Eine Energiewende ohne Verbote – ist das möglich? Darüber diskutierte die FDP Werdenberg

Die FDP Werdenberg und zwei ihrer Kandidaten debattierten bei der Lippuner EMT in Grabs über die Energiewende.

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Diskutierten über die Energiewende: (von links) Andreas Morf, Philipp Egger, Daniela Graf-Willi, Martin Sulser und Michael Eberli.

Diskutierten über die Energiewende: (von links) Andreas Morf, Philipp Egger, Daniela Graf-Willi, Martin Sulser und Michael Eberli.

Bild: PD

(pd) Am Dienstag, 18. Februar, haben die Kantonsratskandidierenden Andreas Morf und Michael Eberli zu einer Veranstaltung rund um die Energiewende geladen. Bei der Firma Lippuner Energie- und Metallbautechnik in Grabs referierten Philipp Egger von der Energieagentur St.Gallen sowie Martin Sulser von der Firma Lippuner über die aktuelle Thematik.

Philipp Egger von der Energieagentur St.Gallen hat in seiner Funktion als Geschäftsleiter die Dienstleistungen des von der öffentlichen Hand betriebenen Kompetenzzentrums vorgestellt. Die Energieagentur unterstützt Gemeinden, Regionen, den Kanton und Private mit fachlichem Wissen zur Umsetzung von energetischen Massnahmen zur Förderung der Energieeffizienz. Dabei wird auch das Thema Finanzen behandelt, bei welchem der Kanton mit Förderbeiträgen das Ziel der CO2-Reduktion stark unterstützt. Egger betonte dabei die Möglichkeit, bei Gebäudesanierungen ein Konzept erarbeiten zu lassen, welches bis zu 90 Prozent durch Beiträge unterstützt würde. Zudem erhält dabei ein Hauseigentümer konkrete Empfehlungen, in welcher Reihenfolge sich energie- und steuerbegünstigend eine Gebäudesanierung realisieren liesse.

Eine Grabser Firma mit einer Vorreiterrolle

Der langjährige Geschäftsführer der Lippuner Energie- und Metallbautechnik AG, Martin Sulser, konnte als Gastgeber der Veranstaltung von vielen Projekten aus der Praxis berichten. Die Gebäudetechnik setze sich schon aus wirtschaftlicher Sicht mit Energieeffizienz auseinander, da mit moderner Ausstattung über die Lebensdauer beträchtliche Einsparungen erzielt werden könnten. Dabei seien nicht nur kleinere Objekte wie Einfamilienhäuser Profiteure, sondern insbesondere auch gewerbliche Liegenschaften mit umfangreichen technischen Anlagen. Aktuelle Beispiele aus der Region präsentierte Sulser wie beispielsweise das neue Brusa Gebäude, welches von der Firma Lippuner in der Buchser Fegeren realisiert wird.

Die Frage nach der grünen Einstellung beim Podium

Die beiden freisinnigen Kantonsratskandidaten Andreas Morf und Michael Eberli haben sich am Podium in der Diskussion zum Thema Energiewende mit den Referenten Philipp Egger und Martin Sulser ausgetauscht. Die Moderatorin Daniela Graf-Willi hat den Anwesenden verschiedene Fragen zu Lösungsansätzen für die Erreichung des Klimaziels 2050 gestellt. Dabei standen die praktische Umsetzbarkeit und die Konsequenzen im alltäglichen Leben im Vordergrund. Interessant waren dabei die Vorbildfunktionen der Kantonsratskandidierenden.

Veränderungen nicht durch Verbote erzwingen

Morf strebt seit längerem die CO2-Neutralität bei seinem Einfamilienhaus an, was sich unter anderen in sportlicher Betätigung beim Holznachschub für die Feuerung äussere. Daneben seien aber die bürokratischen Hürden seitens Verwaltung abzubauen, um persönliche Engagements und solche der Wirtschaft zu unterstützen.

Eberli antwortet auf eine Frage nach seinem Beitrag, dass er wann immer möglich mit dem Velo zur Arbeit von der Räfiserhalde nach Grabs unterwegs sei. Trotz Hinweis mit Schmunzeln von Martin Sulser zu Eberlis Vespa meinte der ebenfalls Umweltfreisinnige Eberli, dass auch das Bewusstsein um einfaches Mittun jedes einzelnen Bürgers in der Waagschale der globalen CO2-Reduktion mit noch so simplen Mitteln wichtig sei. Klassischerweise sei es jedoch ein freisinniges Anliegen, notwendige Veränderungen nicht durch Verbote, sondern durch technische und vom Markt getriebene Entwicklungen zu fördern. Das führe zu bezahlbaren und damit attraktiven Lösungen, welche zudem schneller umgesetzt würden.