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Furcht vor dem Ausmass einer Kastrationspflicht

Beim Verein der Katzenfreunde Werdenberg und Sarganserland stösst die Idee der Kastrationspflicht auf Gefallen. Für die Cat-Box in Gams wäre eine schweizweite Zusammenarbeit der Tierschutzvereine die Lösung.
Saskia Bühler
Der Verein der Katzenfreunde in Buchs verlangt eine Kastration jeder Katze, die von jemandem aufgenommen wird. (Bild: Reto Martin)

Der Verein der Katzenfreunde in Buchs verlangt eine Kastration jeder Katze, die von jemandem aufgenommen wird. (Bild: Reto Martin)

Die Petenten der Katzen-Kastrationspflicht beklagen die unkontrollierte Vermehrung der Hauskatzen in der Schweiz. Freigängerkatzen müssen gemäss der Petition demnach in Zukunft immer kastriert werden. Einzig Haus- und Zuchtkatzen wären von der Kastrationspflicht ausgeschlossen.

Beate Rhyner von der Cat-Box in Gams und Daniel Meister vom Verein der Katzenfreunde Werdenberg und Sarganserland sind sich einig: «Es wird schwierig zu kontrollieren, ob Katzen kastriert wurden.» Rhyner findet sogar: «In der Region ist das unnötig, wenn nicht sogar fatal. Wir haben in den letzten Jahren eine Abnahme an Fundkatzen und Überpopulationen festgestellt.»

Kastrationspflicht nicht einheitlich festgelegt

Dieses Jahr sei es besonders extrem: Erst eine Katze mit einem überlebenden Jungkätzchen sei in der Cat-Box gewesen. Bei Meister sieht die Situation anders aus: «Es sind etwa gleich viele wie immer. Ein paar, nicht viele.»

Fundkatzen, bei denen kein Besitzer ausfindig gemacht werden konnte, werden tierärztlich untersucht und behandelt, geimpft und anschliessend wird ein geeigneter Platz für die Tiere gesucht. Beim Verein der Katzenfreunde werden laut Meister die bereits geschlechtsreifen Katzen ausschliesslich kastriert abgegeben. Wenn ein Tier noch zu jung dafür ist, müssen die zukünftigen Halter einen Vertrag unterschreiben, in dem sie festhalten, dass das Kätzchen so bald wie möglich kastriert werde. «Das ist zu unserer Absicherung», erklärt er. Finanziell getragen werde das Prozedere vor allem von den Mitgliedern. Auch bekämen sie zur Unterstützung vergünstigte Konditionen beim Tierarzt.

Auslandskatzen oder vom Züchter nicht die Lösung

In der Cat-Box in Gams sei die Kastrationspflicht von weiblichen Jungtieren letztes Jahr abgeschafft worden. Beate Rhyner erklärt: «Wir können heute, anders als früher, nicht mehr mit Überzeugung dahinterstehen.» Sie fürchtet das Ausmass der Kastrationspflicht. Es sei keine Lösung, dass nachher alle eine Katze aus dem Ausland oder vom Züchter holen müssen. Ausserdem sind sich Rhyner und Meister einig, dass die Grenzen zwischen Privatperson und Züchter nicht eindeutig gezogen werden können.

Rhyner findet, dass die Kastrationspflicht nicht weit genug denke und eine andere Lösung für das Problem gefunden werden muss. Die Überpopulation sei ein Problem, das unsere Region nicht betreffe. Tierheime aus betroffenen Regionen sollen die Tiere auf Heime in der ganzen Schweiz verteilen, Tierschutzvereine sollten zusammenarbeiten. Dann sei die Chance einer Adoption aller Katzen grösser. Dies geschehe zur Zeit nicht. Stattdessen greife ein solches Verbot zu tief. Jeder muss für sich entscheiden können, ob seine Katze Junge bekommen soll oder nicht. Dass aus der Katzenstation in Gams eine Ferienpension wird, möchte sie verhindern.

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