Sicherheit für die Gemeinde Sennwald: Neue Etappe der Aufforstung am Stauberenfirst und auf Alp Rohr wurde gestartet

Das Aufforstungs- und Verbauungsprojekt Stauberen wurde am Freitag von den zuständigen Behörden und Verbänden besichtigt. Inzwischen läuft die 6. Projektgeneration.

Heini Schwendener
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Die neue Informationstafel auf dem Stauberenfirst fand Gefallen. Links im Bild Othmar Gubser, der Leiter des Forstequipe, die die Massnahmen des Aufforstungs- und Verbauungsprojektes umsetzt.

Die neue Informationstafel auf dem Stauberenfirst fand Gefallen. Links im Bild Othmar Gubser, der Leiter des Forstequipe, die die Massnahmen des Aufforstungs- und Verbauungsprojektes umsetzt.

Bilder: Heini Schwendener

Im Jahr 1990 startete das Aufforstungs- und Verbauungsprojekt Stauberen. Es hat die Aufgabe, die Menschen und das Kulturland zu schützen. Die natürliche Vegetation am Stauberengrat hat aber auch einen hohen ökologischen Wert für die Pflanzen- und Tierwelt. Rund 4,8 Millionen Franken wurden bisher investiert, vor allem für Dreibeinböcke und Aufforstungen (vgl. Kasten).

Ausgeführte Arbeiten von 1990 bis 2019


In den drei Projektperimetern Saxer Heuberge, Stauberenfirst und Alp Rohr wurden seit 1990, dem Projektstart, 7458 Dreibeinböcke erstellt. Dabei wurde eine Fläche von 835 Aaren verbaut. Es entstanden 1329 Meter Schwellen. Im Gebiet Stauberenfirst wurden 27 Laufmeter Schneerechen gebaut. Aufgeforstet wurde bisher eine Fläche von 715 Aaren. Die Forstequipe unter der Leitung von Vorarbeiter Othmar Gubser hat in all den Jahren 30499 Pflanzen gesetzt und für ihre Arbeiten im unwegsamen, steilen Gelände 4928 Meter Bewirtschaftungswege gebaut. 36 Aaren wurde als Freihalteflächen ausgeschieden.
Von 1990 bis 2019, also während der ersten fünf Generationen des Aufforstungs- und Verbauungsprojekts Stauberen, wurden rund 4,8 Millionen Franken verbaut. Bund und Kanton übernahmen rund 75 Prozent der Kosten. (she)

Gestern trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der im Projekt involvierten Behörden, Verbände und Interessengruppen zur jährlichen Besichtigung des Generationenwerks.

709000 Franken für Stauberen VI 2020–2024

Philipp Näf, als Regionalförster der Waldregion 2 Werdenberg- Rheintal der Oberbauleiter dieses Aufforstungs- und Verbauungsprojekts, blickte zurück. 2019 ist die fünfte Generation des Projekts abgelaufen. Die Projektsumme in der Zeit von 2016–2019 belief sich auf 580000 Franken, abgerechnet wurden per Ende des vergangenen Jahres rund 545000 Franken, also etwas weniger als vorgesehen war.

Bei der Besichtigung der Dreibeinböcke im Projektperimeter Stauberenfirst.

Bei der Besichtigung der Dreibeinböcke im Projektperimeter Stauberenfirst.

Nun startet das Projekt Stauberen VI 2020–2024. Es wird mit einem Aufwand von 709000 Franken in fünf Jahren gerechnet. Vorgesehen ist unter anderem im Jahr 2022 eine Befliegung des Projektgebiets mit einer Drohne, um die Karteneinträge zu verifizieren und wo nötig nachzuführen. Im Projektperimeter Alp Rohr sollen etwa 80 neue Dreibeinböcke erstellt und 300 Pflanzen ausgepflanzt werden. Auch im Projektperimeter Stauberenfirst werden in diesem Jahr noch 400 Jungpflanzen ausgepflanzt.

Zur Sicherung aller bisherigen Verbauungen sind laufend Unterhaltsarbeiten nötig. Reparaturarbeiten können grössere Zusammenbrüche verhindern und langfristig die Kosten tiefer halten.

Valentin Aggeler (Bildmitte) äusserte sich von Seiten der Jagdgesellschaft zur Wildproblematik im Aufforstungsprojekt.

Valentin Aggeler (Bildmitte) äusserte sich von Seiten der Jagdgesellschaft zur Wildproblematik im Aufforstungsprojekt.

Wichtig sind gemäss Philipp Näf nun auch Wildschutzmassnahmen im Aufforstungsgebiet, dessen Jungbäume zu den teuersten im Kanton gehören. Die Jungfichten werden nun «interessant» für das Wild. Valentin Aggeler, Obmann der Jagdgesellschaft Sennwald Nord, betonte, man werde diesbezüglich weiterhin eng mit dem Forst zusammenarbeiten. Er verwies dabei ein Dilemma: Es sei sehr schwierig, Rotwild in diesem speziellen Gelände adäquat und ethisch korrekt zu jagen.