Eine Trainerlegende macht die Buchser Schwimmer schneller und schneller

Seit Anfang Jahr ist beim SC Flös Buchs der Ungar Karoly von Törös tätig.

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Der international erfolgreiche Schwimmtrainer Karoly von Törös macht nun die Flöser Athleten schneller und schneller. (Bild: PD)

Der international erfolgreiche Schwimmtrainer Karoly von Törös macht nun die Flöser Athleten schneller und schneller. (Bild: PD)

(mw) In den wenigen Monaten im Amt hat Karoly von Törös beim SC Flös Buchs einiges umgekrempelt und schon viel bewirkt. Mit einer bewährten Methode macht der 77-jährige seine Schützlinge schneller und schneller – trotz limitierter Trainingszeiten. Die Erfolge sprechen für sich. Zuletzt wurde Saskia de Klerk Schweizer Meisterin über 50 Meter Freistil.

Seine Leidenschaft für den Schwimmsport ist ungebremst. Er hat vor, in den nächsten Jahren sein umfassendes Wissen an die Flöser Athleten und Trainer weiterzugeben. «Mir macht das Coachen nach wie vor Spass und ich weiss, dass ich aus diesen Flöser Schwimmerinnen und Schwimmern noch viel herausholen kann», sagt von Törös.

Ein viel gereister und gefragter Experte

Sein Leben lang war der gebürtige Ungar in der Welt unterwegs. Er war zu Hause in Ungarn, Belgien, Südafrika, Algerien und in den Vereinigten Staaten – und jetzt wohnt er in Buchs. Was bringt ihn ins beschauliche Rheintal? «Mir gefällt die Region hier sehr gut», sagt der Trainerfuchs in perfektem Deutsch. Er spricht fünf Sprachen fliessend, seine Mutter war deutschsprachig.

«Buchs ist überschaubar, ich bin oft zu Fuss unterwegs. Das ist gut für meine Gesundheit. Ich habe schon ein paar Kilo abgenommen»,

führt er lachend aus.

Sein Tätigkeitsgebiet beschränkt sich aber auch jetzt nicht auf das Werdenberg. Als Trainer und Experte ist Karoly von Törös ein gefragter Mann. So wird er als Redner zu Konferenzen eingeladen und ist Mitglied in einflussreichen Gremien, wie beispielsweise dem Selektionskomitee der Swimming Hall of Fame in Fort Lauderdale. In der internationalen Schwimmszene kennt ihn wohl jeder. Er ist eine Legende.

Dass er es Ernst meint, in der Schweiz Fuss zu fassen, zeigt sein Ehrgeiz: Ambitioniert hat er als ältester Kursteilnehmer der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) Chur die in der Schweiz für Trainer obligaten Lebensretterkurse absolviert – und dies mit beachtlichen Resultaten.

Im Schwimmen und Wasserball Landesmeister

Die Energie des leidenschaftlichen Trainers ist bemerkenswert. Man sieht ihm sein Alter nicht an. Der grossgewachsene, ehemalige Spitzenathlet macht eine sehr gute Figur. Er stamme aus einer äusserst sportlichen Familie, erklärt Törös. Sein Vater sei Handballer und Mitglied der ungarischen Nationalmannschaft sowie Pentathlet gewesen. Seine Tante habe mit der ungarischen Mannschaft Bronze im Kunstturnen gewonnen an den Olympischen Spielen in Berlin. Und seine Ex-Frau sei Primaballerina gewesen.

Er selbst hat in seiner Jugend auch viel Sport gemacht. So war er auch viele Jahre Balletttänzer und -lehrer. Noch heute ist er gelenkig wie eine Katze, einzig das künstliche Hüftgelenk hält ihn etwas zurück. «Das kommt vom vielen Dehnen», erklärt er.

«Ich habe viele Spagate in meinem Leben gemacht.»

Das gilt auch für seine Aktivitäten im Wasser: In den späten 50er-Jahren war er mehrfacher ungarischer Meister – im Schwimmen wie auch im Wasserball.

Aufgrund politischer Missstände flüchtete er in den 60er-Jahren nach Belgien, wo er es wieder in beiden Sportarten an die Spitze der Nation schaffte. In den 80er-Jahren baute er in Südafrika ein Schwimmteam auf, das er an die Weltspitze führte. Weltmeisterin Sarah Poewe, die 13-fache paralympische Meisterin Natalie du Toit und Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno sind nur drei Beispiele von grossartigen Sportlern, die ihm ihre sportlichen Erfolge zu verdanken haben.

Aus einer Schwimmerin eine Fürstin gemacht

Karoly von Törös kann viel Spannendes aus seinem Leben berichten. Geprägt haben ihn die 14 Jahre in Antwerpen, wo er als Diamantspalter seinen Lebensunterhalt verdiente. Einen Rohdiamanten zu erkennen, das sei auch im Schwimmsport eine seiner Stärken. So hat er als
Trainer zahlreiche Nationalmannschaftsmitglieder aus verschiedenen Ländern betreut und war als Olympia-Coach in Sidney, Peking, London und Rio mit dabei.

Stolz ist er aber auch auf weniger imposante Resultate. Oder auf jene Episode mit der süd­afrikanischen Schwimmerin Charlene Wittstock, die er mit Fürst Albert von Monaco verkuppelt hat. «Prinz Albert hat bei mir schwimmen gelernt. Das hab ich damals sehr geschickt eingefädelt», blickt er schmunzelnd zurück.