenommen

Die Theaterstücke von This Vetsch werden nicht nur in der Region Werdenberg, sondern auch in der Innerschweiz und im Raum Bern aufgeführt. «Dort kommen sie sogar noch besser an», sagt Vetsch. Einmal reiste er nach Biel, um bei einer Aufführung dabei zu sein. Nebst den Stücken für den Jodlerklub Alvier und der Heimatbühne Werdenberg hat Vetsch noch vier weitere geschrieben, also insgesamt neun. Alle neun hat er dem Breuninger Theaterverlag in Aarau geschickt. Sie wurden vom Verlag ohne Ausnahme aufgenommen und in einen standardisierten Schweizerdialekt umgeschrieben. Entscheidet sich ein Theater für ein Werk von Vetsch, erhält er dafür Geld. «Davon leben kann ich aber nicht. Das Schreiben ist für mich ein bezahltes Hobby.»

Mittlerweile arbeitet This Vetsch an seinem zehnten Volksstück. Inspiration dafür holt er sich in der Natur. Wann es fertig sein wird, weiss er nicht. «Manchmal schreibe ich pro Stunde eine Seite, manchmal fällt mir eine Stunde lang kein Wort ein.» Ob Vetsch danach noch weitere Stücke schreiben wird, lässt er offen. «Es wird immer schwieriger, gute Pointen zu finden.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.