Eine willkommene Entlastung

Der beantragte Betriebsbeitrag des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen für vier Jahre an das Hospiz im Werdenberg in Grabs würde dessen jährliches Defizit verkleinern.

Hanspeter Thurnherr
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Geschäftsleiter Mathias Engler (rechts) und Pflegeleiter Daniel Schmitter besprechen sich vor dem Eingang zum Hospiz. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Geschäftsleiter Mathias Engler (rechts) und Pflegeleiter Daniel Schmitter besprechen sich vor dem Eingang zum Hospiz. (Bild: Hanspeter Thurnherr)


Am 18.Juni entscheidet das Katholische Kollegium, also das Parlament des katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen, über Betriebsbeiträge an die drei Hospize in Grabs, St. Gallen und Hurden im Kanton Schwyz (W&O vom 4. Juni) entscheiden.

Während vier Jahren jeweils 50000 Franken

Beantragt werden durch den Administrationsrat (Exekutive für die Jahre 2020 bis 2023 insgesamt 540 000 Franken. Das Ende 2016 eröffnete Hospiz im Werdenberg in Grabs soll dabei in diesen vier Jahren jährlich 50000 Franken an die Betriebskosten erhalten.

Denn das Hospiz muss zurzeit jährlich eine Deckungslücke von knapp 200000 Franken aus einem Spendenfonds decken.

«Öffentliche» Beiträge reichen bei Weitem nicht

Mathias Engler, Gesamtleiter Pflege und Hospiz im Werdenberg, hat errechnet, dass die durchschnittliche Bruttotaxe zu Vollkosten pro Tag gut 677 Franken beträgt.

Daran zahlen die Krankenkassen gemäss dem Gesetz zur Krankenversicherung (KVG) 81 Franken, die Gemeinden nach dem Gesetz zur Pflegefinanzierung (PFG) 179 Franken, der Kanton durch die Leistungsvereinbarung mit dem Hospiz 97 Franken. Die vom Nutzer zu tragende Nettotaxe beträgt 201 Franken.

Ein zusätzliches Jahr wird abgedeckt

Somit bleibt eine Deckungslücke von 119 Franken pro Tag. Bei einer Auslastung der fünf Hospizplätze von 81 Prozent ergibt sich für 2018 ein Defizit von knapp 200 000 Franken, das aus einem Spendenfonds gedeckt wurde.

Nicht alle Nutzer können die Nettotaxe finanzieren. Auch dann springt der Spendenfonds ein, denn «niemand soll aus finanziellen Gründen auf die Betreuung im Hospiz verzichten müssen», verdeutlicht Mathias Engler.

Spenden sind ein wesentlicher Beitrag ans Betriebsdefizit

Dank Spendensammlungen konnte der Fonds letztes Jahr Einnahmen in Höhe des Betriebsdefizites erzielen. Der Fonds beträgt aktuell eine halbe Million Franken und sichert damit die Defizite für drei Jahre ab. «Die geplante Unterstützung durch die St. Galler Katholiken würde uns also ein zusätzliches Jahr an Autonomie geben», sagt Mathias Engler.

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Desirée Vogt